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TOP 1000 REZENSENTam 6. Juli 2008
"Aviator" war Scorseses Oscargewinnversuch vor "Departed", es hat nicht ganz geklappt - die Zutaten waren aber perfekt und es ist vielleicht auch nicht falsch der Regielegende ein gewisses Kalkül in Richtung Oscar in der Auswahl seiner Stoffe zu unterstellen. Mit "Departed" hat es ja dann endlich geklappt und vielleicht erleben wir zukünftig wieder einen lockereren Scorsese. Verdient hat er den Preis schon längst und auch "Aviator" ist ein guter Film. Mit sehr vielen Stärken und auch einigen Schwächen.
Gleich zu Beginn des 160 minütigen Monumentalepos über den verrückten Flugpionier und Filmproducer Hughes wird klar, dass dieser Film ja geradezu optimal für die grosse Leinwand entworfen wurde, auf dem Bild der heimischen Glotze wirkt das alles zu klein.
Die Bilder vor allem über die Fliegerei, die der Film zeigt, sind grandios...kein Wunder, dass das opuelente Epos in den Kategorien Kamera und Szenenbild den Oscar gewinnen konnten. Sei es nun die Sequenz zu den Dreharbeiten zu "Hells Angels", der Absturz über Beverly Hills oder wie er gegen Ende des Films sein monströses Flugzeug, die Hughes H-4, vom Wasser aus, für einige Zeit in die Luft bringt...
Hughes ist natürlich für die Amerikaner viel interessanter als für uns Europäer, jeder kennt den Mann, er ist eine Legende geworden. Ein Charles Foster Kane, der tatsächlich existiert hat...
"Mein erstes Ziel ist es, der beste Golfspieler der Welt zu werden. Zweitens der beste Flieger zu werden und drittens der berühmteste Filmproduzent. Und dann will ich, dass Sie mich zum reichsten Mann der Welt machen" so ein Zitat von Hughes.
Über die Frage, wie es Hughes möglich war, aus einem Erbe, das 1925 offiziell einen Wert von 613.518 Dollar hatte, ein Milliardenimperium zu machen, ist oft gerätselt worden.
Hughes Geschichte ist die Geschichte des amerikanischen Traums. Und seine Geschichte war schillernd, diese Quintessenz aus Traumfabrik und dem Traum, die Luft zu beherrschen...
In Europa dagegen hat man Hughes fast schon vergessen...
Das Auftauchen diverser Schauspiellegenden wie Katharine Hepburn (Cate Blanchett), Ava Gardner (Kate Beckinsale), Jean Harlow (Gwen Stefani) oder Errol Flynn (Lude Law) ist nicht nur unvermeidlich, sondern im Kampf um die Academy Awards gewollt und ein Vorteil, denn sehr viele Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences sind Schauspieler.
Und das Auftauchen von Ikonen längst vergessener Tage stimmt euphorisch...Cate Blanchett schafft es sogar trotz wenig Ähnlichkeit mit der Hepburn Gesten, Mimik und Bewegung so perfekt einzufangen und wiederzugeben (zumindest wie wir die Hepburn aus den Filmen kennen), dass der Oscargewinn als beste Nebendarstellerin nicht überrascht.
Tja, "Aviator" ist gutes Kino, klasse Form...klar, dass durch die effektive und publikumswirksame Aufbereitung des Stoffes die seriöse Biographie meistens nur an der Oberfläche kratzt.
Auch wenn die Stationen Hughes allesamt gezeigt werden, sämtliche Figuren bleiben irgendwie blutleer, sie lösen wenig Emotion aus. Auch Hughes nicht, trotz guter Darstellung von di Caprio. Seine Waschzwang, seine Zwangsneurosen bis hin zur Paranoia mit Rückzug von der Aussenwelt...alles klasse in Bilder gepackt, aber wie gesagt auch ohne die Kraft tiefer oder intensiver zu wirken.
Aber diese "Schwäche" (falls es nicht sogar ein Vorteil ist) trifft auf viele oscargewürdigte Biographien zu...
Erwähnenswert sind noch die Nebendarsteller Alec Baldwin und Alan Alda. Auch schade, dass Jane Russell nicht aufgetaucht ist...nur das Poster ihres Busens bei der Zensurbehörde. Denn meine erste Assoziation zu Hughes war "The Outlaw"...
