Die amerikanische christlich geprägte Zivilisation beginnt sich mit den Riten der amazonischen Ureinwohner zu beschäftigen und ihre Praktiken wissenschaftlich zu ergründen. Jonathan Ott kann bei dieser menschenfreundlichen Aufarbeitung und Aufklärung als ein Pionier verstanden werden. Was die chemischen Wirkstoffe betrifft und ihre Dosierung, hat er in vielen Selbstversuchen absolute Basisarbeit geleistet. Und was das Verständnis der psychoaktiven Wirkungen anbelangt, erweist sich Ott als Genie, indem er eine ganze Reihe neuer Wörter und Bezeichnungen einführt und damit den diesbezüglich vorherrschenden pathologisierenden Tenor in der Fachwelt geschickt umschifft. Ott beweist sich hier in vielerlei Hinsicht als der überlegene Denker und als Wissenschaftler, der sich zum Schutze indigener Kulturen frei macht von den üblichen Vorurteilen und verschiedene Riten selbst mitmacht.
Aus der weiteren Entwicklung dieser Thematik (Christian Rätsch, Rick Strassman) wird deutlich, dass uns mit kontrolliert durchgeführten DMT - Versuchen der Königsweg zur wissenschaftlichen Erforschung von Nahtoderlebnissen offensteht. Ein durchaus sensibles Thema, das an den Kern der menschlichen Existenz geht.
Denn zum Thema Tod und Leben nach dem Tod haben die verschiedenen Kulturen und Religionen ganz verschiedene Vorstellungen entwickelt und geprägt - welche ist nun die wahre? Mit dem DMT - Molekül, dem Wirkstoff im Ayahuasca, besteht die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Erforschung, die dann auf echten Erfahrungen gründet, nicht nur auf frommen Anahmen.
Was hier durchscheint ist, dass wir von den amerikanischen Ureinwohnern etwas sehr Wesentliches über uns, das Leben und den Tod lernen können. Und dabei spielt Jonathan Ott eine wichtige Vorreiterrolle.
In Dankbarkeit und uneingeschränktem Respekt,
Norbert Böhm