Avenged Sevenfold (A7X) sind schon eine sonderbare Band. Bei ihnen funktioniert alles, was bei anderen Bands nicht funktioniert.
"Zuviel des guten" gibt es bei A7X nicht. Die Songs sind oftmals 5 bis 10 Minuten lang und setzen sich aus schier unglaublich vielen Einzelteilen/ Riffs etc. zusammen, die trotz ihrer Vielzahl und der unterschiedlichen verwendeten musikalischen Spielarten miteinander harmonieren und ein organisches ganzes ergeben. Gute, einzigarte Songs, ja wirklich Songs, mit Widererkennungswert. Keine vermeintliche Komplexität und Pseudo-Kreativität ihrer selbst willen. Versatzstücke aus verschiedenen Metal-Spielarten von Thrash über Speed Metal bis zu Nu-Metal Einflüssen gepaart mit Alternative Rock, teilweise an Musicals erinnernde Passagen und vieles andere ergeben einen Sound, der in der Musikwelt ihres gleichen sucht. Vergleichbar vielleicht noch mit der Band "Tourniquet".
Das neue selbstbetitelte Album ist sicherlich von der Gangart ein wenig zahmer geworden, dadurch aber in keinster Weise schlechter. Im Gegenteil. Die Punkte, welche ich oben als grosse Pluspunkte der Band genannt habe, treten hier noch viel deutlicher zu Tage. Hier und da legen sich A7X selbst einmal ein wenig Zurückhaltung auf. Das dient aber der Qualität und macht die Songs noch besser, zugänglicher. Würde die Band sich Punkte wie "Song muss mind x Min. dauern und 100+x Riffs enthalten" als Dogma auferlegen, würde sie sich irgendwann selbst limitieren und ihre Stärken zu Schwächen machen. Ein gesundes Mass an Wiedererkennungswert, etwas Popappeal und Hitfaktor sind für mich noch lange kein Mangel an Eigenständigkeit.
Wer sich für A7X interessiert, sollte dieses Album hören/kaufen. Als "Einstiegsdroge" perfekt.