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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Wahnsinn an Detailreichtum!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Böhse Onkelz, Danke für nichts (Broschiert)
Am Anfang dachte ich noch:
Hm..., wird das eine Art "Werbebiographie"? Schließlich stellt das Buch von Edmund Hartsch das einzige seiner Zunft dar, welches von Böhse Onkelz als "autorisiert" gilt. Den Verdacht der Beschönigung fühlte ich gleich zu Beginn bestätigt: Dort stand auf Seite 53 eines ihrer Demolieder mit dem Refrain-Text: "Oi Oi Oi". Komisch. Ich kannte das Lied in einer Fassung welcher den Kehrreim "Deutschland den Deutschen" zum Inhalt hatte. Doch bereits wenige Seite später konnte mich den Autor eines besseren belehren: Die Ursprungsversion war tatsächlich so getextet - die andere eine später aufgenommene Variante. Auch wie es dazu kam, dass ausgerechnet die z.T. Wehrdienst-Verweigernden Onkelz im Lied "Deutschland" den Refrain auf "Schwarz-Weiß-Rot" veränderten (und eben genau jene Live-Version sich auf unzähligen Kopien bis heute im Umkreis befindet) wird kenntnisreich eingegangen - ohne zu entschuldigen - aber auch ohne zu verdammen. Diese akkurate Gradwanderung gelingt Hartsch hervorragend, die mehr als nur reichlichen Abbildungen aus den verschiedenen Stationen der Bandgeschichte könnten zudem kaum plastischer dargestellt werden. Der Sprachstil erinnert stark an die Lyrik der Onkelz: Brutales Gossendeutsch - wenngleich facettenreich variiert. Oder um es etwas "blumiger" auszudrücken: Der Autor hat anscheinend seinen "Dr. Thesaurus" in der Disziplin für Wörter wie "Scheiße", "Fresse" usw. gemacht;) Am Anfang wirkt dieser Stil etwas verstörend für ein Sachbuch, mit der Zeit merkt man jedoch, dass genau dieser Stil zur Geschichte der Onkelz am besten passt. Aber wie gesagt, kein Intellektuellendeutsch - wenngleich die unzähligen Onkelz-Hymnen und Klassiker mit ihren vieldeutigen Texten für "mehr" stehen - und in diesem Buch auch reihenweise exemplarisch abgedruckt werden. Dies ist besonders bei den ersten Alben sehr hilfreich, da man die z.T. sehr schnell gesungenen Texte endlich einmal ohne Zuhilfenahmen der Interpretation durch paranoide Medienwächter nachvollziehen kann. Zum Thema Selbstzensur: Einige Textstellen wurden von den Onkelz selbst zensiert - andere von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Was etwas befremdlich wirkt: Eine Band wie die Onkelz, die lt. ihren eigenen Anspruch stets für Nonkonformität, Rebellion und Schnörkellosigkeit steht - und nun werden plötzlich einige Skinhead-Bands die - wenngleich auch nur indirekt - im Kontext zu den Onkelz stehen ausgeklammert und namentlich ausgeblendet? Warum? These 1: Schutz vor einer Indizierung des Werkes. These 2: Sie wollen keine "Werbung" für diesen hinter sich gelassen Abschnitt machen. Wie dem auch sei macht es das Lesen etwas schwerer - und so will ich an dieser Stelle mal nicht so sein: Die nicht genannte Band die in einer Strophe eine "Hasshymne" auf die Onkelz geschrieben hat ist die Berliner Band "Landser" (übrigens die erste Band in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland die es schaffte wegen ihrer Texten als "terroristische" Vereinigung eingestuft zu werden); immer wenn der Name einer "bekannten Düsseldorfer Glatzen-Combo" verheimlicht wird 'ist höchstwahrscheinlich die inzwischen aufgelöste Formation "Störkraft" gemeint. Fairerweise muss man anmerken, dass es über die ehemaligen Szenegenossen auch gemäßigtere Abgesänge auf die Onkelz gab (beispielsweise von "Oithansie") - und man mit Landser hier nun wirklich ein äußerst radikales Beispiel rezitierte. Ja, was soll man sonnst noch über dieses Werk sagen: Es werden (fast) alle Fragen zu Leben, Umfeld / Milieu, Familie, Liebschaften, Verhältnis zu den Medien, Drogen, Gewalt und musikalischer / textlicher Weiterentwicklung geklärt. Die einzige Frage die ich mir stelle und so im Buch auch nicht beantwortet wurde ist, ob sich die Onkelz alte Tätowierungen haben überstechen lassen. Vielleicht eine Anregung für eine evtl. Neuauflage? Auch die Drogenproblematik von Kevin Russell wird intensiv behandelt. Mir war nie bewusst wie tief die Onkelz gesunken waren. Ich musste mir nach dem Lesen dieses Werkes gleich noch mal Lieder wie "Hast Du Sehnsucht nach der Nadel", "Dick und Durstig" oder die verarbeiteten Erlebnisse aus dem Album "Ein böses Märchen...'" anhören. Unglaublich wie autobiographisch dieser Lieder doch tatsächlich gehalten sind! Zum Abschluss möchte ich zum Thema Böhse Onkelz im Kontext zu tatsächlichem und vermeintlichem Rechtsextremismus noch zwei persönliche Konzerterlebnisse anschneiden: Konzert 95 in München (Terminal): Viel Polizei und Krankenwagen, ein kleiner Block mit Glatzen die "Ausländer raus" schrien stand der überwältigen Mehrzahl von "Normalos" mit den Gegenparole "Nazis raus" vor dem Eingang gegenüber, zu Schlägereien kam es nicht oder wenn dann nur in so kleinen