"Der ferne braune Wald hat seit wenigen Tagen einen heiteren Schimmer von jungem Grün; am Lettensteg fand ich heute die erste halberschlossene Primelblüte; am feuchten klaren Himmel träumen die sanften Aprilwolken, und die weiten, kaum gepfügten Äcker sind so glänzend braun und breiten sich der lauen Lust so verlangend entgegen, als hätten sie Sehnsucht, zu empfangen und zu treiben und ihre stummen Kräfte in tausend grünen Keimen und aufstrebenden Halmen zu erproben, zu fühlen und wegzuschenken."
-Auszug aus: H. Hesse, Bäume
Fühlen zu lassen, sehen zu lassen, hören und riechen zu lassen, mit allen Sinnen das festhalten zu lassen, was in der Schrift zum Ausdruck kommt. Diese Gabe, diese Kunst beherrschen nur wenige Autoren. Erhoben und meisterlich ist eben jener Stil des Schreibens bei einem Autor: Hermann Hesse.
Seine Art wundervolle Art zu schreiben, alles in der Weise darzustellen, dass es sich vor dem inneren Auge des Betrachters förmlich aufbaut, der Betrachter in die Traumwelt Hesses entführt wird, ist einzigartig.
Dem Leser dieses Bandes bleibt es nicht verwehrt, auch hier in die Gedankenwelt eben jenes Meisterautors zu tauchen, wie er es auch in anderen von Hesses Romanen, Gedichten und Erzählungen tut.
Jedes einzelne Gedicht, jede Erzählung, jeder Satz ist ein Genuss in diesem Buch, öffnet dem Leser neue Horizonte und zeigt ihm auf, dass man die Natur und die Welt auch von anderen Seiten betrachten kann.
"Bäume: Betrachtungen und Gedichte" ist ein sehr empfehlenswertes Buch. Seine Magie entfaltet dieses Band hervorragend beim Lesen in weiter Natur, zwischen Wiesen, Feldern...und Bäumen.