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Awakenings - Zeit des Erwachens: Das Buch zum Film
 
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Awakenings - Zeit des Erwachens: Das Buch zum Film [Taschenbuch]

Oliver Sacks , Alexandre Métraux , Regine Schmidt , W. Gutjahn , U. Hausmann , Klaus Henning , M. Lehmann , K.-H. Plottek , N. Rose , St. Schappo , Martina Tichy
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Dies ist Literatur, wie sie nur wenige, Freud vielleicht und C.G. Jung, schreiben konnten, und ist zugleich sachliche Information. (Gero von Randow )

Kurzbeschreibung

Zwischen 1916 und 1927 grassierte weltweit eine Epidemie der sogenannten Europäischen Schlafkrankheit, eine Gehirnkrankheit, die neben fast fünf Millionen Toten unzählige schwergeschädigte Menschen hinterließ. Der Neuropsychologe Oliver Sacks stieß Ender der sechziger Jahre in einem Krankenhaus bei New York auf Überlebende dieser Epidemie, und er begann, sie mit einem neu entdeckten Medikament, L-Dopa, zu behandeln. Die Wirkung des Medikaments war überwältigend - jahrzehntelang "erstarrte" Menschen erwachten plötzlich wieder zum Leben. Oliver Sacks beschreibt in seinem Buch die Geschichte dieser Menschen und die schier unfassbaren Folgen der Dopamin-Behandlung.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
58 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Neuropsychologe Oliver Sacks stieß Ende der sechziger Jahre in einem Krankenhaus bei New York auf die letzten, fast vergessenen Überlebenden einer Epidemie (die sogenannte Europäische Schlafkrankheit encephalitis lethargica) die zwischen 1916 und 1927 weltweit grassierte und fast fünf Millionen Tote und unzählige schwergeschädigte Menschen hinterließ. Sacks findet seine „schlafenden" Patienten überwiegend völlig apathisch, in einer mysteriöser Starre gefangen, vor sich hin vegetierend vor; bis die Behandlung mit einem zunächst wenig vielversprechenden Medikament, dem Neurotransmitter L-Dopa, eine kurze aber intensive „Zeit des Erwachens" einleitet.

Die Wirkung des Medikaments ist ebenso überwältigend wie unberechenbar- jahrzehntelang in ihrem regungslosen Körper gefangene Menschen erwachen plötzlich wieder zum Leben und können schließlich von ihren Erfahrungen und ihrem Sein berichten; doch bald müssen alle Beteiligten erkennen, dass L-Dopa nicht das perfekte Wunder- und Heilmittel ist und sie müssen sich verabschieden von der Illusion einer uneingeschränkten Heilung dieser Krankheit. Der Autor beschreibt in den Fallgeschichten seines Buches die ganz persönliche Geschichte seiner Patienten und die unglaublichen Folgen der Dopaminbehandlung.

Man kann sagen, dass dieses Buch biografische, erzählende ja fast literarische Elemente besitzt, die mit detailreichem Fachwissen verquickt sind. Selbst schwierigste Fachbegriffe werden (spätestens im Anhang) erklärt und werden mit der Zeit geläufig. Es handelt sich also nicht um eine bloße Aufzählung und Beschreibung von Symptomen, sondern viel mehr um die Geschichte der einzelnen Personen und ihre Beziehung zu sich selbst und ihrer Umwelt.

Das Buch beginnt im Einleitungsteil mit der Beschreibung des Parkinsonismus, einer der Schlafkrankheit sehr ähnlichen Krankheit und beleuchtet im Wesentlichen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Krankheiten, die Funktionsweise von L-Dopa und gibt auch Einblicke in das Treiben auf seiner Krankenstation. Oliver Sacks veröffentlicht im Anschluss daran seine Umfangreichen Fallstudien. Insgesamt stellt er uns 20 beeindruckende Fälle vor, von denen er glaubt, dass sie dem Leser einen breitgefächerten Eindruck vermitteln.

