Nein, ein „Thriller" ist dieses Buch keineswegs - eher ein harmloser Hausfrauen-Schmöker (so zum nebenher-lesen). Dabei fängt es sogar recht spannend an: Die Hauptperson der Geschichte, Laura Andros (halb griechisch, halb britisch), verliert früh ihre Eltern, wächst beim Grossvater in Griechenland auf und wird zur Schulausbildung in ein englisches Internat geschickt. Dort hat sie von Anfang an Schwierigkeiten mit einigen ihrer Schulkameradinnen. Als sie von einem besonders fiesen Mädchen lebensgefährlich bedroht wird, tötet Laura sie aus Notwehr. Parallel wird die mit Laura verknüpfte Lebensgeschichte ihrer besten Freundin Augusta, genannt Gus, erzählt. Auch in deren Story steckt das Potenzial zu einem spannenden Thriller. Leider endet die Spannung nach diesen beiden Einführungen. Was danach kommt, ist nur noch vorhersehbar und unglaublich seicht. Laura heiratet Roger, einen Multimillionär, der sie einige Jahre lang als seine Angestellte beobachtet hat und sie nach seinen Wünschen „umformen" will. Hier wandelt sich der gute Ansatz in einen belanglosen, schnell konsumierbaren „Hausfrauenroman", schnell gelesen und genauso schnell vergessen. Laura betritt an Rogers Seite die Schauplätze der High Society mit allen Annehmlichkeiten, die Rogers Geld ihr bieten kann. Roger aber ist nicht nur schrecklich eifersüchtig und spinnt fiese Intrigen gegen die, die ihr nahestehen, er hat auch die „wüstesten Phantasien" (wie wüst die sind, mag der Leser selbst entscheiden :-), die die prüde Laura eher abschrecken. Bis sie schliesslich merkt, was sie für einen schlimmen Finger geheiratet hat und die Flucht ergreift. Wie gut, dass Rogers ehemals bester Freund und jetziger Erzfeind gleich zur Stelle ist... Gähn! Und die gute Laura selbst kann ihr neues Leben leider überhaupt nicht geniessen und quält sich durch das ganze Buch mit ihren Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen, dass man es am Ende nicht mehr hören (respektive lesen) mag. Wirklich schade um eine gute Idee, denn es fing so vielversprechend an...