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Böser Mann: Provinzkrimi
 
 
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Böser Mann: Provinzkrimi [Broschiert]

Franz Xaver Roth
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 288 Seiten
  • Verlag: Albrecht Knaus Verlag (11. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3813504352
  • ISBN-13: 978-3813504354
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 139.987 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Franz Xaver Roth
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Franz Xaver Roth hat einen intelligenten Roman über das Leben im Münchner Speckgürtel geschrieben. (…) Amüsant und kurzweilig ist dieses Buch. (…) Die Figuren sind so herrlich störrisch und liebenswert, dass man sofort denkt: Das ist ein Stoff für den Filmemacher Franz Xaver Bogner.“ (Süddeutsche Zeitung )

„Der Münchner Franz Xaver Roth (...) hat einen schrulligen Krimi verfasst - bierkomisch, schnapsgut.” (Münchner Merkur )

„Das Buch liest sich wunderbar witzig und spannend weg – und man würde zu gern etwas über den Autor dieses genialen Erstlings wissen. Der aber verbirgt sich hinter dem Pseudonym Franz Xaver Roth. Bleibt zu hoffen, dass er schon an seinem zweiten Buch feilt!“ (Lübecker Nachrichten )

Kurzbeschreibung

Mord in Leuterding. Der Wirt vom Hammer-Eck ermittelt

Samstagabend im »Hammer-Eck«, wie immer sind alle da: die trinkfesten Gäste, der wortkarge Wirt Luginger, die schnippische Bedienung Moni und Sammy, der schwarze Koch. Alles scheint in bester Ordnung. Aber drei Tote, ein defekter Pickup, dubiose Baupläne und seine renitente alte Mutter bringen Luginger ins Schwitzen, Sammy unter verschärften Mordverdacht und einige Bewohner des Münchner Vororts um den Schlaf.

Leuterding liegt idyllisch irgendwo im Speckgürtel von München, dort, wo die Welt noch in Ordnung ist und alles seinen festen Platz hat. Bis zu der Freitagnacht, in der ein Lehrer des örtlichen Gymnasiums überfahren wird. Unfall oder Mord? Jedenfalls taucht anderntags Kommissarin Clara Weibel im »Hammer-Eck« auf und fragt nach dem Alibi von Sammy, dem schwarzen Koch. Der soll ein Verhältnis mit der Frau des Toten gehabt haben. Nicht nur Luginger wittert da Rassismus und legt für Sammy die Hand ins verdammt heiße Feuer. Doch als in derselben Woche zwei weitere Tote gefunden werden und jedes Mal Sammy zur Tatzeit in der Nähe war, bleibt dem Wirt keine Wahl: Er muss tief im Leuterdinger Dreck wühlen. Dabei hätte er nur besser auf seine alte Mutter hören sollen.

Franz Xaver Roth gelingt mit dem Roman rund um den Wirt Luginger, Ermittler wider Willen, und seiner Entourage mit Sammy, der Bedienung Moni, dem Zahnarzt Faulhuber und dem schrägen Tequila-Joe ein bayrischer Heimatkrimi, wie man ihn sich skurriler kaum vorstellen kann.


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Der von den Indizien, den Motiven und den Gelegenheiten her Hauptverdächtige, Sammy, der schwarze Koch, Freund, Faktotum im 'Hammer Eck', der Szene- und Sportkneipe im Dorf Leuterding im Großraum München, bewirtschaftet vom Liebhaber eines Pick-Up amerikanischer Bauart Luginger, ist wohl nicht der 'böse Mann', vor dem die Bewohner des kleinen Fleckens 'Angst zu haben hätten'.

Auch wenn dieser Sammy hier und da und leider bei den Ermittlungen der resoluten Kommissarin Weibel sich in Lügen verstrickt und einiges verschweigt, was zur Klärung des Falles hilfreich wäre. Nicht nur des ersten Falles, übrigens, auch ein zweiter Fall wird hinzutreten und das ist schon enorm in Leuterding.

Ein Lehrer, engagiert in einer Bürgerinitiative gegen ein Neubaugebiet, wird überfahren und dadurch getötet. Den Spuren nach absichtlich. Aufgrund eines internen Wissens um die Baulöwen und Investoren jenes Neubaugebietes? Oder aufgrund dessen, dass er als Lehrer bei so manchen seiner aktuellen und ehemaligen Schüler verhasst ist? Oder aufgrund der hohen Lebensversicherung, die seine Witwe nun kassieren wird? Jene Witwe, die im Übrigen ein enges Verhältnis mit Sammy pflegt. Ein sehr enges Verhältnis.

