Meine Meinung
Erstmal eine kurze Anmerkung, die ich sehr schade finde. Vor kurzer Zeit wurde ja bekannt, dass es PAN bald nicht mehr geben wird. Einige Reihen laufen aber im Knaur Fantasy Programm weiter, viele wurden schon genannt, diese hier gehört nicht zu den genannten. Ich hoffe wirklich, dass sie fortgesetzt wird, das wäre sonst wirklich ärgerlich. Aber gut, es gibt ja auch noch die englischen Bücher. (Band 1: Glimmerglas, Band 2: Shadowspell, Band 3: Sirensong)
Ausserdem möchte ich unbedingt noch erwähnen, wie wundervoll ich dieses Cover finde. Zwar sehe ich den Zusammenhang zum Inhalt nur mit der viel Fantasie, aber es ist in keinem Fall unpassend und einfach wunderschön. Leider sind Knicke im Buchrücken unvermeidbar, wenn man bequem lesen möchte. Schade.
Jetzt aber zur Geschichte.
Wo ich erstmal ein bisschen seufzen musste, war bei der Erwähnung folgender Worte: Sommerhof, Königin Titania, Winterhof, Dunkelfeen, Königin Mab.. und so weiter. Das schon wieder, dachte ich. Nicht weiter tragisch, aber nachdem ich das schon bei Plötzlich Fee fand, hätte ich mich gefreut, wenn ich mal eine Feengeschichte ganz ohne Sommernachtstraum-Elemente lesen würde.
Gott sei Dank rückt das aber auch in den Hintergrund. Denn die Geschichte spielt nicht im Reich der Feen, auch wenn Avalon sehr sehr nahe dran ist.
Was mich am Anfang auch etwas stutzig machte, war ein kleiner.. Logikfehler, oder ich war wirklich zu blöd um es zu verstehen. An der einen Stelle sagt Dana zu den Lesern ihrer Geschichte noch, dass Kimber Ethan den Stinkefinger zeigt und sie (also Dana) diese Reaktion überraschte, da sie so garnicht feenhaft sei. Einige Seiten später meint Dana wiederrum, Ethan sei im Gegensatz zu Kimber so ganz anders als typische Feen. Hö? Da befürchtete ich schon mehr von diesen kleinen Fehlerchen, die mit der Zeit wirklich nerven können. Ich fand aber Gott sei Dank keine.
Überzeugen konnte mich die Geschichte mit der Idee von diesem Ort, Avalon. Ein Ort, an dem Menschen und Feen gemeinsam leben. Ein Ort, an dem der Übergang zu dem Reich der Feen, Faerie, ist. In unserer Welt, doch nicht verborgen. Es ist selbstverständlich und wird im Unterricht an Schulen behandelt.
Die Charaktere gefielen mir sehr gut, wobei ich Dana und Ethan noch am gewöhnlichsten und typischsten empfand. Sehr gut gefallen hat mir Kimber, bei der mein erste Eindruck vollkommen falsch war. Ich bin immernoch gespannt auf die genaue Aufklärung, die hinter ihren Eigenarten steckt. Danas Bodyguard, dessen Sohn und ihr eigener Vater wussten mich ebenfalls zu begeistern. Bei Danas Vater wusste ich nie so genau, woran Dana da genau ist.. was seine wirklichen Absichten sind und ob seine Freundlichkeit und Vatergefühle nichts als Heuchelei sind. Danas Mutter.. ja. Eine Alkoholikerin, was man nicht unbedingt in jedem Fantasy-Jugendbuch findet. Ich habe keine Erfahrungen mit diesem Thema, aber es war doch sehr lebhaft und relistisch beschrieben.. was mich auch hauptsächlich dazu brachte, mit Dana mit zu fühlen.
Dana selbst ist eine typische Fantasy-Jugendbuch Protagonistin. Stur, mutig.. aber doch irgendwie schutzbedürftig und unbeholfen. Auf der einen Seite sehr Erwachsen, auf der anderen Seite ein absolutes Kind. Und Ethan.. ja, der ist der typische coole, viel zu gut aussehende Typ, der sich für ein eigentlich unscheinbares Mädchen interessiert - oder doch nicht?
Der Schreibstil gefiel mir am Anfang nicht. Ich glaube, das könnte aber sehr gut an der Übersetzung liegen. Manchmal waren mir die Sätze irgendwie holprig zusammengeschustert und die Worte nicht so wirklich gut ausgewählt. Mit der Zeit wurde aber auch das besser - oder man gewöhnt sich einfach daran.
Trotzdem liest sich das Buch sehr flüssig und zügig, da der Schreibstil von Anfang bis Ende eher einfach gehalten ist. Hinzu kommt das ich von Anfang an wissen wollte wie es weitergeht. Was sind die Absichten von Danas Vater und Ethan? Wem kann sie trauen? Stimmen meine Befürchtungen? Der Leser ist wirklich genauso verloren und unsicher in der Geschichte wie Dana. Das ließ mich mitfiebern und die Seiten flogen einfach so dahin..
Fazit
Eine tolle Geschichte, bei der mir leider noch das gewisse Etwas fehlte.