Welche Ansprüche kann man an eine Rowohlt-Monographie stellen? Dass sie Leben, Werk und Wirkungsgeschichte aufgreift.
Und dies geligt Gerhard Wehr, einem ausgezeichneten Böhme-Kenner, vorzüglich.
Man gewinnt Einblick in das aussergewöhnliche Leben des Schusters Jakob Böhme, der zum Theosophen wurde. Die Vision der Präsenz Gottes in der Natur und im Kosmos schreibt Böhme zunächst in einer Art Tagebuch nieder. Daraus wird später das Werk "Aurora". Wehr hinterfragt auch Böhmes Motive. Es ging Böhme darum, den Suchenden, Fragenden, Anklopfenden, vor allem den angefochtenen unter seinen Lesern einen Weg zu zeigen, der zum Ziel der Menschwerdung des Menschen führt.
Im Kapitel "Nachwirkungen" werden u.a. Newton, Schlegel, Novalis, Schelling und Hegel erwähnt. Dies illstriert, wie sehr Böhme unsere Kultur beeinflußt hat. Ein hinreichender Grund, sich der Böhme-Lektüre zu widmen!