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Produktinformation
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In nicht allzu ferner Zukunft hat sich in den Städten eine Subkultur entwickelt, in der die Menschen ihrem armseligen Leben in die Fantasiewelten eines hyperrealen Spieles entfliehen. In geheimen Clubs wird diesem Zeitvertreib nachgegangen, die erfolgreichsten Spieler sind Helden, verdienen gar Geld mit ihrem Status. Eine der besten Kämpferinnen erfährt nun von einer mysteriösen Stufe des Spieles, die man mittels verschiedener Tricks und Kniffe erreichen kann. Sie schart Gefährten um sich, um das Geheimnis zu ergründen.
Avalon erzählt in ruhigen, stilisierten, aber immer beeindruckenden, ja verstörenden Bildern eine Geschichte irgendwo zwischen eXistenZ, Dark City und Matrix, hält sich jedoch bewusst von jeglichem grellen Comic-Look fern. Auch die Wahl des Drehortes und der Darsteller zeigt dies, denn Mamuro Oshii drehte in Polen mit polnischen Schauspielern. Dass die Akteure dem durchschnittlichen Publikum unbekannt sein dürften (mit Ausnahme der Hauptdarstellerin Malgorzata Foremniak, die im deutschen Fernsehen in einer Folge der Serie Sperling auftrat und mit Edges of the World den Sprung nach Hollywood geschafft hat) dient dem Ganzen sehr. Die unverbrauchten Schauplätze tun ihr Übriges. Nebenbei sei bemerkt, dass das englische Skript für Avalon von Autor Neil Gaiman (Niemalsland, Sandman) verfasst wurde, der sich auch schon der Synchronfassung von Prinzessin Mononoke annahm. --Alexander Röder
Matrix wird oft als einer der philosophischsten amerikanischen Actionfilme der letzten Jahre genannt. Das ist kein Wunder:
In dem typischen Ami-Actionfilm kämpft der Gute gegen viele böse Leute, verliebt sich in eine Frau (oder umgekehrt) und gewinnt am Schluss.
In Matrix kämpft der Gute gegen viele böse Computerprogramme(!), verliebt sich in eine Frau (oder umgekehrt) und gewinnt am Schluss. ;-)
Das soll hier keine Kritik sein und auch kein Angriff auf die Matrix-Fans, ich will nur verdeutlichen, wie sehr man sich an manche Stereotypen gewöhnt hat und wie schwer es offensichtlich manchen fällt, ohne sie zu leben. :-)
Ich bin auf Avalon gestossen, da ich ein großer Fan von Mamoru Oshii, dem Regisseur bin - wer 'Jin Roh' oder 'Ghost in the Shell' gesehen hat, der mag das nachvollziehen. Die große Stärke Oshii's liegt in der unwahrscheinlich lebensechten Darstellung der Charaktere, der glaubhaften Vermittlung der Story und vor allem der sehr subtilen Spannung und Atmosphäre.
An diesem Punkt scheiden sich offenbar die Geister: Gerade dadurch, dass NICHT 120 Minuten lang Action ist wird der Film doch erst glaubwürdig!! Dadurch, dass man auch mal sieht, wie Ash ihrem Hund was zu essen macht, durch die bewusst wiederholte Darstellung des Alltags, der Trostlosigkeit der Umgebung, erst dadurch ergibt sich diese einmalige Atmosphäre, erst dadurch kann man sich in den Charakter Ash hineindenken! Die wundervoll sphärische Musik von Kenji Kawai tut hier (wie auch schon in anderen Oshii Filmen) ihr übriges. Die Special-Effects sind sehr gut, stehen allerdings nicht im Mittelpunkt des Filmes.
Insgesamt lehnt sich der Film vom Stil her sehr an japanische Filme an.
Und ohne den Schluss vorwegzunehmen: gerade auch die gelbstichige Darstellung gibt einem am Ende Rätsel auf. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich beim einmaligen Anschauen des Filmes noch zu keiner Erklärung, was die Story angeht, gekommen bin. Auch darin unterscheidet er sich von Matrix, wo im Grunde nach 30 Minuten alle Geheimnisse gelöst sind. Avalon erklärt nichts, sondern stellt Fragen - die scheinbar durchaus mehrere Interpretationen zulassen.