Und dann wird noch das enfant terrible des Dorfes erstochen. Sohn des Baulöwen. Hobby-Zuhälter, Drogendealer, Alfa Fahrer. Jener Alfa, der als Unfallauto in Sachen des Lehrers identifiziert werden kann. Und Sammy hat kein Alibi. Auch nicht beim dritten Todesfall in kürzester Zeit, der bald schon folgt.

Genügend Stoff also für den Rockfan und Wirt Luginger, sich auf die Suche nach Entlastung für seinen Sammy zu begeben. Unterstützt von seiner zwar körperlich gebrechlichen aber weiterhin energischen Mutter, die ganz eigene Wege geht (und letztlich den Täter überführen wird), seiner Thekenangestellten Moni (die noch ein Hühnchen mit Sammy zu rupfen hätte, denn auch sie hatte zu Zeiten ein sehr enges Verhältnis zu diesem körperlich attraktiven Mann),. Argwöhnisch betrachtet von Clara Weibel, der ermittelnden Kommissarin aus Erding. Verlass ist nur auf ein paar wenige, alte Freunde, allen voran Faulhuber, der Zahnarzt des Dorfes, der keine Lust mehr auf den Bohrer hat und lieber seine eigene Theorie des Mordes von der Verschwörung des großen Geldes nachprüfen möchte.

Genau getroffen und ausführlich dargestellt lässt Roth seine Figuren im Buch Platz nehmen und agieren. Selber wohnhaft in Leuterding gelingt es ihm durchaus, das entsprechende Lokalkolorit und die dazugehörigen Charaktere überzeugend einfließen zu lassen. Das ganz alltägliche Leben, Lust und Frust am FC Bayern, der exotische Schwarze im Dorf, die Alteingesessenen und die Schickeria mit ihren immer neuen Plänen zu Investitionen, all dies belebt die Seiten des Buches realitätsnah, teils trocken-lakonisch, teils anrührend, wenn die Senioren des Dorfes und die diversen Liebesgeschichten in den Blick rücken.

Menschlich intensiv ist die eine, gelungene Seite des Buches. Der kriminalistische Strang allerdings lässt keine sonderliche Spannung aufkommen. Da von Beginn an klar ist, dass der nach Sachlage verdächtige Sammy es menschlich gar nicht gewesen sein kann, gefährliche Situationen nicht auftreten und zudem die eigentlichen Hintergründe der Taten eher verwirren denn für ein überzeugendes Szenario sorgen, fehlt es an einem spannenden, überzeugenden Kriminalfall leider zu sehr.

Eher scheint es so, als wären die Morde mitsamt der diversen, darin verwickelten Personen nur das Beiwerk, um jenen Personen in all ihren speziellen Ausprägungen 'Auftrittsmöglichkeiten' zu geben.

Überzeugendes Lokalkolorit, differenziert angelegte Figuren, ein präziser Blick auf das oberbayerische Leben im Umfeld Münchens stehen auf der positiven Seite des Buches, wenig Spannung und ein wenig überzeugender Mordfall bilden den eher zähen Anteil der gut 280 Seiten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein gelungenes Krimivergnügen 29. September 2011
Von Sue-Ellen
Format:Broschiert
Romane erzählen Geschichten und Geschichten brauchen Figuren. Wenn Figuren und Geschichten zusammenpassen hat man als Leser Glück gehabt.
Im Provinznest Leuterding, irgendwo nahe München, wird zuerst ein Lehrer überfahren und dann ein junger Kleinkrimineller erstochen, was den Wirt Luginger zu Ermittlungen herausfordert, schließlich ist sein Koch schwer verdächtig. Ist Luginger als AC/DC- und Fußball-Begeisterter schon gut gezeichnet, so ist Roth mit der Kommissarin Clara Weibel eine noch bessere Figur gelungen. Klug, weil ohne übertriebenen Ehrgeiz, lässt sie Luginger in Leuterding die Fäden ziehen. Die Pensionierung in Sicht, die erwachsenen Söhne aus dem Haus und frei von lästigen Männergeschichten bleibt sie im Hintergrund und ist doch immer mittendrin. Eine Hannelore Hoger als Bella Block des Südens.
Dazu entwickelt Roth mit wenigen klaren Bildern ein Münchner Vorstadtmilieu, indem Hartz 4 ein Fremdwort ist: überall Geld und die Gier, noch mehr Geld zu machen. Nur das Hammer-Eck, Kneipe, Mittelpunkt und Schaltstation des Krimis, ist ein Ort, an dem die Zugereisten, die Ehrgeizigen und Erfolgreichen keinen Platz haben. Hier herrscht mit Luginger und seinen schrulligen Stammgästen eine Atmosphäre vertrauter Bierseligkeit, die nichts weiter braucht als das Tagein Tagaus von Fußballübertragungen, Männerwitzen und den Blick aus einem Fenster, das seit dem Tod von James Dean nicht mehr geputzt worden ist. Schön, ein gutes Buch, das bestens unterhält.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Galarina TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Mei, da hat er eine harte Woche gehabt, der Luginger.

