Nahtlos geht die Handlung vom Vorgängerband zwar plottechnisch weiter, doch atmosphärisch ist die Stimmung futsch: Weg ist der geheimnisvolle, parapsychologische Ansatz, den die Reihe bis dahin verfolgte, und statt dessen kriegt der Leser nun ein mäßig unterhaltsames Action-Comic vorgesetzt. Geballer in bester Ripley-Manier gegen Froschmonster bestimmt den Ton, die Zwischentöne, die man sonst in Hellboy und auch dieser Reihe fand, sind völlig unter Schleim, Blut und Munitionsresten versunken.
Schade. Selbst die Zeichnungen von Guy Davis, die ich noch im letzten Band gelobt hatte, enttäuschen hier - die Froschmonster verkommen zu Strichfiguren, die nur aus Maul bestehen, die Schattenfiguren, die Mignola so unübertrefflich zeichnen konnte (als Beispiel in diesem Band der asiatische Schlangenpriester oder die Schwarze Flamme), wirken hier wirr und wenig geheimnisvoll, und auch die Hauptfiguren (ausgenommen Johann) sind nur noch hässlich und ohne Charme.
Die Reihe, die sich eh schon von Beginn an von der Hellboy-Reihe emanzipieren wollte, entwickelt sich leider in eine für mich uninteressante Richtung. Das Alleinstellungsmerkmal, die düstere Atmosphäre, ist völlig dahin. Gewiss gebe ich dem Nachfolger noch eine Chance - doch der muss dann punkten, und diesen Rückschlag hier aufholen.