Formal ist zunächst einmal festzuhalten, dass es sich zwar um ein recht dünnes Büchlein im Taschenbuchformat handelt, es aber - zumindest quantitativ - relativ viel Inhalt hat. Leider wurde dies mit einer sehr kleinen Schriftgröße erzielt, welche bei den Infoboxen - wo die Schrift noch kleiner ist - fast zur Unlesbarkeit führt.
Inhaltlich gehen die Autoren im ersten von fünf Hauptkapiteln zunächst der Frage nach, warum in Deutschland, im Vergleich zu anderen Industrieländern, die Aktie kaum als langfristige Sparform verbreitet ist. Auf den vermutlich entscheidenden Grund, die hohe Besteuerung, gehen sie jedoch erstaunlicherweise nicht ein. In der Kombination von 26,4% Steuer auf Dividenden, ohne Anrechnung der von der Aktiengesellschaft bereits abgeführten Körperschaftssteuer, und 26,4% Steuern auf Kursgewinne, selbst wenn dies bei langer Haltedauer nur fiktive inflationsbedingte nominale Steigerungen sind, wird die Aktie in praktisch allen anderen Ländern - zumindest bei einer längerfristigen Anlagedauer - niedriger besteuert.
In den nächsten drei Hauptkapiteln geht es dann um das eigentliche Buchthema, die Auswirkungen der Psychologie auf den persönlichen Börsenerfolg bzw. Misserfolg. Die geschieht auch grundsätzlich durchaus zutreffend und verständlich, allerdings zuweilen auch etwas trocken und eher in der Art einer wissenschaftlichen Ausarbeitung (z.B. Diplomarbeit) als einem konkreten Ratgeber für Privatanleger.
Im letzten Hauptkapitel erfolgen dann, in einer Art Zusammenfassung, durchaus nützliche und sinnvolle praxisbezogene Hinweise für einen Vermögensaufbau. Allerdings behaupten die Autoren an verschiedenen Stellen, wie nützlich und vorteilhaft das Setzen von Stop-Loss-Orders (automatischen Verkauf, wenn gewissen Kursschwellen unterschritten werden) sei, obwohl bereits in verschiedenen Studien festgestellt wurde, dass sich dadurch, selbst bei systematischer Anwendung, die Rendite im Vergleich zu einer einfachen buy-and-hold Strategie (kaufen und liegen lassen), nicht erhöhen lässt. Wenn man dann weiß, dass die beiden Autoren für eine Börse arbeiten, wo der Gewinn bekanntlich von der Anzahl der ausgeführten Orders abhängt, mag man kaum glauben, dass dies wirklich nur einfach an der mangelnden Recherche lag...
Fazit:
Sofern man sich bereits etwas für das Thema interessiert, erfährt man nichts neues. Ich habe zu diesem Thema allerdings schon wesentlich schlechtere Bücher gelesen und unter Berücksichtigung des fairen Verkaufspreisen, ist das Buch als Einstieg in das Themengebiet durchaus empfehlenswert.