Ein Buch über einen Fußballclub:
Da erwartet man Porträts der Spieler, Trainer, der Akteure im Hintergrund. Da sollen auch die Fans zu Wort kommen. Da will man Vereinsgeschichte nachlesen und Auskünfte zu Toren und Titeln, Erfolgen und Niederlagen erhalten. Da will man Statistiken sehen und natürlich brillante Bilder.
Das alles findet sich in diesem Buch.
Aber dieses Buch ist kein Buch über einen von vielen Fußballclubs, es ist das Buch über den Meisterclub der DDR. Wer über ihn schreibt, schreibt über 40 Jahre DDR-Fußballgeschichte und muß auch ein gutes Dutzend Nachwendejahre im Auge haben, denn die Geschichte des BFC Dynamo hört mit dem Untergang der DDR nicht auf. Doch vor der Frage »Was wurde aus dem Fußball im Osten?« steht die Frage »Wie war der Fußball im Osten?« Dass der BFC nicht nur wegen seiner Erfolge das spannendste und aufschlußreichste Feld für diese Betrachtung bietet, hat viel damit zu tun, daß er dem Ministerium für Staatssicherheit zugeordnet und Mielkes Hätschelkind war. An diesem Club schieden sich die Geister, und hatte er Kultstatus bei den einen, war er verpönt bei den anderen. Auch die Fan-Schlachten von bedenklichem Ausmaß gehören zu seiner Geschichte. Die aber wäre falsch erzählt, wollte man sie auf Skandale und Manipulationen reduzieren.
Jörn Luther und Frank Willmann legen nach ihrem Buch über den »FC Union« nun ein fakten- und facettenreiches Buch über den DDR-Fußball, über Sportpolitik im allgemeinen, Vereinspolitik im konkreten und den Serienmeister BFC vor.