Beim Lesen dieser Geschichten sieht man sich mit unglaublichem Leiden und eingeschränktem Leben konfrontiert und zugleich spürt man einen schier unbeugsamen Überlebenswillen. Immer wieder muss man verwundert den Kopf schütteln und erlebt eine Faszination für menschlich Mögliches und Tragik, Dramatik und Komik liegen sehr nahe beieinander.

Oliver Sacks entführt uns in eine Welt von Menschen, die mit fast sechzig noch aussehen wie fünfundzwanzig, deren Bewegungen oft zu schnell für das menschliche Auge sind, deren Gehirne manchmal Bilder so schnell verarbeiten, dass sie praktisch in die Zukunft sehen. Menschen, die kompliziertesten Zwängen ausgeliefert sind, wie „ Häufigkeit des „e" in Klappentexten zählen" und „ganze Sätze rückwärts sprechen" , Menschen, die ein einzelnes Staubkorn auf einer Fläche manchmal so groß wahrnehmen, dass ihr Gesichtsfeld ausgefüllt ist; Menschen, die sechs Stunden benötigen, um ihre Nase zu putzen und behaupten nur wenige Sekunden beschäftigt gewesen zu sein; die 600 mal in der Minute zuerst an ihre Nase, ihr Ohr und dann an ihre Brille tippen und zum Schlafen, auf dem Stuhl neben dem Bett sitzend, dieses letztlich nur erreichen, indem sie komplizierte Bahnberechnungen aufstellen, „Jetzt" rufen und losrennen, durch offene Türen, an Wänden entlang und um Sessel herum rennen, um schließlich in ihr Bett zu fallen.

Die Beweggründe Sacks` für die Veröffentlichung dieses Buches sind einfach: „Bei der Erstveröffentlichung der „Stories" unserer Patienten und ihres Lebens habe ich stark gezögert. Doch sie haben mich selbst dazu ermutigt und mir von Anfang an gesagt <<Erzählen sie unsere Geschichte- sonst wird sie nie bekannt>>...Sie waren nicht nur Patienten, sondern Lehrer und Freunde, und die Jahre, die ich mit ihnen verbracht habe, waren die bedeutsamsten meines Lebens. Ich möchte etwas von ihrem Leben und ihrer Gegenwärtigkeit für andere lebendig erhalten; als Beispiel für menschliches Elend und Überleben. Dies ist das einzige Zeugnis eines einzigartigen Ereignisses..."

Besonders interessant sind außerdem Sacks Überlegungen zur Definition Gesundheit/ Krankheit in der heutigen Zeit und zu den derzeit durchgeführten Therapien bzw. die Gedankenanstöße zu einem grundlegend neuem Verständnis von Krankheit und Heilung .
Auch zu erwähnen sind die vielen Fußnoten (manchmal besteht eine Seite aus 2/3 Fußnote*?*), doch es lohnt sich wirklich, diese ebenfalls aufmerksam zu lesen, da sie mit sehr interessanten Zusatzinformationen und anschaulichen Beispielen gespickt sind.
Außerdem erfahren wir von den Dreharbeiten zum gleichnamigen Film, wobei der Autor dem Leser ganz nebenbei noch einen kleinen Einblick in die Genialität der beiden Hauptdarsteller Robert De Niro und Robin Williams (spielt Oliver Sacks) ermöglicht.

Alles in allem ein Buch, das man gelesen haben sollte wegen der zum Ausdruck kommenden Menschlichkeit, dem aufkommenden Gefühl des Staunens und wegen dem starken Bewusstwerden der eigenen, viel zu selbstverständlich hingenommenen Gesundheit....

Sehr zu empfehlen ist auch der Film zu diesem Buch!!!

