Das von Hans Krech geschriebene Buch erscheint in der von ihm herausgegebenen Reihe »Bewaffnete Konflikte nach dem Ende des Ost-West-Konflikts«. Die Lektüre bestätigt das Gefühl, dass es sich beim Verfasser nicht um einen langjährigen Kenner Albaniens handelt. Oft scheint Krech die Zusammenhänge zwischen einzelnen Ereignissen nicht ganz verstanden zu haben, als er das aus anderen Quellen zusammengetragene Material aneinanderreihte. Krech setzt die Ereignisse von 1997 in einen historischen Kontext: In einem ersten Abschnitt wird neben geographischen und ethnographischen Angaben kurz die Geschichte Albaniens wiedergegeben. In einem zweiten Abschnitt werden die »demokratische Revolution« von 1991/92 und die Jahre der Präsidentschaft Berishas beschrieben sowie die Fehler aufgezeichnet, die Albanien ins Chaos führten. Erstaunlich kurz fällt dann der dritte Abschnitt, das thematische Kernstück des Buches, aus. Neben wenigen Seiten Text sind chronologisch die Ereignisse des Jahres 1997, die Unruhen, das Einschreiten der ausländischen Truppen und die Wahlen, aufgeführt - Tag für Tag und unokommentiert, eine Sammlung von Agenturmeldungen. Die Gefahren und Leiden, denen die Zivilbevölkerung Albaniens während der ganzen Zeit ausgesetzt waren und diesen Unruhen das Prädikat »Krieg« aufdrückten, werden aber kaum beschrieben. Was dieses Buch doch noch auszeichnet, ist die Sammlung an Zahlen und Fakten, wie sie sich sonst niergends finden. Wahlergebnisse, Regierungen, Daten - alles ist aufgelistet, was während der letzten Jahre passiert ist. Im Anhang findet sich ein »kleines Lexikon« albanischer Parteien, Kurzbiographien albanischer Persönlichkeiten und verschiedene Dokumente. Eine Zustammenstellung, wie man sie sonst nirgends findet.
Text aus »newsletter Albanien«