Hallo,
ja, nun, was soll man zu diesem Buch sagen?
Was ist es: ein Management-Ratgeber, ein Erlebnis-Buch oder "Thema verfehlt"?
Frau Birkenbihl ist soweit bekannt, dass viele Leser sicher schon vom "Gehirn-gerechten-Lernen" gehört haben.....
Und wenn man das Buch anschaut, dann drängt sich einem der Verdacht auf: entweder hat die Autorin recht, oder ALLE anderen liegen falsch, denn......
das Buch überrascht durch mehrerlei:
- es ist durchgängig ziemlich groß gedruckt - also es ging nicht darum, jede Seite höchst effektiv "vollzustopfen",
- und dann ist immer wieder etwas fett gedruckt,
- manche Wörter sind sehr sinnbetont (eigenartig) geschrieben, z.B. Ent-DECK-er-Freude oder Be-WERT-ung,
- es tauchen häufiger "Handzeichnungen" auf,
- öfters wird man zum Denken angeregt, indem kleine Tests eingefügt sind usw..
Insgesamt mutet das Buch mehr wie ein "Buchseminar" an, als dass es sich um eine "klassische Lektüre" handeln würde.
Das wird auch durch die Gliederung unterstrichen:
man findet nur ein Kapitel - nämlich Kapitel 1 (!) - und dann gibts ausschließlich Module und Merkblätter: die Autorin mutet dem Leser zu, eine Entscheidung zu treffen, nämlich wie beim Zeitung- oder -schrift- oder sonstwas lesen: man soll sich einfach das heraussuchen, was man durchmachen will, ohne alles von vorne nach hinten zu beackern.
Gut, da ich alles lesen wollte, habe ich mich - außer ein paar Merkblättern und ein, zwei Modulen zwischendurch - traditionell verhalten - also von vorne bis hinten gearbeitet.
Womit wir beim Inhalt sind: worum gehts denn nun eigentlich?
Also, kurz gesagt: es geht um Motivation, genauer um Selbst- und Arbeitsmotivation. Man könnte sagen: wie motiviere ich mich und meine Mitarbeiter, damit wir alle zusammen beste Ergebnisse erzielen, und uns nicht gegenseitig "das Leben schwer machen"?
Kapitel 1 befaßt sich mit Grundlegendem zum Thema: ein kleines ABC mit Management-relevanten Fachbegriffen, wie Management-Grid, Dissonanz-Fähigkeit, Kontingenz und Kompetenz, Obligation, Taylorismus, McGregors X/Y-Theorie usw..
Dann gehts in Modulen weiter, und wir lernen, dass manche "gutgemeinte" extrinsische Motivation überhaupt nicht gut ist; dass Mitarbeiterbeurteilungen dem Wandel der Zeit unterliegen, und viele noch "in der Vergangenheit" stecken; dass Frederic Herzberg uns zum einen klar macht, dass manche Motivationspraktik - wider aller Erwartung - destruktiv, statt konstruktiv ist, und dass es Hygiene-Faktoren gibt, die zwar notwendig sind, aber gar nicht zu besonderer Motivation beitragen.
Neben weiteren Inhalten wird auch das Thema "Leitung von Meetings" / "Gruppendynamik" angesprochen, und die Autorin erklärt uns - ohne technischen Schnickschnack -, warum viele Meetings im Chaos oder in Ergebnislosigkeit versinken, und warum diese häufig "wie die Pest gehasst werden".
Und falls wir jemals mit unserer Arbeit unzufrieden waren, oder unter mangelnder Tiefe litten/leiden, ermutigt sie uns, ABC-Listen und KaWas zu erstellen, damit wir geistig fit werden, bleiben und uns auch in Zukunft immer mal wieder "neu erfinden" können,
Fazit: Vera F. Birkenbihls "Birkenbihl on Management" ist ein spannendes, unterhaltsames Buch für alle, die bereit sind, beim Lesen / Lernen Spaß zu haben, aus dem "Pauk-Trott" auszuscheren und sich auf eine unkonventionelle (!) Art des Lernens einzulassen.