Schon immer gab es auf den meisten Alben von Iggy Pop auch leise Töne zu entdecken. Eine Gitarre, eine Stimme war also nicht die große Überraschung.
Eher ist es der Schwerpunkt der diesmal ganz eindeutig auf leise, nachdenklich, ja sogar traurig und sentimental liegt. Dabei spielt er seine gesanglichen, bzw. sprachlichen Qualitäten voll aus. Wer einmal versucht auch nur mitzusummen ist oft ganz schnell am Ende - zu anspruchsvoll und zu eigenwillig.
Krachen lässt es Iggy lediglich in zwei Titeln, wobei ich auf Iggy's spanisch hätte gut verzichten können. "Corruption" gabs als Videoclip - ich finde, es ist nicht das Sahnestück des Albums und auch nicht repräsentativ.
Außerdem zu hören: viel gesprochene Teile mit einer Sprachmelodie, die fast schon an Gesang grenzt (I felt the luxury).
Ich erinnere mich, dass er in einem Interview gesagt hat, er wollte so was einfach mal machen. Ich denke die Coverversion "Shakin' all over" (~1960 Johnny Kid & the Pirates) gehört auch in diese Kategorie. Könnte sein, der Song hat den damals 13-jährigen James Osterberg mitgeprägt.
Ob die Texte nun neue, interessante Erkenntnisse für den Hörer bringen? Ich glaube kaum, dass es in der Absicht des Schöpfers lag. Ich vermute eher eine gute Portion Egoismus, den sich Mr. Pop inzwischen leisten kann.
Glaubwürdig erzählt uns Iggy was einen Mittfünfziger umtreibt, zieht Bilanz - zum Teil verbittert, zum Teil ironisch - aber immer so, dass man gerne zuhört, so man seine Art mag, auf den Punkt zu kommen. Auf dem Booklet steht: Parental Advisory Explicit Content.
Und da der Mann gelernt hat deutlich zu artikulieren, braucht man noch nicht mal das Booklet.
Avenue B - fällt aus dem gewohnten Rahmen - und ist vielleicht deshalb auch typisch Iggy?
Eine Bereicherung für jede CD-Sammlung und Pflichtkauf für Iggy-Fans die auch seine leisen Töne mögen.