Der Luginger ist der Wirt vom Hammer-Eck in Leuterding, Vorort von München. Er liebt schwarze Kleidung, Rockmusik, seinen Dodge und die Barbara. Na ja, das weiß er nicht so genau, ob er die Barbara wirklich liebt. Eigentlich führt der Luginger ein ganz beschauliches Leben in Leuterding, wo er auch aufgewachsen ist. Reich wird er nicht als Kneipenwirt vom Hammer-Eck, wo die Moni bedient und der einzige Leuterdinger farbige Einwohner, Sammy, die Küche macht und was sonst an Arbeiten in der Kneipe anfällt. Aber mit seinen Stammkunden hat der Luginger sein Auskommen und beim Fußballabend auch seinen Spaß. Zumindest meistens. Bis zu jenem Samstag, an dem die resolute, mit beiden Beinen im Leben stehende Kommissarin Clara Weibel im Hammer-Eck auftaucht und nach dem Alibi von Sammy für die vorige Nacht fragt. Ein Lehrer des örtlichen Gymnasiums ist überfahren worden und Sammy soll ein Verhältnis mit der Frau des Toten gehabt haben. Der Luginger, die Moni und noch ein Stammgast legen sofort die Hand für Sammy ins Feuer - wie sich aber später zeigt, ist dieses ganz schön heiß.

Dem Luginger kommt das alles komisch vor, er beginnt zu ermitteln. Als im Laufe der Woche noch zwei weitere Tote gefunden werden und Sammy jedes Mal zur Tatzeit in der Nähe war, hat Luginger gar keine andere Wahl mehr - er wird zum Ermittler wider Willen und lernt Leuterding und einige Leuterdinger so richtig kennen. Kein Wunder, dass manch einer denkt "Leuterding ist ein Kaff, ein mieses, beschissenes Kaff." Aber nicht nur Luginger meint "nirgends ist es besser". Was der Luginger ja nie gedacht hätte: seine alte, gebrechliche, aber dennoch dynamische Mutter beweist Marplesche Qualitäten. In manchen Dingen hätte er halt gleich auf seine Mutter hören sollen. Aber nur in manchen.

Franz Xaver Roth hat mich mit seinem Provinzkrimi "Böser Mann" überrascht. Selten habe ich einen Kleinstadtroman mit so viel Lokalkolorit gelesen, bei dem Charaktere und Zusammenleben so pointiert, so authentisch getroffen werden und Dialoge so realistisch gehalten sind. Der Tonfall des Romans ist mal humorvoll, ironisch, trocken-lakonisch, mal berührend und nachdenklich machend, insbesondere wenn es sich um die Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen dreht.

Wer blutige Krimis mit ausführlichen Gewaltdarstellungen mag oder nervenzerreißende Spannung erwartet, wird mit dem Provinzkrimi "Böser Mann" nicht glücklich werden. Trotz der drei Toten ist die Kriminalhandlung eher als beschaulich, d.h. mit moderatem Spannungsbogen, einzustufen, auch wenn die Auflösung am Ende doch einige überraschende Elemente bietet.

"Böser Mann" von Franz Xaver Roth ist ein Provinzkrimi, der Freunden beschaulicher Krimis, die an Lokalkolorit und Charakteren mit Ecken und Kanten, an "Originalen" ihren Spaß haben, gute Unterhaltung bietet, sie aber dennoch nachts gut schlafen lässt. Mir hat die Woche mit Luginger auf jeden Fall Spaß gemacht.
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