Kirsten Boie veranschaulicht in diesem Buch sehr deutlich, wie Kinder die erste Auseinandersetzung mit der für sie fremden Umwelt erleben. Nach den ersten Jahren unter der liebevollen Obhut der Mutter, für die das eigene Kind das Schönste und Beste ist, muss sich das Kind bei den ersten sozialen Kontakten mit der Realität auseinandersetzen. Es erkennt, dass auch andere Anerkennung finden und dass man dafür etwas tun muss. Die „message" dieses Buches ist nicht, dass man ein guter Mensch/Bär sein muss, damit man geliebt wird, sondern viel mehr, dass man die eigenen Fähigkeiten erkennt und lernt, sie zu nutzen und darauf zu vertrauen. Natürlich soll das offene Ende des Buches erstens die Kinder zum Nachdenken anregen und zweitens eine Kommunikation zwischen Eltern und Kind zur Folge haben - aber das sollte eigentlich jedes Buch, das man zusammen mit Kindern liest! Die Altersempfehlung ( 4 J. ) halte ich für keinesfalls zu früh, allerdings sollte die Bücherauswahl der Eltern immer dem Entwicklungsstand des Kindes angemessen sein.