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Zeit für Sherlock Holmes (Richard Roxburgh), dem mysteriösen Treiben endlich ein Ende zu setzten. Umso überraschender scheint es, dass der Londoner Ermittler zunächst nur seinen Assistenten Dr. Watson (Ian Hart) nach Baskerville Hall in Dartmoor schickt. Der soll die Bewohner und ihre Umgebung unter die Lupe nehmen. Hat das Ehepaar Barrymore, die beiden Hausangestellten, etwas mit den Ereignissen zu tun? Oder eher der merkwürdigen Archäologe Stapleton (Richard E. Grant), der ganz in der Nähe ein einsames Dasein mit seiner Tochter Beryl (Neve McIntosh) führt? Doch ehe Watson erste Ergebnisse präsentieren kann, schlägt der Höllenhund erneut zu. Höchste Zeit für Sherlock Holmes, endlich selbst in die Geschehnisse einzugreifen... oder ist er am Ende schon dabei?
Ganz anders verhält es sich zunächst im Fall des Seidenstrumpfmörders. Da ist es Dr. Watson, der seinen Sherlock Holmes (Rupert Everett) zunächst allein ermitteln lässt. Denn er selbst wandelt auf Freiersfüßen... Dr. Watson ist verliebt! Doch bis er seine Angebetete endlich heiraten darf, muss er wohl oder übel dabei helfen, einen wirklichen Übeltäter dingfest zu machen. Der hat es immerhin auf junge Mädchen aus der Londoner Oberschicht abgesehen. Ein Aufschrei der Empörung geht durch die Reihen des Hochadels. Schon zwei Leichen sind gefunden worden, beide mithilfe eines Seidenstrumpfes in Jenseits befördert... ein Fall, ganz nach dem Geschmack von Sherlock Holmes. Jetzt braucht er nur noch Watson und sein berühmtes Talent zum Lösen dieser scheinbar kniffeligen Fälle.

Die beiden Neuverfilmungen der BBC sind wieder einmal echte Meisterwerke in Sachen Inszenierung, Kostümen und der Auswahl der Darsteller. Wenn wahre Sherlockians schon in Richard Roxburgh einen würdigen Nachfolger für Basil Rathbone, Peter Cushing oder Christopher Lee sahen, so wurden sie von den schauspielerischen Leistungen von Rupert Everett schier hinweggefegt. Noch nie, so ein Kenner, habe er eine derart romangetreue Verkörperung dieser Figur erlebt. Auch mit Ian Hart als Dr. Watson, hat sich das britische Fernsehen einen großen Gefallen getan. Statt des ungeschickten Tölpels, als der er in vielen Verfilmungen auftaucht, zeigt uns Hart endlich den wahren Watson – sportlich, gerissen und das eine oder andere mal auch hinreißend komisch.
Ebenfalls lobenswert ist die Detailtreue, mit der sich Regisseur David Attwood an die Verfilmung des Krimi-Klassikers Der Hund der Baskervilles gemacht hat. Genauso liebevoll tat das Simon Cellan Jones bei der Geschichte des Seidenstrumpfmörders. Auch wenn dies kein echter Sherlock Holmes ist - das Thema „Lustmord“ hätte zu seiner Zeit sicher einen Sturm der Entrüstung heraufbeschworen - hätte der berühmte Autor Sir Arthur Conan Doyle das Drehbuh durchaus selbst schreiben können. Mit allen echten Sherlock Holmes-Stilmitteln ausgestattet, ist Der Seidenstrumpfmörder eine gelungene Fortführung des alten Werkes, dass noch bis in alle Zeiten das Krimi-Publikum faszinieren wird.
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