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am 2. März 2006
Martin Scorseses Filme wurden im Laufe der Zeit immer opulenter, aufwendiger, „größer”. Zu Beginn waren es die kleinen Leute aus dem Viertel in dem er aufwuchs, Menschen aus der Depressions-Zeit, traumatisierte Vietnam-Heimkehrer und gescheiterte Existenzen. Später machte er dann mehrmals das organisierte Verbrechen zu „seinem” Thema. Aber im Kern ging es irgendwie immer um – Amerika. Dass er sich nun der Person Howard Hughes' widmet, scheint da beinahe logisch und konsequent zu sein.
Hughes ist eine amerikanische Legende, Held und Monstrum in einem. Er war Hollywood-Regisseur, ein Sklaventreiber mit Charme, Spieler und Flieger, Erbe eines Millionenvermögens, das durch seinen Wagemut und das Finanz-Genie Noah Dietrichs trotz aller Rückschläge letztlich zum Milliardenvermögen wurde. Er war Liebhaber mehrerer Hollywood-Stars, ein Exzentriker und Zwangsneurotiker, der vier Flugzeugabstürze überlebte, einen davon schwer verletzt. Ein Mann, der sich mehr als zwanzig Jahre vollkommen von der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte bevor er, abgemagert (46kg bei 1,93m) und verwahrlost in einem Fluzeug(!) starb und einem Tanwart, der ihn in der Wüste von Nevada mitgenommen hatte, ein Sechzehntel seines Vermögens vermachte.
Diesen Stoff braucht man nicht künstlich interessanter zu machen. Er benötigt keine zusätzliche Dramatisierung sondern eine sensible Umsetzung, die den Mut hat, sich zu beschränken, einige Details hervorzuheben und manches wegzulassen. Und Scorsese und sein Drehbuch-Autor haben ihre Sache fantastisch gemacht! Die Ausstattung ist stellenweise atemberaubend. Gleiches gilt für die Spezial-Effekte, die gekonnt, unauffällig und subtil dort integriert wurde, wo es nötig war. Skeptisch war ich zu Beginn bei der Auswahl des Hauptdarstellers. Aber Di Caprio erweist sich als Idealbesetzung, einzig noch übertroffen von Cate Blanchett als Katherine Hepburn.
Sicher ist dies Scorseses bislang kommerziellster Film. Dies ist Popcorn-Kino, keine kritische Dokumentation, die sich um ein Höchstmaß an Objektivität und Distanz bemüht. Und so ist der einzige Vorwurf, den man Scorsese machen kann, die zu positive Darstellung einer, zugegebermaßen, überaus faszinierenden Persönlichkeit.
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TOP 1000 REZENSENTam 6. Juli 2008
Aviator" war Scorseses Oscargewinnversuch vor "Departed", es hat nicht ganz geklappt - die Zutaten waren aber perfekt und es ist vielleicht auch nicht falsch der Regielegende ein gewisses Kalkül in Richtung Oscar in der Auswahl seiner Stoffe zu unterstellen. Mit "Departed" hat es ja dann endlich geklappt und vielleicht erleben wir zukünftig wieder einen lockereren Scorsese. Verdient hat er den Preis schon längst und auch "Aviator" ist ein guter Film. Mit sehr vielen Stärken und auch einigen Schwächen.
Gleich zu Beginn des 160 minütigen Monumentalepos über den verrückten Flugpionier und Filmproducer Hughes wird klar, dass dieser Film ja geradezu optimal für die grosse Leinwand entworfen wurde, auf dem Bild der heimischen Glotze wirkt das alles zu klein.
Die Bilder vor allem über die Fliegerei, die der Film zeigt, sind grandios...kein Wunder, dass das opuelente Epos in den Kategorien Kamera und Szenenbild den Oscar gewinnen konnten. Sei es nun die Sequenz zu den Dreharbeiten zu "Hells Angels", der Absturz über Beverly Hills oder wie er gegen Ende des Films sein monströses Flugzeug, die Hughes H-4, vom Wasser aus, für einige Zeit in die Luft bringt...