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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sacks' bestes Buch 21. April 2006
In "Awakenings" beschreibt Sacks über Jahrzehnte hinweg das Schicksal von Patienten, die an Enzephalitis Lethargica (Schlafkrankheit) erkrankt sind. Dabei konzentriert sich das Buch auf eine Sammlung von 20 Fallgeschichten, aber es gibt auch eine Vielzahl von Kapiteln, die sich um diese Krankheit, die Patienten und die Rezeption des Buchs selbst entwickelt haben.

Die im Zentrum des Buchs stehenden Fallstudien sind ergreifend und dramatisch; Sacks ist ein Meister dieses Genres und knüpft literarisch an die großartigen Fallstudien von Sigmund Freud an. "Awakenings" wird jedoch noch interessanter und vielschichtiger, wenn man sich die Rolle des Autors selbst in diesem Buch und seinen darin geschriebenen Geschichten kritisch vergegenwärtigt.

In den 60ern übernimmt Sacks eine Gruppe von Patienten, die an einer ungewöhnlichen Form der Schlafkrankheit leiden. In der Aufbruchstimmung der End-60er mit ihrem Glauben an pharmazeutische Beherrschbarkeit von mentalen Erkrankungen setzt der junge Arzt L-Dopa ein, um seine Patienten aus ihrem Dämmerzustand zu erwecken. Erst gelingt dies auf spektakuläre Weise. Doch nach einiger Zeit ist die Wirkung der Droge nicht mehr kontrollierbar, und die Patienten überreagieren z.T. dramatisch. Doch selbst nach Absetzen der Droge finden die Patienten nicht mehr zu ihrem früheren, quasi katatonischen Zustand zurück. Die meisten der Patienten geraten in eine Jahre währende, nach unten gerichtete Spirale, die nur durch ihren Tod beendet wird. Sacks selbst wird von seinen Patienten erst als erlösende Heilsgestalt gesehen, doch als die Therapie mit L-Dopa unkontrollierbar wird und ins Negative umschlägt, gerät Sacks in die Rolle des Zauberlehrlings, der nicht mehr Herr der Lage ist.

Sacks' Kontrollverlust während der Therapie ist das heimlich pochende Herz dieser Fallstudiensammlung. Aus seinem Scheitern und seinen Schuldgefühlen heraus schreibt er über Jahre immer wieder an seinen Fällen weiter, um zumindest in der Autorschaft dieser Textsammlung die Kontrolle über seine Patienten zu erhalten - fiktionale Kontrolle ersetzt die real medizinische. Erst als sich Sacks in den 90er Jahren mit Chaosforschung und nicht-linearen, chaotisch-dynamischen Systemen beschäftigt, kann er die unkontrollierbaren Verhaltensweisen seiner Patienten erklären, die diese seit L-Dopa gezeigt haben. Der Arzt kann sich von den tragischen Konsequenzen seines einst naiv-linearen pharmazeutisch-medizinischen Denkens exkulpieren. Seine Arbeit zu Chaosforschung stellt einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dar - doch dieser Erkenntnisgewinn wurde mit dem Schicksal und dem Tod von Patienten bezahlt.

5 Sterne für ein Buch, das vielleicht vielschichtiger ist, als sein Autor es beabsichtigte.

PS: Wer sich für eine gute Interpretation von "Awakenings" interessiert, dem sei "Science, Gender, Text" von Steffi Habermeier empfohlen.
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30 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Das ist ein Buch für Menschen, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben, dass auch das Unmögliche manchmal wahr wird im Leben, wenn auch nur für kurze Zeit! Mir gefiel der manchmal humorvolle, meist sehr warme Ton des Autors, der mich wieder daran erinnerte, was das Leben so lebenswert macht : die Teilnahme am Schicksal unserer Mitmenschen...und der (fast) aussichtslose Kampf gegen verbohrte Menschen, die sich und andere schon aufgegeben haben ! Unbedingt lesen...und den Film dazu sehen !!!!!!!!! (Reihenfolge egal !)
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