Neue Zürcher Zeitung
Etwas für Bücherwürmer
upj. Ein Bild zum Träumen: Der Büchersammler liegt auf dem derangierten Sofa, den Blick auf seine bibliophilen Schätze gerichtet. Seine Gesichtszüge sind gelöst, und gelassen ist überhaupt der ganze Mensch glücklich, wer sammeln kann. Auch Wulf D. von Lucius, Verleger und lange Jahre Vorsitzender der Stiftung Buchkunst, gehört was an dieser Stelle wohl selbstverständlich ist zur Spezies der Büchersammler. Im zarten Alter von siebzehn Jahren hat ihn das virus bibliomanicum ereilt, wen wundert's, dass er allen anderen, die von der nämlichen Krankheit befallen sind, erspriessliche und nützliche Hinweise geben will. Kann er es? Angesichts der Vielzahl von älterer und neuerer Literatur zum Thema Büchersammeln ist diese Frage berechtigt. Lucius scheint zu wissen, wo die Fehler und die Versuchungen liegen: Weder um ein abgehobenes Kulturpharisäertum geht es und auch nicht um eine Ansammlung von buchkundlichen, -technischen und -historischen Quisquilien, sondern um das kluge und doch lustvolle Umkreisen der Sammelleidenschaft. Sammeln hat hier nichts mit Besitz zu tun, sondern mit Kenntnis, letztlich gar Selbsterkenntnis. Neben «philosophischeren» Kapiteln sie handeln vom «Warum» des Sammelns, von der Frage, wann aus einem Bücherschrank eine Sammlung wird ist das Buch vor allem ein pragmatischer, reichhaltiger und nützlicher Ratgeber für diejenigen, die wirklich sammeln und um die Abgründe dieser Leidenschaft wissen.
Perlentaucher.de
Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 01.07.2000
Dieses Buch übers Büchersammeln, geschrieben von Wulf D. von Lucius, Verleger und ehemaliger Vorsitzender der Stiftung Buchkunst, bringt nach Meinung des Rezensenten mit dem Kürzel "upj" auf den Punkt, worum es bei einer solchen Abhandlung gehen sollte: nämlich "um das kluge und doch lustvolle Umkreisen der Sammelleidenschaft". Lucius vermeide die Fehler vieler anderer Abhandlungen zum Thema, so etwa "abgehobenes Kulturpharisäertum". Philosophische Erörterungen stehen hier neben pragmatischen Ratschlägen, "für diejenigen, die wirklich sammeln und um die Abgründe dieser Leidenschaft wissen".
© Perlentaucher Medien GmbH