B.A.R.F ist eine Abkürzung aus dem amerikanischen Englisch und heißt so viel wie Bones And Raw Food" - ins Deutsch wird es oft mit Biologisch Artgerechtes Rohes Futter" übersetzt. Es handelt sich also um eine Methode, das Tier auf natürliche Weise zu ernähren. - So viel für Leute, die unwissend auf den Begriff BARF stoßen.
Auf die Gefahr hin, dass ich von den Gegnern dieser Buches (oder der BARF Methode?) Haue bekomme ich möchte eine Lanze für das BARF Buch von Nadine Leiendecker brechen und ich mache das aus freien Stücken, und gerne noch dazu.
Über die Ernährung meiner Katzen nachzudenken fing bei mir an mit dem Buch KATZEN WÜRDEN MÄSUE KAUFEN. Das Buch ist eine einzige (elendslange und mühsam zu lesende) Tirade gegen die Futtermittelindustrie; der Autor (Ulrich Grimm) ist ein Schwafler vor dem Herrn. Sein Buch liest sich schrecklich fad, es gibt zu Hauf Andeutungen und elendslange Ergüsse gegen die Futtermittelhersteller, aber keinen einzigen gescheiten Tipp, was man seiner Katze nun füttern soll, außer vielleicht, wie der Titel sagt: Mäuse!
Da stand ich nun und wollte, aufgestachelt von H.U. Grimm, der bösen bösen Futtermittelindustrie ein Schnippchen schlagen und die Auswahl an Lektüre über gesunde Katzennahrung ist wahrlich übersichtlich. Es gibt dieses hier und KAZTEN FÜTTERN von Anna Laukner. Ich habe beide gekauft.
Und falls Sie sich ernsthaft interessieren: Ich rate Ihnen beide Bücher zu lesen.
BARF FÜR KATZEN fängt mit einer ausführlichen Einleitung an, und die Autorin erklärt darin auch ihre Intention, das Wissen, das sie selbst zusammengetragen hat, an die Leser weiter zu geben. Wie so vieles heutzutage ist auch vieles in dem Buch im Internet nachzulesen. Wer dann darüber jammern mag, dass er Geld für ein Buch ausgegeben hat - bitteschön. Nobel ist das jedenfalls nicht.
Nadine Leiendecker hat ordentlich recherchiert und räumt auch gleich mit einigen Mythen auf. Dass Trockenfutter gegen Zahnstein ist, zum Beispiel. Was ich bestätigen kann, denn mein Kater, den ich nur mit viel Mühe zu Nassfutter überreden kann, und der von klein auf auf die Kekse" gewohnt ist, der hat Zahnstein - und eine problematische Blase gleich noch dazu.
Mit ein bisschen Logik und gesundem Menschenverstand, und das ist schon fast das A&O das die Autorin anwendet, kann jeder seine Katze gesund ernähren. Warum Kohlehydrate in Form von Getreide nur bedingt in Katzennahrung gehört, wird erläutert, ebenso, dass es ein Irrtum ist, dass diese Rohfutter-Ernährung Mangelerscheinungen auslösen kann.
Mehrfach wird erwähnt, dass es unterschiedliche Arten von Barfen gibt und dass man die richtige Methode für sein Tier (und sich) finden muss. Mehrfach wird auch erwähnt, dass Barfen nicht kompliziert ist, und wenn man das alles so liest, wird einem zunächst einmal schon schwindelig, aber dann kann man ja - und auch dafür gibt es Tipps - eine Art Umstellungsphase für sein Tier einleiten.
Damit habe ich vor längerem angefangen und mir einige Rezepte, bzw. Zusammenstellungen und Zubereitungsarten zu Eigen gemacht. Rinderherz und Rinderleber sind in der Metzgerei gar nicht so teuer. Mir bereitet es auch keine Probleme das Fleisch kleinzuschneiden - und zwar mit dem Messer, dann werden Portionen eingefroren und dann kann man sie aufgetaut mit Gemüse und Zusätzen mixen.
Ich habe so einige Sachen ausprobiert und bin bei weitem nicht so erfolgreich, wie erhofft und nach einigen Mühen und Versuchen habe ich für mich auch entschieden, dass die Menüvorschläge die in dem Buch genannt sind, bei mir nicht in exakt dieser Weise umgesetzt werden.
Beim Kauf von Fertigfutter achte ich darauf, dass Fleisch verarbeitet wird, das nicht vom Tierverwerter kommt und vor allen Dingen, dass es keinen Zucker und Geschmacksverstärker enthält. Dann gebe ich abwechselnd das Rohe Fleisch (Huhn, Pute, Hühnerherz, Rinderleber, Rinderherz, Rindfleisch, manchmal gemixt mit Thunfisch, weil der geht immer). Hin und wieder einen Teelöffel Eigelb und so fort. Was ganz wegfällt sind die Billig-Trockenfutter und alle Futter die reihenweise im Supermarktregal stehen, die vollmundig was von Hase oder Gans versprechen, wo dann ungefähr 1% Fleischanteil vom ohnehin geringen Fleischanteil drin enthalten ist.
Was auch noch sehr gescheit ist, sind die Tipps für den Urlaub oder die Tipps für die Ernährung von Problemkatzen.
Ob man das alles umsetzt, bleibt einem doch unbenommen, und ich hab's ja schon erwähnt, ich bin kein BARF-Verfechter und auch kein BARF-Gegner, sondern ich kann der Methode als Zusatz zum Fertigfutter viel abgewinnen und versuche nach bestem Gewissen meiner Katze Gutes zu tun, indem ich ihr so oft wie möglich Fertigfutter erspare. Damit ernähre ich meine Katzen im Prinzip so wie mich. Da gibt's auch nur selten Fertiggerichte, wann immer möglich werden Zutaten verwendet, von denen man weiß, was drin ist oder wo sie herkommen! Das scheint mir auch beim Barfen das A&O zu sein.
Wenn ich einen Tierfutterhersteller wüsste, der mir (Roh)Futter verkauft, bei dem ich mich auch darauf verlassen kann, dass es nicht mit Getreide, Zucker, zermalmtem Tierschrott und Klärschlamm angereichert ist --- ich wäre der erste, der für teuer Geld dort kauft.
So wie es im Moment aber aussieht, ist es recht schwierig einem Tierfutterhersteller über den Weg zu trauen. Solange das so ist, wird die Katze teils roh bekocht und die Tipps aus dem Buch sind wirklich eine große Hilfe dabei.
Die 1-Sterne Kritiken hier halte ich, und ich weiß, dass es nicht klug ist von mir, das in meiner Bewertung überhaupt zu erwähnen, für nicht hilfreich - und fair schon gar nicht. Mir ist auch unklar aus welchem Lager sie stammen könnten, Fakt ist aber, dass diejenigen keinen einzigen gescheiten Tipp geben, was als bessere Lektüre geeignet wäre. Das sagt doch schon alles.
Lassen Sie sich nicht verwirren und trauern Sie um Gottes Willen nicht ein paar Euros hinterher, weil in einem Buch nicht alle Tipps so umzusetzen oder anzuwenden sind, wie man es sich erhoffen würde. - Über Anregungen und Tipps würde ich mich sehr freuen.
Das Buch ist eine Empfehlung wert. Ob man die Methode umsetzt oder nicht, ist damit ja noch nicht gesagt.