Zunächst ist zur Qualität folgendes zu sagen:
- Die Ringe lassen sich gut aufsetzen und abnehmen. Die Gleitflächen der Bajonette sind ordentlich und passgenau gearbeitet.
- Bei der Entriegelung handelt es sich jeweils um einen abgewinkelten Blechwinkel mit dem man einen Sicherungsstift zurückzieht. Die Bleche wurden vermutlich abgewinkelt damit sie nicht hervorstehen. Wenn man sich die Funktion nicht vorher ansieht, könnte man vermuten, dass man zum Lösen auf den Blechwinkel wie auf einen Knopf drücken müsste. Tatsächlich ist er aber parallel zur optischen Achse zum Kameragehäuse zu ziehen um das Bajonett zu entriegel. Ergonomisch sinnvoll ist das nicht, aber eben Kostengünstig konstruiert. Wenn man es erst mal weiß, dann kommt man damit aber auch zurecht.
- Die Übertragung für AF und Blendensteuerung erfolgt über elektrisch isolierte in Längssachse bewegliche Kontaktstifte. Der notwendige Kontaktdruck zur Herstellung der elektrischen Verbindung wird von den Federkontakten der Kamera über die Stifte bis zu den Kontaktflächen des Objektivs weiter geleitet. In einer vorangegangenen Bewertung wurde auf Geräusche beim Aufsetzen der Ringe hingewiesen. Das Geräusch ist aber nicht bedenklich und kein Zeichen von mechanischer Belastung. Wem das Geräusch merkwürdig erscheint, der kann zuerst die Zwischenringe an die Kamera ansetzen und als letztes das Objektiv mit dem vorderen Zwischenring verbinden. Die Kontaktflächen am Objektiv sind für das Darüberhinweggleiten der Kontakte konstruiert.
Ihre Funktion erfüllen diese Zwischenringe bestens und das zu einem sehr günstigen Preis.
Über Vor- und Nachteile gegenüber anderen Makrolösungen sollte man hier nicht diskutieren. Optische Einschränkungen (wenn sie denn überhaupt welche sind), die sich aus der grundsätzlichen Verwendung von Zwischenringen ergeben, kann man nicht dem Produkt anlasten (Schärfentiefe, Fokusbereich, ...). Insbesondere Megazoom-Objektive und innenfokussierende Objektive bieten im AF-Betrieb mit Zwischenringen nur noch einen sehr kleinen Fokusbereich.
Fazit:
Zwischenringe sind eine preisgünstige Alternative zu Makroobjektiven. Aber auch für Besitzer von Makroobjektiven sind Zwischenringe eine zweckmäßige Ergänzung der Ausrüstung. Wenn nicht von vornherein eine Makro-Fototour geplant ist, hat man mit leicht mitzuführenden und robusten Zwischenringen immer noch die Chance ein Makromotiv einzufangen. Außerdem kann man fast jedes Objektiv mit den Ringen nutzen.
Diese Ringe, die es baugleich von verschiedenen Anbietern und zu unterschiedlichen Preisen gibt, sind allemal ihr Geld wert. Ich bin mir sicher, dass ich sie viele Jahre verwenden werde.
Ergänzung für Bastler:
Hier wird es noch ein bisschen spezieller für diejenigen, die schon weitere Kenntnisse der Makrofotografie haben und auch schon an Bastelideen gedacht haben, wie ich sie umsetzten wollte.
Bekanntermaßen sind Standardobjektive bezüglich des Strahlendurchgangs für den Schärfebereich von Unendlich bis ca. 1 m berechnet. Dreht man das Objektiv in die Repro-Stellung um, dann kann man die Abbildungseigenschaften des Standardobjektivs für den Nahbereich nutzen. Das Einzige was fehlt ist die Übertragung der Blendensteuerung. (Viel Licht zum Scharfstellen, abblenden für die Schärfentiefe beim Auslösen).
Für die elektrische Übertragung könnte man nun auf die Idee kommen zwei Zwischenringe mit einem Kabel zu verbinden, um so die elektrische Verbindung trotz Retro-Stellung herzustellen. Wegen der Übertragung der elektrischen Informationen, die bei diesen Zwischenringen über bewegliche Stifte erfolgt, die erst im Verbund mit Kamera und Objektiv den notwendigen Kontaktdruck herstellen, ist das mit diesem Produkt leider nicht praktikabel. Solche Lösungen gibt es bislang nur von Makrospezialisten wie Novoflex, aber zu entsprechenden hohen Preisen.