Jörg Schauenberg hat gemeinsam mit der Fotografin Francisca Endress dieses kleine, hochinformative Büchlein über " Bärlauch " verfasst.
"Bärlauch" (Allium Ursinum) findet man ab März an den Rändern lichter Buchenwälder. Er duftet nach Knoblauch und schmeckt auch so. Auch seine Heilwirkung ist ganz ähnlich.
Man pflückt vor der Blüte die jungen Blätter und verwendet sie zu unterschiedlichen Speisen.
Schauenberg mahnt bei der Ernte genau hinzusehen, denn Bärlauch sieht den Maiglöckchenblättern zum verwechseln ähnlich, letztere sind aber sehr giftig.
Die Wirkung des Bärlauchs gegen Arteriosklerose und hohen Blutdruck ist verbürgt. In der Volksmedizin gilt er als Blutreiniger und wird empfohlen gegen chronische Hautausschläge.
Der Autor warnt vor der Gefahr des Fuchsbandwurms und empfiehlt die Blätter stets gründlich zu waschen. Wie man Bärlauch aufbewahrt und perfekt zubereitet wird ausgiebig erklärt. Übrigens wirkt Bärlauch, was die Körperausdünstung anbelangt, im Gegensatz zu Knoblauch nicht nach.
Der Autor stellt eine Fülle delikater Rezepte vor. Diese unterteilt er in: Suppen, Salate und Vorspeisen, Saucen und Dips, kleine Gerichte, Hauptgerichte, Gerichte aus dem Ofen und Beilagen.
Die Rezeptbeschreibungen sind gut strukturiert und einfach nachkochbar.
Besonders gefällt mir der "Elsässer Wurstsalat mit Bärlauch", das "Bärlauchpesto", die "Bärlauchvinaigrette", die "Pasta mit Bärlauch und Thunfisch", auch die "Bärlauchfrikadellen", weil hier die Aromen vorzüglich harmonieren.
Die Spargelgerichte machen mich neugierig. Ich versuche mir die Geschmacksvermählung in diesen Speisen vorzustellen und bin mir nicht ganz sicher, ob der Bärlauch den Geschmack des Spargels relativieren könnte. Das werde ich leider erst im Mai zu Spargelzeit in Erfahrung bringen können. Deshalb klammere ich die Spargerlrezepte bei meiner Beurteilung vorerst aus.
Ausprobiert habe ich "Lachsfilet auf Bärlauch und Spinat" und "Zander an Bärlauchsauce" . Die Rezepte sind gelungen. Bravo!
Die "Hackfleisch-Bärlauch-Torte" und die "Bärlauchtorte" mit Schinken sind ideale Begleiter zum Wein.
Ein Gaumenkitzler ist das "Bärlauch-Kartoffelpüree". Hier kommen Kartoffeln, Bärlauch, Milch, Sahne, Pfeffer, Salz und Muskat in einem interessanten Mischungsverhältnis zum tragen.
Das Buch ist empfehlenswert, weil es sowohl lukullisch als auch gesundheitlich etwas zu bieten hat.