Hughes ist natürlich für die Amerikaner viel interessanter als für uns Europäer, jeder kennt den Mann, er ist eine Legende geworden. Ein Charles Foster Kane, der tatsächlich existiert hat...
"Mein erstes Ziel ist es, der beste Golfspieler der Welt zu werden. Zweitens der beste Flieger zu werden und drittens der berühmteste Filmproduzent. Und dann will ich, dass Sie mich zum reichsten Mann der Welt machen" so ein Zitat von Hughes.
Über die Frage, wie es Hughes möglich war, aus einem Erbe, das 1925 offiziell einen Wert von 613.518 Dollar hatte, ein Milliardenimperium zu machen, ist oft gerätselt worden.
Hughes Geschichte ist die Geschichte des amerikanischen Traums. Und seine Geschichte war schillernd, diese Quintessenz aus Traumfabrik und dem Traum, die Luft zu beherrschen...
In Europa dagegen hat man Hughes fast schon vergessen...
Das Auftauchen diverser Schauspiellegenden wie Katharine Hepburn (Cate Blanchett), Ava Gardner (Kate Beckinsale), Jean Harlow (Gwen Stefani) oder Errol Flynn (Lude Law) ist nicht nur unvermeidlich, sondern im Kampf um die Academy Awards gewollt und ein Vorteil, denn sehr viele Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences sind Schauspieler.
Und das Auftauchen von Ikonen längst vergessener Tage stimmt euphorisch...Cate Blanchett schafft es sogar trotz wenig Ähnlichkeit mit der Hepburn Gesten, Mimik und Bewegung so perfekt einzufangen und wiederzugeben (zumindest wie wir die Hepburn aus den Filmen kennen), dass der Oscargewinn als beste Nebendarstellerin nicht überrascht.
Tja, "Aviator" ist gutes Kino, klasse Form...klar, dass durch die effektive und publikumswirksame Aufbereitung des Stoffes die seriöse Biographie meistens nur an der Oberfläche kratzt.
Auch wenn die Stationen Hughes allesamt gezeigt werden, sämtliche Figuren bleiben irgendwie blutleer, sie lösen wenig Emotion aus. Auch Hughes nicht, trotz guter Darstellung von di Caprio. Seine Waschzwang, seine Zwangsneurosen bis hin zur Paranoia mit Rückzug von der Aussenwelt...alles klasse in Bilder gepackt, aber wie gesagt auch ohne die Kraft tiefer oder intensiver zu wirken.
Aber diese "Schwäche" (falls es nicht sogar ein Vorteil ist) trifft auf viele oscargewürdigte Biographien zu...
Erwähnenswert sind noch die Nebendarsteller Alec Baldwin und Alan Alda. Auch schade, dass Jane Russell nicht aufgetaucht ist...nur das Poster ihres Busens bei der Zensurbehörde. Denn meine erste Assoziation zu Hughes war "The Outlaw
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am 9. September 2013
über den Film braucht man wohl nicht mehr viel sagen, ein absolutes Meisterwerk über das Leben von Howard Hughes. Mit einer Traumbesetzung mit DiCaprio, Cate Blanchet, Kate Beckingsale und anderen. Die Blu-Ray Umsetzung ist sehr gut gelungen, wenn auch nicht 'sensationell', störend empfand ich die ungleichmäsige Abmischung des Tons (laut-leise). Die Farben sind manchmal übermäsig schrill (Wiese beim Golfen) aber das war wohl 'künstlerische Freiheit'.
Die Extras der DVD Ausgabe sind löblicherweise auch auf der Blu-Ray enthalten und sehr informativ, absolute Empfehlung.
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am 11. Februar 2013
„Aviator“ ist Kino wie damals in den 50ern - überlebensgroß und schillernd, eine unwirkliche Pracht, ungeheuer wahr und wahrhaftig, doch niemals richtig der Realität verhaftet. Es ist nicht Scorseses beste Arbeit, dennoch ist der Film geprägt von tollen Schauspielerleistungen (besonderes Augenmerk hier auf di Caprio) und tollen Szenen. Es ist eine Lust am Kino, aber die wahre Tiefe, die Offenbarung, das Abgründige geht leider unter dem Schein ein wenig verloren.

