Der "Aventurisches Archiv Sammelband I" umfasst insgesamt dreizehn Jahre turbulenter und prägnanter historischer Ereignisse in Aventurien. Sofern man kein Spieler der ersten Stunden ist, profitiert man besonders davon, da diese Geschehnisse mit zu dem Aventurien führten, wie wir es heute kennen. Der Khomkrieg, die Answin-Krise, die Spaltung der Praios-Kirche, der Orkensturm und das erneute Auftauchen Borbarads sind Ereignisse, die auch in der Gegenwart noch eine Rolle spielen und sie mit beeinflusst haben. Sofern man die genauen Hintergründe nicht kennt, ist es schwer, manche neue Entwicklungen zu verstehen. Wem es zu viel ist, die einzelnen Artikel des Boten durchzulesen, kann sich durchaus mit der Zeitleiste und den Infokästen begnügen. Zu Anfang des Sammelbandes gibt es nämlich eine genaue historische Zeitlinie, die informativ und übersichtlich zeigt, was in diesen dreizehn Jahren geschehen ist. Zwischen den einzelnen Berichten findet der Leser zusätzlich zu wichtigen Themen zusammenfassende Informationskästen, die gerafft wiedergeben, was geschehen ist. Denn die Artikel, die spielerisch zwar durchaus relevant sind und gerade im Spiel selbst einen hohen Wert besitzen, geben lediglich einen Teil der Wahrheit wieder, eben wie sie der jeweilige Schreiber erlebt hat.
Generell ist dieses Buch nicht essentiell um "Das Schwarze Auge" spielen zu können. Doch vor allen Dingen für Spielleiter ist die Anschaffung interessant und kann die Spielrunde gewaltig bereichern. Wer schon die einzelnen Boten besitzt, findet hier eine verschlankte Version ohne Regelerweiterungen und Kleinanzeigen, die so wesentlich übersichtlicher ist, da lediglich Spielrelevantes enthalten ist. Aber es wurden nicht nur die historischen Ereignisse aufgenommen, sondern ebenso einige kleine Informationsartikel über den Aufbau bestimmter Gebäude oder die Vorstellung der Amazonen und ähnliches.
Die Texte im Buch sind dreispaltig und gut zu lesen. So findet man auch leicht etwas, wenn man schnelle Informationen sucht. Sofern Ereignisse für die Borbarad-Kampagne relevant sind, wurden sie mit dem Zeichen der Dämonenkrone gekennzeichnet. Leider scheinen viele Texte aber lediglich übernommen und nicht überarbeitet worden zu sein. Die vielen Trennstriche mitten im Text sind nämlich schon störend und wirken, als hätte man lediglich das Material fix zusammengeschustert.
Fürs Spiel ein gutes Nachschlagewerk, das prägnant und informativ die aventurische Geschichte wiedergibt.