1. Geben Sie den Protagonisten lächerliche Namen, die Sie eventuell auch für Pkt.3 (Mystik) weiterverwenden können, etwa 'Blanche Hast' und 'Christa Bildung'. (Alternativen wären bspw. 'Frieda Bleichkäs' und 'Lilith Böswurst'.) Thomas Mann hat es vorgemacht - Sie können das auch!
2. Sparen Sie nicht an Klischees und Stereotypen. Schöne, beliebte Menschen sind immer übel - wer keine Freunde und mit 16 noch einen vorpubertären Körper hat, liest viel - sozial Abgeschiedene sind irgendwie auch selbst schuld an ihrer Situation - rekapitulieren Sie Ihr Halbwissen über 'Lehrer', 'Fabrikant', 'Professor' und ähnliche Typen. Verlassen Sie sich auf Täter/Opfer- und Gut/Böse-Schemata. Ambivalenzen sind störender Krampf und daher zu vermeiden.
3. Zur Verstärkung der in Pkt.2 erwähnten Schemata eignet sich plattmystischer Wurstsalat. Ein angemessen schaler Nachgeschmack bleibt beim Leser zurück, wenn die böse Antiheldin zur dämonischen, ja ANTICHRISTLICHEN Figur heraufgemurkst wird, die alle anderen in ihre Gewalt bringen will und dazu kein Mittel scheut. Spielen Sie nicht allzu subtil auf Besessenheit u.ä. an und bedienen Sie einen biblisch anmutenden Sprachduktus.
4. Demonstrieren Sie Ihr eigene Belesenheit! Spielen Sie auf Marcel Proust, Heinrich v. Kleist, Voltaire, Alfred Jarry an, werfen Sie Namen wie Kant, Hegel und Nietzsche ein. Nicht jeder Leser wird die Anspielungen verstehen, und wer sie versteht, dem werden sie wahrscheinlich albern erscheinen - Wirkung aber erzielen Sie auf jeden Fall!
Auf kleiner Flamme zwei bis fünf Stunden köcheln lassen, den Schaum abschöpfen und der geneigten Leserschaft mit einem leichten Weißwein servieren. Alle Lacher sind Ihnen sicher!
(Schließe mich sonst in allen Punkten der Vorrezensentin an. Dies Buch ist ein rechter Schmarrn, bei dem ich als Leser zwischen Heiterkeit und Ärger schwanke.)