Es ist nun mittlerweile die 3. Aviator Auflage auf Blu Ray nach Disneys „Oscar Collection“, Studiocanals “Blu Cinemathek” hier nun eine normale Neuauflage wieder von Studiocanal aber unter der „Arthaus“ Collection.

Martin Scorsese hat sich an die damaligen technischen Möglichkeiten gehalten und so verwundert es nicht dass das Bild teilweise leider etwas unscharf daherkommt. Gewöhnungsbedürftig ist auch dass das 1. Drittel des Films aus Sepia und Türkis-Tönen besteht - danach wechselt der Film fast schlagartig zu einem deutlich kräftigeren, und dementsprechend natürlicheren Technicolor-Farbton um den Film schliesslich in etwas gesetzteren Farben abzuschließen. Auch gibt es fast durchgehend eine kleine Filmkorn-Struktur sichtbar. Dennoch bleibt Festzuhalten das Studiocanal trotz, teils extremer Stilmittel, eine recht hochwertige Bildqualität rausgeholt hat! Viele natürliche Farben, ein gutes Kontrastverhältnis und ein satter Schwarzwert runden das Gesamtpaket positiv ab.

Auch beim Ton scheint Scorsese sich etwas angepasst zu haben. Wie schon bei den vorherigen Auflagen liegt der Film in Deutsch DTS 5.1 und Englischem DTS-HD MA 5.1 vor. Der Film ist größtenteils sehr sehr frontlastig was aber die Gesamtqualität nicht schmälert. Spätestens bei den Flug- oder Absturzszenen werden alle Surroundboxen angesprochen und die „Hells Angels“ fliegen durchs Wohnzimmer. Auch der gute Score von Howard Shore schwingt geschmeidig und opulent durch den Raum. Alles in allem weist der Mix eine ausgewogene Balance aus und weiß auch hier zu überzeugen.

Auch bei den Extras hat sich Studiocanal viel Mühe gegeben denn die gibt es hier en masse wie zum Beispiel Audiokommentare, Making-Of, Dokumentationen, Hintergrundinfos und vielerlei nützliche Featurettes. Die Ausstattung sollte also nahezu identisch sein mit den vorherigen Auflagen.

Alles in allem eine gelungene Neuauflage von Studiocanal. Wer also großes Kino und eine tolle Blu Ray-Umsetzung mag kann hier bedenkenlos bei dieser Neuauflage zugreifen!

