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Böse Jahre, gute Jahre: Ein Leben 1931 ff [Gebundene Ausgabe]

Hans Maier
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 419 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 3 (5. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406612857
  • ISBN-13: 978-3406612855
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 149.213 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans Maier
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Hans Maier, der im Juni dieses Jahres achtzig wird, hat ein wunderbares, vornehm schönes Buch der Erinnerungen geschrieben. Es enthält nicht nur treffsichere, subtil geschliffene Portraits zahlreicher Menschen, denen er auf seinem Lebensweg begegnet ist - darunter Martin Heidegger, Franz Josef Strauß und Joseph Ratzinger. Zugleich bietet es Einblicke in die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Hans Maier als teilhabender Zeitzeuge miterlebt hat und mit großer atmosphärischer Dichte schildert.
Mit feinem Strich schildert Maier den Weg des Freiburger Buben, der bei der verwitweten Mutter und den beiden Schwestern in bescheidenen Verhältnissen aufwächst und NS-Zeit, Krieg und Trümmerjahre erlebt, zum Professor und Kultusminister im Kabinett von Franz-Josef Strauß. Aus der Ambivalenz seiner Erfahrungen mit der Politik macht er dabei keinen Hehl. Doch vor allem schildert er mit geradezu literarischer Genauigkeit die unterschiedlichen Milieus der Wissenschaft, der Politik, der Kirche und der Kultur mit ihren Eigenheiten. Sein Buch ist weit mehr als nur die Geschichte eines ungewöhnlich vielseitigen Mannes. Es fängt anschaulich wie nur wenige Memoiren die Stimmung früherer Zeiten ein und wird so zu einer geistvollen, unterhaltsamen, lehrreichen Reise in die Vergangenheit.

Über den Autor

Hans Maier, geb. 1931, Dr. phil., Dr. jur. h.c., seit 1962 Professor für politische Wissenschaft in München, 1970 bis 1986 bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus. 1976-1988 war er Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. 1988-1999 hatte er den Guardini-Lehrstuhl für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der Universität München. 1999-2005 war er Vorsitzender der Stiftung Bibel und Kultur.


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Format:Gebundene Ausgabe
Mit dem Grundton heiterer Gelassenheit, meist versöhnlich gestimmt, vielleicht ganz gelegentlich mal ein bisschen kokettierend, schreitet der emeritierte Hochschullehrer, Ex-Kultusminister und Top-Repräsentant des deutschen Katholizismus die Stationen seines Lebens ab. Und was er ausschüttet ist ein Füllhorn an Begegnungen, Porträts, Beobachtungen aus der Universität, der bayerischen Landespolitik oder der katholischen Kirche, all jener Bühnen, auf denen Hans Maier im Laufe seines Lebens meist Haupt- und nur selten Nebenrollen gespielt hat.

Der gebürtige Freiburger nennt sich selbst einen "49er", also einen derjenigen, für die das Grundgesetz mit seinem Wertekanon und all seinen ihm zugrunde liegenden Erfahrungen und Erkenntnissen den Neubeginn der Demokratie nach dem Krieg markierte. Das galt es zu bewahren und zu verteidigen, was der Politikprofessor in München gegen die linksextremen 68er-Gewalt-Attacken auch tut. Er zitiert den Kabarettisten Werner Finck mit dem Satz "Eine Widerstandsbewegung für das Grundgesetz - so etwas wird man ja wohl noch gründen dürfen". Maier klingt, wenn er die Zustände an den Universitäten Ende der späten 60er und frühen 70er Jahre schildert, dabei etwa den Antisemitismus der Linksextremisten pointiert erwähnend, gar nicht mehr so versöhnlich. Ein "kräftiger, solider, lange vorhaltender Zorn" leitet ihn.

Es ist keine Flucht aus der Universität, sondern fast eine logische Folge seines Engagements, dass Maier 1970 das Angebot annimmt, in Bayerns Staatsregierung als Minister für Unterricht und Kultus einzutreten. Aus dem Lehrer der Politik wird ein Praktiker, der sich nach kurzer Eingewöhnung innerhalb der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag wohlfühlt. Den Abgeordneten begegnet er mit Respekt und ehrlicher Neugier, die szenischen Schilderungen bezeugen es. Es scheint, als sei da ein Ordinarius recht zufrieden, ja glücklich gewesen, "Land und Leuten" so nahe kommen zu können.

Über 16 Jahre war Maier "der" Kultusminister schlechthin, Gegengewicht und Bremsklotz für Bildungsexperimente, die sich SPD- und FDP-Politiker in den 70ern ausdachten. Maier organisierte die "Tendenzwende", u.a. indem er den "Bund Freiheit der Wissenschaft" maßgeblich mitgründete. Und natürlich, indem er praktische Bildungs- und Hochschulpolitik machte.

Die analytischen Fähigkeiten des Wissenschaftlers blitzen auf, wenn er die "Regierungsstile" der Ministerpräsidenten Goppel, der ihn in die Politik holte, und Strauß vergleicht. Vor allem Franz Josef Strauß: von Beginn an ein schwieriges Verhältnis. Meisterhaft die ebenso knappe wie glasklare Skizze, die Maier zum persönlichen (Landes-)Politik-Stil von Strauß gelingt. Das mit den beiden ging nicht gut, und Maier verliess erst die Regierung und dann die (Landes-)Politik.

