Aviv Geffen ist in Israel ein von der Bevölkerung gefeierter Popstar und dort bekannt wie ein bunter Hund, der sich auch von Morddrohungen(!) nicht einschüchtern lässt und seinen gewaltlosen Kampf gegen den Krieg in seiner Heimat konsequent fortsetzt. Die restliche Welt dürfte ihn aber erst seit seiner Zusammenarbeit mit Steven Wilson von Porcupine Tree unter dem Namen "Blackfield" kennen.
Ich habe Aviv Geffen bereits Anfang 2009 live gesehen und dort spielte er (mit o.g. Steven Wilson im Schlepptau, hier jedoch weitestgehend nur Aviv begleitend und sehr zurückhaltend an der Gitarre) im Rahmen seiner Promotion-Tour seine neuen Lieder:
Sie sind allesamt absolut radiotauglich, poppig bis leicht rockig, tun keinem weh (böse Zungen würden behaupten: "stört nicht beim Bügeln") und mit ihren Ohrwurmrefrains (Beispiel: "Black & White", "...love song") sehr eingängig und einfach schön - ähnlich wie die Lieder des Wilson/Geffen-Projektes "Blackfield".
Aviv hat eine an für sich angenehme Stimme - auf seine israelischen Landsmänner/-frauen wird der jedoch recht derbe Akzent bei seinen - erstmals ausnahmslos englischen - Texten vielleicht etwas befremdlich wirken (da er zuvor meistens israelisch gesungen hat), aber man verkauft nun einmal international mehr Platten, wenn man auf Englisch singt und es klingt alles besser, glatter und nicht ganz so "exotisch" wie seine israelischen Lyrics, die gewiss authentischer sind, aber eben nur in seiner Heimat Israel so verstanden werden, wie sie gemeint sind.
Mit diesem Album sollten seiner wachsenden internationalen Popularität außerhalb von Israel jedenfalls alle Türen offen stehen - ich für meinen Teil freue mich sehr auf das Album und es wird garantiert gespielt, bis entweder die Ohren bluten oder der CD-Player den geist aufgibt, denn Aviv Geffens Musik ist einfach schön und inhaltlich nicht selten ein "vertonter Mittelfinger" in Richtung israelische Regierung (nach dem Motto "Make love not war").
Nur eines verstehe ich nicht: Warum zum Henker hat es soooooo lange gedauert, um diese gerade einmal 10 Songs auf CD herauszubringen, die zudem angeblich allesamt schon längst fertig abgemischt waren?! Immerhin haben wir bald August und vorgestellt wurden die Songs bereits im Januar/Februar!? Naja, egal - Ende gut, alles gut, Hauptsache das Album kommt jetzt endlich.
FAZIT:
Wer an schöner, radiotauglicher Musik von einem echten(!), ehrlichen Musiker, der definitiv etwas zu sagen hat und für seine Ideale auf seine Art (musikalisch) kämpft, interessiert ist, sollte Aviv Geffens erstem rein englischen Album eine Chance geben - er/sie wird garantiert nicht enttäuscht!