Ayurveda wird als Mutter aller Heilkünste" und als Wurzel der gesamten Naturheilkunde angesehen. Ayurveda betrachtet den Menschen in seiner Entwicklung und deren Störungen auf sehr differenzierte Weise. Dabei hängt die Gesundheit des Einzelnen stark von seinen Lebensgewohnheiten, der Art sich zu ernähren und der Erfüllung körperlicher und emotionaler Bedürfnisse ab. Diese ayurvedischen Grundzüge prägen auch die Kinderheilkunde, in der jedes Kind entsprechend seiner Konstitution, seiner familiären und umweltbedingten Prägung sowie seiner Lebens- und Ernährungsweise als einzigartiges Individuum betrachtet und behandelt wird. Die auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmten Lebens- und Therapiekonzepte erheben keinen dogmatischen Anspruch auf eine strikte Einhaltung von Regeln und Traditionen, sondern suchen die ganzheitliche Integration und Umsetzungsweise im Alltag und können auch mit schulmedizinischen Behandlungsmethoden kombiniert werden.
Wie genau dies möglich ist, zeigen Kerstin Rosenberg und Kalpana Bandecar auf. Das 112-seitige im Großformat angelegte und bebilderte Buch richtet sich besonders an jene Eltern, die ihre Kinder nach ayurvdischen Richtlinien versorgen möchten. Dabei versuchen die Autorinnen die jahrtausendalte Weisheit vom Leben auf unsere westlichen Lebensumstände zu adaptieren, was ihnen gelingt und wieder einmal verdeutlicht, wie sehr sie selbst das Wissen durchdrungen haben. Die beiden zeigen zahlreichen sinnvolle Vorsorgemöglichkeiten, Verhaltensweisen und Ernährungsanleitungen auf, die sinnvoll angewandt Krankheiten und Probleme bereits im Vorfeld entgegenwirken können. Besonders gut dargestellt wird die Einzigartigkeit eines jeden Kindes, was mit sich bringt, dass differenzierte Ansätze bei der Lösung ihrer Probleme von Nöten ist. Ayurveda für Kinder ist ein gutes, klar und differenziert geschriebenen Buch, dass dem Leser den Blick auf die Kinderseele öffnet und darin unterstütz, das ein oder andere Problem zu vermeiden. Ein empfehlenswerter Ratgeber, der allerdings erfordert, dass man sich etwas Zeit nimmt, den hier vorgeschlagenen Ansatz zu verfolgen. Aber: soviel Zeit sollte einem das eigene Kind schon wert sein, oder nicht?