4/5 Sternen
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am 17. Mai 2005
Scorsese zeichnet - in visuell und technisch überragender Weise - (wie schon in „Gangs of New York" für ein Stück amerikanischer Geschichte des 19. Jahrhunderts) ein exzellentes Bild der Zeit Amerikas in den 30er und 40er Jahren. In erstaunlich wirkungsvollen v.a. Braun- und Türkistönen bewegt sich „Aviator" kontinuierlich zwischen Realität, Show, Glamour, Aufstieg und Fall eines Mannes, der zu den außergewöhnlichsten Gestalten dieser Jahre zählt. Fliegen und Flugzeuge sind für Hughes, der in überzeugender Weise von einem in jeder Hinsicht begabten und die Rolle füllenden Leonardo di Caprio verkörpert wird, Traum, Wirklichkeit, Besessenheit und Fetisch zugleich. Fliegen heißt für ihn Grenzen überschreiten, ist Befriedigung und Lebenszweck zugleich. Di Caprios Hughes will alle Grenzen überschreiten. In einem langsam, aber kontinuierlich zur Weltmacht aufsteigenden Amerika, das endlich die Chance sieht, nach der Weltwirtschaftskrise den Traum vom weltumspannenden US-Kapitalismus Wirklichkeit werden zu lassen, ist Hughes selbst zweierlei: Kind dieses Traums wie Außenseiter, „Täter" wie „Opfer".
Sein Vermögen allein ermöglicht Hughes, überhaupt an die Realisierung seiner Träume auch nur zu denken, die als überbordende Ergebnisse des American way of life doch zugleich wie eine ernst zu nehmende Karikatur wirken. Hughes ist Einzelgänger, aber er kann es nur sein vor dem Background dieses Amerika. Die Show - vor allem repräsentiert durch das Hollywood des Tonfilms - verbindet sich bei Hughes, der öffentlichem Rummel eher abgeneigt ist, mit seinen Projekten zu einem merkwürdigen Amalgam im öffentlichen Raum, den er zeitweise völlig zu beherrschen scheint. Geld interessiert ihn nur als Mittel zum Zweck, hat nie Selbstzweck. Auf eine überzeugende Art vermittelt Scorsese, wie ein Mann, der inmitten dieses aufstrebenden Amerika Größe erreicht, doch zugleich - unbewusst - an den Tragflächen dieses Jumbo Amerika nagt - indem er sich so verhält, wie es die Ideologie „vorschreibt". Nicht das Geld heckende Geld, der Gewinn, steht für Hughes im Zentrum seines maßlosen und scheinbar nicht zu bändigenden Strebens, sondern das „Etwas-Außergewöhnliches-Schaffen" treibt ihn von Film zu Film, von Flugzeug zu Flugzeug.
Scorsese und sein Drehbuchautor John Logan haben mit „Aviator" nicht irgendeinen „Erfinder"-Film produziert. Im Zentrum von „Aviator" steht Hughes bis zur Selbstzerfleischung betriebener Individualismus und (!) das Auf und Ab von Aufstieg und Fall dieses Mannes - bis hin zu seiner Selbstzerstörung, die zum guten Teil Zerstörung auch durch andere war. Scorsese begreift diesen Dualismus von Aufstieg und Fall, von Erfolg und Misserfolg, von (finanziellem) Reichtum und (menschlicher) Armut - wenn man genau hin schaut und seine anderen Filme kennt - als Strukturmerkmal eines skrupellosen Organisationsprinzips von Gesellschaft. Es gelingt ihm jedoch - auch wegen des am Stoff „fanatisch" interessierten Hauptdarstellers, der neben Michael Mann und anderen selbst zu den Produzenten gehört - dieses Lebensprinzip einer Gesellschaft an einem Mann zu demonstrieren, der letztlich immer wieder gegen es angeht, weil er sein Streben für ein ausschließlich individuelles hält, und andere davon begeistern kann, was er tut. Das gesellschaftlich Vermittelte seines Handelns kommt Hughes nie zu Bewusstsein.
Ein Film über Hughes wäre unvollständig, bruchstückhaft, wenn da nicht zwei weitere wesentliche Momente seines Lebens visualisiert würden: sein Verhältnis zu Frauen und seine Krankheiten. Hughes zählte Berühmtheiten wie Bette Davis, Katherine Hepburn, Lana Turner, Ava Gardner, Faith Domergue, Jean Harlow und Jane Russell nicht nur zu seinen Bekannten. Im Film greift Scorsese vor allem die Beziehungen zu Hepburn (Cate Blanchett) und Ava Gardner (Kate Beckinsale) heraus. Dabei versucht Cate Blanchett erst gar nicht, eine 1:1-Abbildung der Hepburn zu spielen. Ihre Darstellung der Hepburn setzt eigene Maßstäbe. Alles andere wäre auch kläglich zum Scheitern verurteilt gewesen. Manch einer wird diese Darstellung überhaupt nicht mögen. Denn die Blanchett kreiert eine „neue" Figur, eine Frau, deren Eigenständigkeit, deren Humor, aber auch Sarkasmus bis hin zum Zynismus, deren Verständnis für Hughes und deren Gründe für die Trennung von ihm einen homogenen, voll „ausgebildeten" Charakter im Film schafft - für mich eine blendende Darstellung. Nicht ganz daran heran kommt Kate Beckinsale, was aber auch daran liegen mag, dass ihre Auftritte im Film als Ava Gardner rarer gesät sind.
Hughes Krankheiten: Sie beginnen mit der „Warnung" seiner Mutter in frühester Kindheit, sich von Mikroben fernzuhalten. Folge ist so etwas wie ein Wasch- und Sauberkeitszwang. Hinzu kommt eine panische Angst vor Krankheit, ausgelöst zusätzlich durch eine Lähmung im Alter von 13 Jahren. Später, in seinen letzten Lebensjahren nach seinem Rückzug in ein Hotel, in dem nur ein paar Mormonen Kontakt zu ihm haben durften, kamen Medikamentenabhängigkeit, Psychose, tertiäre Syphilis und schließlich körperliche und seelische Verwahrlosung hinzu.
Scorsese gelingt - obwohl er das Ende von Hughes, die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens ausspart - also etwas Doppeltes: Er zeigt die Biografie eines Mannes, den viele exzentrisch nennen würden, in Parallelität einer Gesellschaft, die niemand exzentrisch nennen würde. Indem er dies tut, enthüllt er die Strukturmerkmale einer Gesellschaft, die den krank machen muss, der ihre Ideologie ernst, für bare Münze nimmt, nicht weil er sich dessen bewusst ist, sondern weil er einem Trieb folgt, dessen Ursache er selber nicht kennt. Auch Hughes Verhältnis zu Frauen mag man als flüchtig, objektbestimmt, ausnutzend betrachten. Aber welchen Frauentypus suchte Hughes?
Fliegen war für Hughes die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren, das er erreichbar machen wollte (er ahnte nicht, wie später vieles von dem gelingen sollte, was er anstrebte), das Flugzeug (technischer) Inbegriff all dessen, was erreicht werden konnte. In den „starken" Frauen Hepburn und Gardner (der er nichts schenken, die er „nur" zum Essen einladen durfte, die seine Heiratsabsichten rundweg zurückwies) suchte Hughes Ebenbürtigkeit als solches. Er scheiterte.
Es ist diese technizistische und objektbestimmte Vermittlung der geheimsten Sehnsüchte (was „Liebe" wie „Erfolg" angeht), die Scorsese und Logan Knall auf Fall, ganz direkt zum roten Faden des Films gemacht haben: die Frage nach der Möglichkeit von Beziehung und deren Vermittlung in jeder Hinsicht. Die Herausbildung des Mythos Amerika, die Fassade nicht nur Hollywoods, sondern einer ganzen Gesellschaft und parallel dazu einer Konstitution von Gesellschaft, in der paradoxerweise gerade das viel beschworene Individuelle hinter ihren Fetischen und mythischen Teilstücken verloren gegangen ist, ist Thema dieser „Geschichtsstunde", die jedoch nicht als Lehrstück, sondern als prall gefüllte Biografie daherkommt.
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am 31. August 2006
Der Film "Aviator" von Martin Scorsese überzeugt in allen Bereichen.

