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HEAVY Ausgabe Mai 09
Leute, wer´s beim auch schon überragenden Debüt ‘Satellite Bay’ nicht erkannt hat, welch geniale Band da aus eigenen Landen emporstieg wie eins der junge Phoenix, der sollte spätestens nun, beim zweiten Langwerk ’Avoid The Light’ die Erleuchtung erlangen. Die Münsteraner Instrumental-Post-Rocker LONG DISTANCE CALLING sind so was von wunderbar, daß man sich eigentlich fast schon zurückhalten muß mit aller Lobhudelei...nicht daß es den Burschen zu Kopf steigt! Rock-Fans muß eigentlich kaum erklärt werden, wie toll auch die neue Scheibe der zwischen MONO, MOGWAI, NEUROSIS und einigen weiteren Größen des vertonten Schöngeist-Hyponose-Rocks angesiedelten Jungs ausgefallen ist. Gut, der Grundsound ist vielleicht etwas klarer und aufgeräumter, weniger noisig. Dafür ist die Dynamik zwischen fragil zerbrechlichen, recht indie-rockenden Momenten auf der einen, und deutlich härteren, fast schon metallischen Szenen deutlicher herausgearbeitet. Speziell beim überragenden Opener ’Apparitions’ offenbart man in Form des fast schon ausbrechenden Melodic-Death/Black-Lead-Riffings gegen Ende eine erstaunlich intensive Gänsehaut-Affinität. Herausragend. Dagegen scheinen die ein oder anderen Momente in den restlichen Songs fast schon zu verblassen...fast. Dies ist aber auch der einzige kleinere Makel. Tja, und dann wäre da eben auch noch das völlig überraschende, die instrumentale Klangwelt plötzlich erschütternde Überstück ’The Nearing Grave’, bei dem KATATONIAs Ausnahmesänger Jonas Renske plötzlich die Stimme erhebt und so den besten KATATONIA-Song entstehen läßt, der nicht aus der Feder der Schweden stammt. Der Song ist der helle Wahnsinn, mit seinem Tiefgang, dem Feeling und der speziellen Aura...’The Nearing Grave’ läßt nicht nur zwei scheinbar eigentlich völlig verschiedene Bands verschmelzen, sondern weckt auch Begehrlichkeiten beim Hörer, die unweigerlich nach einer Fortsetzung dieser Zusammenarbeit verlangen. Mal abwarten, was da noch kommen mag... --Jagger / Heavy Mag
Und irgendwie gibt es bei Long Distance Calling noch so unendlich viel mehr zu entdecken: Mit Avoid The Light öffnet sich ein riesiges Tor, nach dessen Eintritt man eine Welt unterschiedlicher Stimmungen und Atmosphären vorfindet. Die Grundlagen bestehen aus einem instrumentalen Gitarrenrock mit Ambient-Charakter, einer Oszillation aus Psychedelic und Progressive Rock. Avoid The Light ist zudem ein Album, das kaum Worte braucht, um dennoch unglaublich viel mitzuteilen. Soll man es Post-Rock nennen? Oder eher New Art Rock? Der Oberbegriff ist egal, was zählt sind die Inhalte.
Die Kritikerkaste zeigte sich bereits vom Debüt Satellite Bay (2007) begeistert: "Abseits der zerstrampelten Pfade, abseits des von wichtigtuerischen Musikpostillen aufgeblähten Hypes, abseits von modischen Strömungen und gefaseltem Zeitgeist, ohne 3-Minuten-Korsett, sondern mit langem Atem", urteilte der Rezensent in "Schallgrenzen", und es scheint, als ob damit unbewusst die Eckdaten von Avoid The Light gleich mit artikuliert wurden. Gleichzeitig dokumentieren die fünf Bandmitglieder David Jordan (Gitarre), Janosch Rathmer (Drums), Florian Füntmann (Gitarre), Jan Hoffmann (Bass) und Reimut van Bonn (Ambience) auf Avoid The Light eine stilistisch noch offenere und fortschrittlichere Herangehensweise. Die sechs neuen Stücke präsentieren nach Aussagen der beteiligten Musiker "ein im Vergleich zur Debütscheibe größeres stilistisches Spektrum und sind - als direkte Folge unserer zahlreichen Konzerte in 2008, unter anderem mit Dredg, bei Rock am Ring und beim Roadburn Festival - schneller, eingängiger und dynamischer. Insgesamt sind wir durch die durchweg positiven Resonanzen auf unser Erstwerk spürbar experimentierfreudiger geworden." Fortgesetzt wird außerdem das bereits vom Debüt bewährte Konzept, neben den instrumentalen Stücken auch wieder eine Nummer mit einem namhaften Gastsänger zu realisieren. War es auf Satellite Bay Peter Dolving von The Haunted, lautet auf Avoid The Light die Vokalnummer "The Nearing Grave" und wurde von Jonas Renkse (Katatonia) eingesungen. "Alle in der Band sind riesige Fans von Katatonia, insofern lag es quasi auf der Hand, Jonas zu bitten."
Produziert wurde Avoid The Light von Kurt Ebelhäuser (u.a. Blackmail, Donots), einem wahren Meister seines Fachs. "Die Zusammenarbeit mit ihm hat sich vor allem auf unseren Sound ausgesprochen positiv ausgewirkt", erklären die Bandmitglieder und können sich sicher sein, dass die transparente Produktion den faszinierenden kompositorischen Vorgaben jederzeit gerecht wird. Was für eine Band, welch ein Album.
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