Ein Buch voller Klugheit, Esprit und tiefen Einsichten. Hier schreibt jemand, der dem sogenannten "Bösen" klaren Geistes und mutigen Schrittes entgegengegangen ist; zum einen durch seine eigene kontemplative Praxis (im Buddhismus), durch mutiges wissenschaftliches Denken in der westlichen Tradition und schließlich durch profunde Kenntnis der wichtigsten philosophischen und literarischen Positionen zum Thema. Batchelors Werk geht dabei, sein Thema in einem diskursiven Kreisen von allen Seiten abtastend, über alle Aspekte seines Gegenstandes hinweg und versucht, die wichtigsten Eigenschaften des "Bösen", seiner Ursachen und Erscheinungsformen, so einigermaßen erfolgreich zu fassen. Das Böse erscheint dabei, je nach Beobachtungsebene, als eine Störung des Geistes (kontemplativ betrachtet), eine Eigenschaft der Welt selbst (quasi "metaphysisch") oder auch als unser schweres evolutionäres Erbe - Keinen Weg der Erkenntis lässt Batchelor aus, sei er nun östlich-kontemplativ oder westlich-wissenschaftlich.
Aus dem Gesagten wird hoffentlich deutlich, das Batchelors Werk keinen Lebensratgeber, auch keinen religiösen, darstellt, sondern eine profunde diskursive Annäherung an ein weites Thema, das offensichtlich den ganzen Kosmos erfasst, aber eben verfasst von einem Menschen mit intensiver "religiöser" (der Autor ist Agnostiker?) Praxis.