ich habe das Gerät auch, werde es auch behalten, obwohl ich schnell festgestellt habe, dass es eben doch nicht "alles" kann. Dabei meine ich nicht den fehlenden Doppel-Tuner, auf den kann ich verzichten. Aber es gibt zweieinhalb weitere Mankos, die es mir schwerer gemacht haben:
das halbe zuerst: Der DLNA-Server, der auf dem PC Installiert werden muss, damit der PC seine Inhalte übers Netzwerk dem BD-C8900S zur Verfügung stellt, heißt Samsung PC-Share-Manager. Aktuell ist die Version 2.33, die gibts auch in einer Art Deutsch. Muss man aber erst suchen und finden und dann installieren. Dabei musste ich bei meinem XP SP3 bei der Firewall per Hand nachhelfen. Geht jetzt aber, und in der Richtung PC-> BD-C8900S geht eigentlich alles, was ich an Formaten auf der Platte habe: meist MPG, MP4 oder AVI. Ich habe auch einige TV-Aufnahmen von einer Dreambox, die benutzt das Container-Format *.ts und kann neben dem Video mehrere Audio-Spuren, Untertitel und Videotext enthalten. Der BD-C8900S spielt *.ts-Dateien artig ab. Wenn allerdings mehrere Sprachen enthalten sind, habe ich keine Möglichkeit zu wechseln. Das sieht der BD-C8900S nicht bzw. nur dann vor, wenn die Medien -BD oder DVD- entsprechendes im Menü vorsehen. Kann man mit leben. Man muss die Dateien aber bearbeiten, was nicht jeden glücklich macht.
Das erste wirkliche Manko aus meiner Sicht ist, dass es keine Möglichkeit gibt, auf die Aufnahmen des BD-C8900S über das Netzwerk zuzugreifen und sie zu kopieren (wie bei jeder Dreambox via DCC), auch nicht auf USB; es lässt sich angeblich nur erreichen, dass Aufnahmen über die Allshare-Funktion als DLNA-Stream ins Netzwerk weitergereicht werden - ist mir aber noch nicht gelungen. Wie gesagt, ich habe WinXP SP3, und das kann sich zwar als DLNA-Server aufspielen, aber nicht auch als DLNA-Client. Um hier Abhilfe zu schaffen, wäre eine geänderte Firmware erforderlich, nämlich eine solche, die Netzwerkfreigaben von Aufnahmedateien in gleicher Weise ermöglicht, wie das bei auf die HD des BD-C8900S kopierten Dateien der Fall ist. Die lassen sich nämlich auch weiterkopieren, und bei denen ist mir mit einem DLNA-zertifizierten Gerät auch ein Zugriff (Sony AV-Receiver DNR 2010) möglich gewesen, zumindest im Prinzip. Denn die Datei war im .mp4-Format, und da der BD-C8900S die Dateien, die er per DNLA-Stream zur verfügung stellt, nicht transcodiert, und da der Sony nur MPEG-2 kann, war es mit der Darstellung Essig.
In der Praxis bedeutet das, dass die 500 GB-Platte etwas für die Leute ist, die zu Videorecorder-Zeiten ohnehin nur 15-20 Video-Cassetten hatten und die immer wieder überspielten. Für eine echte Archivierung ist das zu wenig, und die Nachbearbeitungsmöglichkeiten sind eher rudimentär. Werbung und Vor-/Nachläufe lassen sich ausschneiden, aber aus den Schnipseln macht der BD-C8900S nicht wieder einen ganzen Film.
Das zweite Manko ist der Kopierschutz von CI-Plus. Der verhindert nämlich, dass man die schöne neue HD-Welt der Privaten zum späteren Genuss (oder so) aufnehmen kann. Steht so ganz klein hinten unten auf dem Paket mit dem CI-Plus-Modul drauf und stimmt auch. Wer also einen Privatsender der CI-Plus... ja, .. Vereinigung? aufnehmen will, muss auf die SD-Variante zurückgreifen. HD-Aufnahmen der Öffentlich-Rechtlichen gelingen ohne weiteres. Ich werde, wenn das so bleibt, nach einem Jahr keine Verlängerung der CI-Plus-Lizenz erwerben.
Wer sich jetzt fragt, warum ich das Gerät behalten habe, dem sage ich: erstens passt es optisch und technisch super zum Sony-Receiver. Wichtiger aber: es spielt alle Dateiformate ab, die ich von Digitalkameras oder Audio-Aufnahmegeräten oder von alten Urlaubs- bzw. Familienvideos gegrabbt oder eben von der Dreambox aufgenommen, archiviert und ordentlich nachbearbeitet im Netzwerk abgelegt habe. Da war der Media-Player, den ich bislang im Wohnzimmer stehen hatte (Netgear EVA8000), schon an seine Grenzen gelangt. Der BD-C8900S spielt BD und DVD und Internet-Medien (youtube, Internet-Radio)ab. Die Festplatte ist für die Speicherung von Sendungen mit kurzer Haltbarkeit geeignet, daneben zur Zwischen- und Endlagerung von anderen Inhalten anderer Aufnahmegeräte. Aufnahmen von historischem Erinnerungswert werde ich aber weiterhin von der dreambox erledigen lassen. Die ist leider nicht so hübsch und nicht gattinnentauglich, deshalb bleibt sie im Arbeitszimmer.