Maßen, dass ich es gar nicht mitbekommen habe. Konzert 98 in München (Olympiahalle): Quasi "glatzenfrei", am Eingang wurde etwaige politische Embleme auf den Jacken kontroliert bzw. darauf geachtet ob Springerstiefel, Rangers mit Stahlkappen etc. getragen wurden - es kam sogar vor, dass hier Besucher ihre Schnürsenkel "aus Sicherheitsgründen" abgeben mussten! Einen kleinen Eklat gab es dann noch als die Onkelz das Lied "Ohne mich" anstimmten: Während bei der ersten Strophe noch reichlich gepogt wurde ("ANTIFA, Du kannst mich mal'") konnte bei der zweiten Strophe ("und hier ein paar Worte an die rechte Adresse'") eher das Gegenteil beobachtet werden: Auf einmal kam es auf der "Tanzfläche" fast zum Stillstand und es flogen vereinzelt Plastikbecher. Einer der Onkelz hat daraufhin zum Mirko gegriffen und sinngemäß in bester Onkelz-Tradition bei weiteren Störungen "auf die Fresse" angekündigt. So soll es sein. Ist ja schließlich kein "Toten Hosen" Konzert;) Fazit: Es gibt meiner Meinung nach auf dem deutschen wie internationalen Markt keine besser recherchierte Onkelz-Biographie. Explizit wird erwähnt, dass die im Rahmen der bis dato 24-jährigen Bandgeschichte nur lächerliche drei Jahre der Skinhead-Szene zuzuordnen sind, die Wurzeln der Onkelz im Punk fußten und dies alles einer Zeit entsprungen war, bei der es bei weitem noch nicht die heutige extreme politische Polarisierung gab. Auch die aussagekräftigen Zwiegespräche mit Vertretern der veröffentlichen Meinung zeigen überdeutlich, dass die Onkelz was Parteipolitik und Ideologie betrifft quasi apolitisch waren und sind - wenngleich einige Texte nicht einer sozialkritischen Grundlage entbehren. Das einzige was man dem Autor vorwerfen kann ist, dass ab und an seine eigene politische Haltung zu sehr durchschimmert und nicht wirklich großartig zwischen einem gemäßigten (und für alle anderen Länder außer Deutschland völlig normalen) Patriotismus und chauvinistischem Nationalismus unterschieden wird. Man wirft ja schließlich auch keine Sozialdemokraten gleich mit Bolschewisten in den gleichen Topf. Ansonsten: Uneingeschränkt empfehlenswert. Nachschrift: Da das Werk nur bis in das Jahr 1997 hineinreicht ('"Live in Dortmund"', Studioalbum '"E.I.N.S."') - und die letzten Jahre bis zum letzten Studio-Abschiedsalbum "Adios" fehlen - sollte Martsch unbedingt über eine entsprechend aktualisierte Auflage nachdenken. Ich würde mir dieses Buch dann gleich noch mal kaufen.' Nachschrift 2: Als Soloprojekt von Stephan Weidner leben die Onkelz unter der wahnsinnig aussagekräftigen Bezeichnung "Der W". weiter... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
49 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sehr interessant und aufschlußreich,
Von
Rezension bezieht sich auf: Böhse Onkelz, Danke für nichts (Broschiert)
Dieses Buch kann man getrost als die ultimative Onkelz-Bibel bezeichnen. Es beschreibt nicht nur den Werdegang der Band, nein, auch auf die einzelnen Bandmitglieder und deren Familiengeschichte wird eingegangen, was doch recht detailliert und interessant ist, da hier teilweise doch recht weit zurückgegriffen wird, z.B. über Stefans Vater - damit man auch begreift, aus welchen Verhältnissen und Umständen die Mitglieder kommen.Natürlich wird auch das Zusammenkommen der Band beschrieben, wie die ersten Treffs liefen, und wie sie in die damaligen Jugendbewegungen hineingerieten, die auch ihre Musik prägten. Man erfährt die Entstehungsgeschichten bestimmter Lieder, die teilweise bestimmte Bandkrisen widerspiegelten - jedenfalls kann man bestimmte Songs nach der Lektüre des Buches erst überhaupt richtig nachvollziehen. Dazu gibt es auch zahlreiches Fotomaterial und andere Dokumente aus den Archiven. Insgesamt betrachtet sollte jeder Freund, Feind, Kritiker oder Interessierter dieses Buch gelesen haben, um sich eine Meinung über diese Band zu bilden und mitreden zu können. Trotz allem muß aber auch Kritik am Buch geübt werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Finde die Wahrheit...,
Rezension bezieht sich auf: Böhse Onkelz, Danke für nichts (Broschiert)
Keine andere Veröffentlichung, keine erzählte Geschichte und schon gar kein Zeitungsbericht beschreibt das Leben der wohl ehrlichsten und besten Band Deutschlands besser als dieses Buch. In den Bann gezogen, von der ersten Seite an las ich dieses Buch in jeder freien Minute. Keine Biografie die ich je laß war ehrlicher und unmaskierter als diese. Keine Heucheleien, keine Versuche etwas zu entschuldigen... Alles auf den Punkt gebracht, Bestätigung für die dies wußten und ein Brett vor den Kopf für die dies nicht wahr haben wollten. Diese "Onkelz" braucht das Land. Journalisten und solche die es seien wolln. Kauft euch dieses Buch und lernt aus euren Fehlern. Finde die Wahrheit... Sie steht in diesem Buch.In ewiger Trauer um diese Band... Nichts ist für die Ewigkeit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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