Ja, ja ja! Endlich wieder mal eine Platte, die mehr wert ist als die Kosten ihrer Herstellung! Bei der es sich lohnt, sich jeden Song einzeln anzuhören und zu schauen, was da wohl dahinter steckt; mit einem Sound, der die Fantasie anregt, Zorn verbreitet und reinigende Wirkung auf die geschundene Seele hat. Mann, mit den Jungs möchte ich Gäule stehlen!
Gleich der Opener ,Love Burns' mit dem irrwitzig geschrammelten Intro, dem hackenden Schlagzeug, der leicht verschnupften Stimme, der alles egal zu sein scheint, reißt jedem künstlich fabrizierten Noise-Rock den Teppich unter den Füßen weg. Das ist echt, ernst gemeint, authentisch, launig und gut. Wen stört's, dass die Vorbilder des Clubs so altmodisch sind wie die Lederjacken, die seine Mitglieder tragen? Sie scheinen aus der Zeitlosigkeit zu kommen, um das Credo des psychedelischen Rocks neu zu verkünden, als wäre es zum ersten Mal.
Trotz der unüberhörbaren Vorliebe für verfremdete Gitarrensounds mit viel Hall (der da und dort sogar an die Smiths erinnert) klingt jeder Song eigenständig und neu, weil er einen eigenen Sinn hat. Dröhnende Garagensounds finden hier ebenso ihren Platz mit ,Whatever Happened To My Rock'n'Roll (Punk Song)' wie besinnliche Töne, die fast folkig daherkommen (,Rifles') - oder eher poppig wie der Opener.
Das ist Musik für die Samstag-Nachmittag-,Leck-Mich'-Stimmung, während draußen die Nachbarn ihre blöden Autos pflegen und sich im Wohnzimmer die Eltern streiten. Sie passt prima zur Auto-Disco am Weiher, während du mit einer Flasche Bier an der offenen Fahrertür stehst. Ein cooles Stück Musik, das locker fünfzig Jahre Rockmusik in einen Topf wirft und zu einem kulinarischen Eintopf verrührt. Bodenständig, nahrhaft, lecker und kräftig.
Wer's nicht mag, versteht's halt nicht.