"Nur Fliegen ist schöner; oder vielleicht nicht einmal das?" - Diese Frage müßte sich jeder Hendrix-Interessierte stellen, der dieses Album zum ersten Mal hört. Die zweite Scheibe der Jimi Hendrix Experience beginnt in dieser Hinsicht schon symbolisch. Fliegen am Anfang der CD zunächst in dem Hörer Ufos um die Ohren (übrigens ausschließlich durch Gitarrenrückkopplungen erzeugt!), so zeigt "Up from the Skies" sofort danach, wohin die Reise weitergeht. Und diese Science-Fiction-Szenarien werden von Jimi mit einem bis dato weniger bekannten Jazz- und Funk-geprägten Stil vorgetragen. Nach einer schönen, souligen Einlage ("Wait until tomorrow") und dem ähnlich "erdigen", eher funkigen Stück "Aint no Telling" wird schließlich wieder geflogen. "Little Wing" vermittelt mit seiner bisher unerreichten und unnachahmbaren Gitarrenbegleitung eine Leichtigkeit und Sensitivität, die eine klare Sprache spricht und nur eines beweist: ER war einer der Besten, vielleicht der Größte an der Gitarre und daneben auch noch ein begabter Songschreiber! In "If 6 was 9" beweist uns Jimi schließlich seine eher psychedelische, experimentelle Seite und ist vor allem durch das am Ende des Stücks wieder nur mit Hilfe von Rückkopplungen erzeugte Gezwitscher mehr als nur bemerkenswert. Auch der Rest der CD ist abwechselnd funky, bluesig und gipfelt schließlich in der Ballade "Bold as Love" mit dem fulminanten Gitarrensolo am Ende. Nicht ganz zu Unrecht konstatierten die Kritiker, dieses sei das beste Album von Jimi, aber eben nur nicht ganz: Es wäre das beste, hätten Jimi, Mitch und Noel nicht im Folgejahr das Superalbum "Electric Ladyland" herausgebracht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)