Ausstattung und Performance vermitteln auf gelungene Art und Weise das Leben der 20er und 30er Jahre.

In "Aviator" wird das Leben des amerikanischen Fliegers, Filmproduzenten und Unternehmers Howard Robard Hughes (1905-1976) treffend dargestellt (auch wenn der Film weit vor Hughes' Tod endet).

Der Film beginnt mit einer Szene aus Hughes' Kindheit und führt den Zuschauer bereits an dessen Persönlichkeit heran. Weiter geht es mit Hughes' Leben als Erwachsener, in dem er berühmte Filme (a.v. "Hell's Angels") produziert, Testflüge durchführt und Unternehmen leitet (H. Aircraft Co., die heutige Trans World Airlines, damals die Transcontinental and Western Airlines (beides kurz: TWA)).

Regie-Ass Martin Scorsese verbindet in dem Film auf sehr überzeugende Weise das schillernde, "frauenreiche" (in Wirklichkeit waren es wesentlich mehr Affären, als im Film gezeigt) Leben Hughes' mit dessen Verfall der Psyche.

Besonders gelungen ist auch die Kürzung Hughes' Leben auf seine ruhmreichsten und glamourösen Jahre, in denen er nicht nur als Unternehmer, Filmproduzent und Regisseur aufgeht sondern auch zahlreiche Flugweltrekorde aufstellt.

Bis zum Ende hofft man als Zuschauer (-mir ging es jedenfalls so-), dass Hughes nicht als Witzfigur endet, die unter zahlreichen Psychosen leidet und schließlich allein damit untergeht...

Die Bilder sind herrlich, auch wenn bei den Flugszenen die Computeranimation sofort ins Auge sticht.

Die Performance der Schauspieler ist hervorragend. Besonders Leonardo DiCaprio überzeugt durchgehend als Howard Hughes. Für mich war dies klar seine beste Leistung und einen Oscar wert (leider nicht bekommen...). Auch Cate Blanchett, die für ihre Rolle als Katherine Hepburn einen Nebenrollen- Oscar bekommen hat, überzeugt den ganzen Film über und Alec Baldwin konnte als Juan Trippe beeindrucken.

