Für jeden Rock Fan muß diese Platte eine Provokation sondergleichen gewesen sein, denn die letzten Spurenelemente des rauen schrägen Roxy Music Sounds der ersten Platten waren hier weggewischt. Weich wie Samt, nach Chanel No. 5 duftend und glitzernd wie ein Brilliantkollier waren diese songs, aber auch großartig komponiert, bis ins letzte Detail perfekt arrangiert und so zeitlos schön wie eine griechische Marmorstatue. Die perfekte Untermalungsmusik für eine Cocktail Party auf einer Luxusyacht im Hafen von Monaco bei der auf silbernen Tabletts Linien weissen Pulvers mit einem kleinen goldenen Löffel gereicht werden.
Wer aus dieser Beschreibung noch immer nicht ganz schlau wird: Avalon ist perfekte Pop Musik, die aber trotzdem Tiefgang hat, wie man beim Titelstück und vor allem dem großartigen ,To Turn You On' hören kann; Da werden schon Emotionen freigesetzt, Wehmut Melancholie, aber auch die Sinnentleertheit einer dekadenten Luxusgesellschaft werden hier thematisiert und über allem croont Bryan Ferry in seinem perfekt sitzendem smoking wie weiland Frank Sinatra.
Man sieht vor seinem geistigen Auge förmlich die perfekt designten Studioräume in Nassau, und wie Ferry, Manzanera + Co den Sonnenuntergang auf den Bahamas in ihre Arrangements einbauen.
Klar, das ist von einer Rock'n'Roll Attitüde soweit weg die Ramones vom Jazz, aber es ist ein Stück Popmusik wie es perfekter nicht gemacht werden kann und wie Ferry hier singt: Must phone me, you know me, when things go wrong - I do anything to turn you on" - so schafft es auch dieses Album nach mehr als einem Vierteljahrhundert noch uns anzumachen.