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Der Klassiker "Fata Morgana" und der fulminante Rausschmeißer "Exodus" ragen ein wenig heraus, doch der Rest des Materials ist bei genauerer Betrachtung keinen Deut schwächer. Ohne schwülstigen Keyboard-Bombast und selbstverliebtes Gefrickel konzentrieren sich Fates Warning ganz auf stimmige Arrangements und Widerhaken-Melodien, ohne dabei jedoch ihren enorm hohen technischen Anspruch auch nur einen Millimeter herunterzuschrauben. Wer auf nachvollziehbare Metal-Achterbahnfahrten mit Tiefenwirkung steht, liegt hier goldrichtig und sollte sich auch gleich noch The Spectre Within und No Exit zulegen.--Michael Rensen
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Auf CD 1 findet man das gute Stück. Hat sich die Überarbeitung gelohnt? Auf jeden Fall - auch, wenn man keine Wunder erwarten sollte. Das Aufnahme-Budget war damals im Jahre 1986 nicht sehr groß und der Mix war etwas matschig. Diese grundlegenden Probleme kann der Remaster nicht aus der Welt schaffen, doch Brad Vance hat sich alle Mühe gegeben, das Beste aus der Scheibe rauszuholen. John Archs Vocals sind glasklar und die Gitarren etwas druckvoller, doch die größte Verbesserung ist beim Drum-Sound zu verzeichnen. Zwar ist die Snare noch immer nicht das Gelbe vom Ei, dafür haben aber die Toms und die Bass-Drum deutlich mehr Wums, während manche Becken- und Hihat-Schläge, die man 20 Jahre lang nicht wahrnehmen konnte, plötzlich an der Oberfläche auftauchen. Alle Akustik-Gitarren-Parts klingen außerdem so differenziert, als wären sie vor einer Woche aufgenommen worden, und der Gesamt-Sound ist transparenter und räumlicher und hat mehr Fleisch. Wie gesagt: Wunder sollte man nicht erwarten. Für eine dreiviertelstündige Gänsehaut hat es bei mir aber gereicht. Ganz klar: Dies ist die definitive Version dieses unsterblichen Klassikers.
CD 2 bietet drei Demo-Versionen und sechs Live-Tracks. Die Demos klingen naturgemäß etwas rumpelig, sind aber interessant, da Archs Phrasierungen und Texte hier stellenweise von den endgültigen Versionen abweichen. Die Live Tracks haben dann leider nur Bootleg-Qualität, aber auch hier sticht Arch hervor. Seine Power ist unglaublich. Aggressiver und schwitzender :-) als im Studio, aber technisch wie gewohnt auf höchstem Niveau kaut sich der Mann durch die Songs, als wollte er den Metal vorm Aussterben retten.
CD 3 ist in Wirklichkeit eine DVD und enthält einen Mitschnitt eines Konzerts in Long Island aus dem Jahre 1986. Bild und Ton kommen leider über Bootleg-Qualität nicht hinaus. Da es sich aber um die einzigen Video-Aufnahmen der Arch-Ära zu handeln scheint, läßt sich prima darüber hinwegsehen. Es ist ein historisches Dokument für alle, die die frühen Fates Warning und das Powerpaket John Arch noch nie in Aktion erlebt haben.
Alles in allem ein (auch farblich) prächtig aufgemachtes Paket, das der Prog-Metal-Fan einfach haben muß, wenn er sich für die Ursprünge seiner Musik interessiert. Wie schreibt Mike Portnoy (Dream Theater) in den beigefügten Linernotes so schön? "Awaken the Guardian" gehört in eine Reihe mit "Master of Puppets", "Operation: Mindcrime" und "Reign in Blood". Recht hat er. Zeit zum Niederknien, denn sowas kommt nicht wieder!
Anspieltips: The Sorceress, Guardian, Prelude to Ruin
Um es kurz zu machen: Ich habe Bands gehört die härter waren, ich habe Bands gehört die technischer waren, ich habe Bands gehört die aggressiver waren, ich habe Bands gehört die primitiver waren, aber ich HABE NIE WIEDER AUCH NUR EINE BAND GEHÖRT, DIE AN FATES WARNING IN DEN SPÄTEN 80IGERN HERANGEKOMMEN WÄRE. Die Jungens waren ihrer Zeit damals um Jahre voraus und haben die Grenzen des Rock ausgelotet und neu definiert. Der Grund dafür ist einfach und heisst "Emotion" gekoppelt mit "Individualismus". Bei Fates hatte und habe ich stets dass Gefühl, dass diese Musik ein Teil von mir selber ist, welcher verborgen in mir durch das geniale Duo Arch/Matheos nach aussen transportiert wird. Man kann diese Schaffensphase der Band wirklich nur 2-fach bewerten: Entweder man liebt sie, oder sie stösst bei einem auf Befremden und Unverständnis.
Zurück zur DVD: der Konzertmitschnitt wirkt technisch wie eine Aufzeichnung von einer Schülerband, der Sound macht die Songs fast unidentifizierbar und das Bild hat z.T. Aussetzer. Trotzdem ist es für alle FATES/ARCH-Jünger ein wichtiges historisches Dokument, das in keiner Sammlung fehlen sollte.
Schön auch, dass sich Mike Portnoy in den Liner-Notes als großer FATES-Fan outet (er ist übrigends auf dem Livevideo unter den Zuschauern zu sehen) und treffend bemerkt: "Very often Fans and Critics credit Dream Theater for creating a whole new genre of Progressive Metal music in the late 80's/early 90's.....but the thruth is Fates Warning were doing it Years before us."
Das Pack ist liebevoll aufgemacht und daher zum fast 20-jährigem Jubiläum von "Awaken" für alle FATES-Fans ein Pflichtkauf.
All jenen, die diesen Meilenstein des US (Prog) Metal noch nicht besitzen, oder die wie ich „nur" die Vinyl Edition im Hause haben, sei nun allerdings schleunigst geraten in den nächsten Laden zu stürmen um das Heiligtum zu verhaften oder sich dieses fette Teil postwendend zu ordern. Verpackt wurde dieses Kleinod aus dem Jahre 1986 in ein superfettes, optisch herrliches Dreifach Digibook, in remastertem Sound, inkl. einer Bonus CD mit Demos und live Versionen, sowie der DVD eines legendären Gigs in Long Island, NY am 28.12.1986 (natürlich mit John Arch am Mikro...lechz!). Obergeil, auch wenn die live Fraktion klang- und bildtechnisch natürlich nicht heutigen Standards entspricht und in keinster Weise über Bootleg Qualität hinauskommt: Dieses Teil ist unwiderstehlich!!!!
Verfeinert wird der oberüppig geile Dreierpack übrigens durch ehrlich verneigende Worte von Mike Portnoy und so bleibt mir nur zu sagen:
!!! BUY OR DIE !!!
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