Sir Ian Holm, Alan Alda & Co. runden mit einer soliden, sehr guten schauspielerischen Leistung den Film perfekt ab.

"Lange Rede- Kurzer Sinn":

Ausstattung, Maske, Kostüm, Geschichte & Drehbuch, Schauspielerische Leistung etc. machen den "Aviator" zu einem unvergesslichen Filmerlebniss- Anschauen! Äußerst empfehlenswert!

- 5 Sterne
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am 12. März 2006
Was wurde dieser Film von der Kritik hochgejubelt. Schon Wochen vor dem Kinostart waren sich die Kritiker einig: Hier kommt Scorseses bester Film. Bei den Golden Globes konnte er dann schließlich auch drei der begehrten Trophäen gewinnen, einschließlich Bester Film. Bei den Oscar-Verleihungen anderthalb Monate später hingegen musste sich das Bio-Pic Clint Eastwoods Boxer-Drama "Million Dollar Baby" geschlagen geben und konnte von 11 Nominierungen "nur" 5 gewinnen, und das alles in Nebenkategorien. Also, woran lag's?
Zum einen muss man sagen, dass "Million Dollar Baby" der dramatischere, der emotionalere Film ist. Das kommt nun mal bei der Academy immer gut an. Zum anderen ist es eben einfach ein Scorsese-Film, und diese werden bei den Oscar-Verleihungen mittlerweile ja schon fast traditionell übergangen. Dabei wäre für dieses Werk der Regie-Oscar für Marty endlich mal fällig gewesen. Ich muss zwar sagen, dass es nicht Scorseses bestes Werk ist, dafür hat er zu viele Meisterwerke vorgelegt, aber "Aviator" ist ohne Frage perfekt gemachtes Kino. Das Flair der 20er und 30er Jahre wird perfekt eingefangen, Howard Shores Musik passt wie die Faust aufs Auge und der Film wird trotz Überlänge zu keiner Sekunde langweilig. Den größten Anteil daran, dass der Film dem Zuschauer noch lange im Gedächtnis bleibt, haben dabei die Darsteller. Sie passen alle perfekt in ihre Rollen. Leonardo DiCaprio ist inzwischen zum echten Charakterkopf gereift, und er wird dabei in grandioser Weise von seiner Filmpartnerin Cate Blanchett als Katharine Hepburn unterstützt. Auch die gesamte Riege der Co-Stars spielt hervorragend: Alan Alda, Alec Baldwin, Ian Holm und sogar Kate Beckinsale geben alle eine sehr gute Performance ab.
Fazit:
Darsteller, Musik, Kostüme und Ausstattung summieren sich unter der wie immer präzisen und eleganten Inszenierung Scorseses zu einem Gesamtkunstwerk, das noch lange im Gedächtnis bleibt. Unbedingt anschauen!
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am 22. März 2016
Jede Menge Träume und Visionen sind es, die den jungen, ungestümen und ehrgeizigen Millionenerben Howard Hughes zu einem der bekanntesten Flugpioniere emporsteigen lassen, der seiner Zeit anhaltend eine Nasenspitze voraus ist. Angetrieben durch sein Leinwanddebüt, in dem er mit unzähligen Doppeldeckern und Dollars spektakuläre Kampfszenen des Ersten Weltkrieges nachempfindet und auf die Filmrollen bannt, stürzt er sich voller Eingebungen und Tatendrang in die Flugzeugentwicklung. Hollywood hat einen neuen Stern, die Damenwelt ihren brillanten, wenngleich auch eigenwilligen Charmeur und der Himmel einen neuen Ikarus.
Fortwährend höher, schneller und weiter tragen ihn seither seine klaren, von Intelligenz und Unternehmergespür getragenen Intuitionen. Leidenschaftlich, nahezu besessen gar und von quälenden Zwangsneurosen begleitet, treibt er sich und seine Mitarbeiter an; nicht weniger berauscht stürzt er sich danach in seine zahlreichen Liebesabenteuer.
Der Konkurrenz ist er längst ein Dorn im Auge. Mit allen Mitteln will man den unaufhaltsam aufstrebenden Geschäftsmann aus dem lukrativen Markt der Luftfahrtindustrie drängen. Doch Hughes bleibt unbeirrt am Ball und seinen Idealen treu, lässt sich selbst durch herbe Rückschläge, riskante Finanzierungen, blutige Abstürze und politische Bedrängnis nicht aus dem Sattel werfen, im Gegenteil, scharf, mit überlegenem Timing und immer auch dem Quäntchen Glück an seiner Seite, kontert er überzeugend und kann sich behaupten.

