Alexander Elder ist Psychologe (Psychoanalyse) und das merkt man überall im Buch. Das Eröffnungskapitel beschreibt und vergleicht Anleger mit Alkoholikern, was mir ziemlich weit hergeholt erscheint, obwohl (oder gerade weil) ich selbst ich Geldanlage unter psychologischen Gesichtspunkten betreibe.
Der Mittelteil beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit technischen Indikatoren wie RSI, Momentum etc. und versucht diese auch psychologisch zu erklären. Allerdings scheint A. Elder hier viel Gebrauch der Kopieren-Einfügen Funktion seines Textverarbeitungsprogrammes gemacht zu haben, da fast jede Erklärung mit "Der Aktienkurs stellt den Konsens zwischen Bullen und Bären dar. Bullen rechnen mit steigenden Kursen ..." beginnt. Die Erklärung der Indikatoren ist verständlich, jedoch widmet das Buch meiner Ansicht nach der technischen Anlayse zu großen Raum wobei die dazu gelieferte Psychologie eher mechanisch scheint.
Der Teil über Money/Risk Mangement etc. ist gut aber zu kurz. Die entsprechenden Themen werden z.B. bei Bernie Schaeffer in "Millionen mit Optionen" leichter lesbar, verständlicher und klarer beschrieben, obwohl sich dieses Buch eigentlich der Optionsanlage widmet und die Themen "nur" als Grundlagen mit abreißt.
Das Workbook stellt nach Kapiteln gegliedert Fragen zum Text, wobei diese pädagogisch wenig wertvoll sind sondern nur pures Lernwissen prüfen. Ich habe beim Durchblättern nur Wissensfragen, jedoch keine Fragen anhnand von Beispielfällen gesehen.
Zusammenfassend finde ich, daß man bei Kostolany mehr über die Psychologie (Kostolany's Börsenseminar), und bei Schaeffer bessere Erklärung von Risk/Money-Management findet.