Der Film ist auf jeden Fall sehenswert, und ich werde ihn mir garantiert noch mehrere Male anschauen! :-)
Ich empfehle jedem dazu, sich diesen Film anzuschauen, dem auch die folgenden Filme gut gefallen haben:
Sixth Sense, 2001: a Space Odyssee, PI, Jin Roh, Ghost in the Shell, Millennium (Serie)
Vergeßt alle Bezüge zu GHOST IN THE SHELL, und deshalb auch zu MATRIX, was die filmischen Mittel und den Stil des Films angeht. Inhaltlich, sicher, geht es um etwas sehr ähnliches: um das, was hinter der öden Fassade des Alltags steckt oder stecken KANN; darum, was man selbst aus seiner Realität machen kann; darum, daß "Realität" als solches vielleicht nur eine Floskel ohne universal bindende Bedeutung ist; und darum, daß die allgemein akzeptierte Realität für den einzelnen nicht die wirklich entscheidende Grundlage des Erlebens sein muß.
Ja. Sehr ernsthafte philosophische Themen. Und im Gegensatz zu MATRIX und anderen Popcornfilmen auch entsprechend ernsthaft abgehandelt. Obwohl es hier vordergründig um ein illegales Computerspiel geht, um das Erleben des Spiels, um die Suche nach einem geheimen Level innerhalb des Spiels (und sich auch ca. zwei Drittel des Films in diesem Spiel, Avalon, abspielen) - erwartet bloß keine nennenswerten CGI-Effekte (oder überhaupt Spezialeffekte).
Was AVALON bietet, sind fast ausschließlich monochrom-braunstichige Bilder, die Tristesse, Ödnis, Melancholie, Elegie heraufbeschwören. Ich fühlte mich des öfteren an die letzte Verfilmung von Orwells 1984 erinnert, und auch an THE SLEEPWALKER (Argentinien, Fantasy FilmFest 2000). Ein toller Soundtrack ist auch vorhanden - allerdings darf man wohl keine unüberwindbaren Antipathien gegenüber Opern hegen, um den Film genießen zu können...
Während wir erleben, wie die erfolgreiche Avalon-Spielerin Ash sich auf die Suche nach einem sagenumwobenen Geheimlevel begibt - um auch die letzten Geheimnisse des Spiels zu ergründen, und um eine alte Schuld auszugleichen -, tauchen wir tief in grundlgende Fragen des menschlichen Erlebens ein, die sich schon in einem Götter-Mythos, der im Film zitiert wird, formuliert finden: Nachdem Odin Schiffbruch erlitten hatte, wurde er von der Fee Morgan Le Fay sicher auf die Insel Avalon gebracht. Hier erholte er sich, fand zu alter Stärke zurück, und lebte fortan glücklich und zufrieden in diesem seinem Reich. Was er jedoch nicht merkte, war, daß Morgan ihm eine Krone aufgesetzt hatte - die Krone des Vergessens... und er vergaß, daß es noch eine "echte" Welt dort draußen gab, daß er eine Heimat hatte, daß er eigentlich ein anderes Leben hatte... Die Analogien zur Geschichte von Ash (und vielleicht von uns allen...) sind überdeutlich.
So weit, so gut. Mir persönlich leider ein wenig zu zäh bis ermüdend, um ein wirklicher Hit zu sein. Voller tiefschürfender Überlegungen, intelligent inszeniert, atmosphärich: sicherlich. Jedoch für meinen Geschmack ein wenig ZU trübe und bewegungslos (was man nach der furiosen Anfangs-Viertelstunde nicht unbedingt erwarten würde). Wahrscheinlich insgesamt ein "wichtiger" Film. Und bestimmt nicht schlecht. Aber eben... zähflüssig. Und sehr sehr schwer.
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