Die Besetzung mit Stars ist kaum noch zu toppen. Von DiCaprio über Cate Blanchett bis Alec Baldwin geben sich hier die Leinwandgrößen geradezu die Klinke in die Hand.
Zugegeben, ein auffälliger, typisch amerikanischer Streifen voller Pomp, Geld, Affären und Intrigen, für den man offen sein muss. Dafür erwartet den Zuschauer im Gegenzug allerdings perfektes schauspielerisches Können und eine rasante Story rund um das Leben und die Leistungen Hughes, der zweifelsohne ein bedeutender Wegbereitern der modernen Luftfahrt war.

Meine klare Empfehlung!
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am 11. Januar 2016
163 Minuten läuft dieses Meisterwerk von Martin Scorsese über Howard Hughes, den exzentrischen Hollywood-Mogul und keine Minute davon ist verschenkt. Das ganze Leben von Howard Hughes wird vor einem ausgebreitet mit einem phantastischen Leonardo DiCaprio in der Titelrolle. 5 Oscars und 3 Golden Globes hat dieser Film gewonnen und das vollkommen zu recht. Ob als waghalsiger Pilot, erfolgreicher Filmproduzent, Halter des Geschwindigkeitsrekords für Automobile oder Liebhaber schöner Frauen - Hughes überzeugt in allen Sätteln. Als einziges Kind in eine wohlhabende Houstoner Familie hineingeboren, musste er schon früh mit dem Tod der Eltern leben. Die väterliche Fabrik stellte Erdöl-Bohrmeißel her und das mit sehr großem Erfolg. Hughes war der geborene Entrepreneur. Was er anpackte, wurde zum Erfolg. Dabei störten auch nicht seine diversen Marotten, wie z. B. sein Waschzwang oder ein Absturz mit einem von ihm entwickelten Flugzeugprototyp, der ihm schwerste Verletzungen zufügte. In der Liebe umgab er sich mit schönen Frauen wie z. B. Katherine Hepburn (Cate Blanchett), die aus reichem Hause stammte und von deren Familie Hughes nicht akzeptiert wurde. Sie war später mit Spencer Tracy liiert. Oder Ava Garner (Kate Beckinsale) - eine rassige, schwarzhaarige Schönheit. Aber auch diese Verbindung ging in die Brüche. Schließlich lachte er sich die erst 15- jährige Faith Domergue an und gab ihr gleich einen Vertrag bei seiner eigenen Filmgesellschaft RKO. Ähnlich wie 1943 Jane Russell, die er in dem Film "The Outlaw" (Geächtet) herausbrachte und große Probleme mit der Zensur bekam, weil Miss Russell allzu "offenherzig" agierte. Er kaufte die Fluggesellschaft TWA und ging daran fast pleite. Qualvolle Stunden vor Senatsausschüssen überstand er ebenso wie das Desaster mit seinem überdimensionalen Flugboot mit 8 Motoren. Der Film endet in 1947 - so müssen wir leider auf seine spätere Frau Jean Peters verzichten, einen Centfox-Star, den er 1957 heiratete und 1971 wieder verließ. Howard Hughes starb 1976. Auch wenn der Film nur einen Teil seines Lebens präsentiert, so ist es doch der interessanteste Abschnitt in seinem Leben. Alle Charaktere sind scharf und pointiert gezeichnet und auf den Punkt besetzt. Das Drehbuch von John Logan ist temporeich und ohne Längen. Das Produkt besteht aus 2 DVDs mit einer Unmenge von Bonusmaterial. Bild und Ton sind hervorragend. Dieser Film ist ein Meisterwerk seiner Zeit!
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