München, 1991: Das Fundament für eine der ungewöhnlichsten Formationen, welche die Musikwelt je gesehen hat, wird geschaffen. Anfangs als vierköpfige Death Metal Band mit melodischen Einflüssen von Asis Nasseri und Luz Marsen gegründet, werden immer mehr klassische Instrumente in den besonderen Songstrukturen eingebaut und schließlich entpuppt sie sich im Laufe der Zeit zu einem 16 - köpfigem Orchester, bestehend aus vielen fantastischen Komponisten sowie Musikern und kompletter Stimmbesetzung. In der Praxis bedeutet dies, daß ihr aktuelles Album "Awaking The Centuries" als eine unglaublich beeindruckende Bereicherung frei von sämtlichen
Vergleichen zu sehen ist. Es ist in fünf Kapitel unterteilt, in denen ganz unterschiedliche Dinge passieren. Von gesprochenen Passagen aus bekannten historischen Ereignissen ("Pestilencia", "Statement zur Lage der Musica"), über Neuinterpretationen bekannter Kirchenlieder ("Rachmaninou") und Instrumentalstücken ("Menuett", "Courante", "Saltorella La Manuelina") bis hin zu absoluten Highlights ("Awaking The Centuries", "Heavenly Damnation", "The Final Victory") ist alles vertreten, wobei letzteres ganz extrem orginell und einzigartig ist. Klassische Hochgenüsse werden teils unverändert und teils mit wuchtigen Gitarren nachgespielt, welche durch das Schlagzeug noch unterstrichen werden. Neben einem sehr begabten Chor sorgt der männliche Gesang, einmal eine klare deutliche Stimme und ein anderes Mal dunkle kraftvolle Vocals, für viel Handlung, wobei der wunderschöne Sopran besonders hervorsticht. Dieses Werk entführt auf eine wunderbare Reise durch die Jahrhunderte. Gekonnt verbinden Haggard den Charme vergangener Epochen mit den technischen Möglichkeiten von heute. Das muß man/frau einfach gehört haben...