Das Zeugnis eines unermüdlichen Geisteslebens in Theorie und Praxis beeindruckt. Seine zahllosen Kontakte und Begegnungen mit Politikern, Wissenschaftlern, bildenden Künstlern, Schriftstellern, Musikern, die politische Arbeit an der Spitze eines Schlüsselressorts, an der "Partei-Basis", dazu Veröffentlichungen, sein selbstbewusstes, offenes und dialogisches Agieren als "Kopf" des deutschen Katholizismus (man lese nur die Passagen zu Heinrich Böll) und - immer wieder - seit früher Jugend das Musizieren auf der Kirchenorgel (eigene Konzerte und Aufnahmen).

Ein rasantes Tempo, immer auf der Überholspur, typisch für diejenigen, die nach den entsetzlichen Verlusten der Weltkriegs, in den 50ern und 60ern früh Verantwortung übernehmen mussten - und konnten.

Maiers Erzählweise ist leichthändig. So hin und wieder hätte man aber gerne mehr erfahren, auch um den Preis, das es etwas anstrengender zu lesen gewesen wäre. Beispiel: Maier fühlt sich als "Konservativer" falsch eingruppiert. Gut. Was ist er dann? Ein Christdemokrat, einer mit badischen Wurzeln noch dazu. Was aber zeichnet den aus? Und was unterscheidet ihn eigentlich von einem Christsozialen, ganz gleich ob bayrisch oder nicht? Dazu hätte man gerne eine zusammenhängende - und sei es noch so kleine - Abhandlung gelesen.

Gleiches gilt für sein jahrzehntelanges Verhältnis zu Joseph Ratzinger ("freundschaftlich, aber auch spannungsvoll"): Es gibt die eindrucksvolle Schilderung eines offensichtlich hochemotionalen Zusammenstoßes beider wegen der Beteiligung der katholischen Kirche an der Schwangerenberatung in Deutschland (Ratzinger dagegen, was Maier empört und ihn den Pilatus-Vergleich ziehen läßt)und immer wieder Einsprengsel, Andeutungen über Verbindendes und Trennendes. Einen durchkomponierten Abschnitt über den heutigen Papst gibt es nicht. Leider. Das hätte vielleicht dem dritten Abschnitt der Erinnerungen, der von der Rückkehr an die Münchner Universität handelt, etwas mehr Glanz verliehen.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag macht sich der ehemalige bayerische Kultusminister (1970-1986) und Professor für politische Wissenschaft Hans Maier selbst das schönste Geschenk. In seiner hier im C.H. Beck Verlag, der schon seine Gesammelten Werke in fünf Bänden verlegt hat, veröffentlichte Autobiographie, erzählt er sein Leben.

Aufgewachsen in Freiburg, wo seine verwitwete Mutter ihn zusammen mit zwei Schwestern in bescheidenen Verhältnissen groß zieht, erlebt er als junger Mensch die bösen Jahre der NS-Zeit , des Krieges und der Trümmerjahre nach dem Krieg.

Er studiert und wird später Professor und dann für lange Zeit Kultusminister in Kabinett von Franz-Josef Strauß, einem der umstrittensten Politiker der damaligen Zeit. Maier schildert sein Verhältnis zu ihm und auch generell zur Politik als ambivalent. Denn er als intellektueller Geist und überzeugter Konservativer und Katholik konnte mit der Art und Weise der Strauß`schen Politik oft nicht viel anfangen.

Hans Maier ist nicht nur ein hervorragender und auch von seinen Gegnern geachteter Hochschullehrer gewesen, sondern er hat, auch durch seine Präsidentschaft des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sich bei Politikern anderen Parteien eine hohe Achtung erworben.

Mit großer Dichte fängt Hans Maier in diesem Buch die deutsche Nachkriegsgeschichte ein, und gibt viele Einblicke in die Welt der Politik, die für ihn, den Gelehrten, immer nur ein Standbein unter vielen war, und die ihm nie sein Leben bedeutet hat. Mit Humor und Geist schafft es Hans Maier die Stimmung dieser Zeiten, der bösen und der guten Jahre einzufangen und so nicht nur eine ehrliche Bilanz seines Lebens zu ziehen, sondern den Leser auch auf eine unterhaltsame und lehrreiche Reise durch die Geschichte unseres Landes mitzunehmen.

Ein beeindruckender Konservativer, der sich treu geblieben ist.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Hans Maier zeichnet anhand seiner eigenen Lebensgeschichte deutsche Geschichte seit dem Weltkrieg nach. Dabei wechselt er unscheinbar die Perspektive vom Jugendlichen, der das Ende des Krieges und die Nachkriegszeit beschreibt, hin zum Studenten, der in Freiburg am "Wiederaufbau" des geistigen Lebens an den Hochschulen teihaben darf, bis hin zur Zeit der 68er, die er bereits selbst als Hochschullehrer miterlebt. Bereichernd für den Leser folgt dann die Sicht als Vorsitzender des Zentralrats der Katholiken und sein Wechsel in Politik unter den Ministerpräsidenten Goppel und Strauß. Ebenso faszinierend bleibt dabei das Dokument seiner inneren wie äußeren Unabhängigkeit als er wiederum den Wechsel von der Politik zur Universität vollzieht. Diese Perspektivenwechsel machen das Buch spannend und lebendig. Für jeden, der sich beruflich oder privat für Politik interessiert, ist dieses Buch unbedingt empfehlenswert.
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