Ein knappes Büchlein, das so detail- und kenntnisreich und darüber hinaus so angenehm lesbar ist, ist immer zu loben. Es ist durch Personen- und Sachregister gut erschlossen, die Bibliographie ist hilfreich (allerdings wären Angaben zu den primären Texten wünschenswert - der eine oder andere kann vielleicht 'n bißchen Arabisch). Mehr ist über Avicenna auf so engem Raum nicht zu bieten. Gewiß, der Autor fühlt ein starkes Motiv, der Araberschwärmerei à la Sigrid Hunke entgegenzutreten, auch Ernst Blochs Avicenna-Büchlein bleibt nicht verschont. Aber dafür gibt er uns ein realistisches Bild der Wissenschaft auf dem Niveau des islamischen Peripatetismus jener Zeit, er nennt Avicennas Quellen und bemüht sich, demegegenüber Avicennas eigene Leistungen herauszustellen. "Enttäuscht" kann nur einer sein, der hier wunders was erwartet (hat er jemals mittelalterliche Philosophen gelesen?).