Gebraucht kaufen
Gebraucht - Wie neu Informationen anzeigen
Preis: EUR 4,40

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Autodafe
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Autodafe [Gebundene Ausgabe]

George Tabori
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Unbekannter Einband --  

Hinweise und Aktionen

  • Schulbücher & Lernhilfen
    Schnell finden und einfach bestellen. Ob Schulbücher, Lektüren, Lernhilfen oder Sprachlernmaterialien: Alle Bücher rund um die Schule finden Sie im großen Schulbuch & Lernhilfen-Special. Natürlich versandkostenfrei.

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: Wagenbach (August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 380313174X
  • ISBN-13: 978-3803131744
  • Größe und/oder Gewicht: 22,3 x 12,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 605.139 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Autodafé George Tabori erinnert sich nicht
Von Christiane Zintzen
Dass Leichtigkeit die schwerste Arbeit, weiss nicht nur, wem ihr Sein unerträglich ist. Noch der Schlawiner pflückt seine Nonchalance auf der Höhe des Stoikers und formuliert den Schmerz am Dasein dort, wo er ihn am tollkühnsten überspringt. Wenn der Entschluss, vom Leiden nicht zu reden, nicht minder wiegt als die inbrünstige Absicht zum Herzenserguss, wird man George Taboris «Autodafé» respektieren. Denn es legt der 88-Jährige, den man gemeinhin auf die Floskelformel des «Theatermagiers» bringt – ohne dabei zu vergessen, dass Tabori 1992 als erster und einziger Autor «fremder Zunge» den Georg-Büchner-Preis erhielt –, seine lange erwarteten «Erinnerungen» vor: ein Text, welcher vorsätzlich dazu angetan ist, eben diese Erwartungen zu brüskieren. Oder verhält es sich anders herum, und hätte man dem 1914 in Budapest Geborenen tatsächlich eine Selberlebensbeschreibung im Gestus von «Hand aufs Herz» zugedacht? War nicht abzusehen gewesen, dass uns dieser Grand Guignol die ihm zugedachte Rolle des braven «Zeitzeugen» vor die Füsse werfen würde? – Jetzt freilich so zu tun, als sei man nicht überrascht, dass Tabori die programmierte Charge des weisen Greisen für kokettes Geplänkel hingibt, wäre zu billig und – unangemessen – reizlos. Selbstredend sind die (gerade neunzig Seiten umfassenden) Eulenspiegeleien zwischen Kaffeehaus und KZ zunächst ein handfestes Ärgernis. Im Schwindel freier Fallhöhen stiehlt sich Tabori aus der Weltgeschichte, indem er ihre clownesken Hinterzimmer durchquert, und reiht er retuschierte Familienbilder zu einem fragmentarischen Album, welches einer gewissen Albernheit nicht entbehrt. Letztere ist es – mehr als die bekannten crudités des Erotomanen –, welche die peinliche Frage aufwirft, worauf sich der literarische Ruhm dieses Autors denn recht eigentlich gründe. – Wir blättern zurück in die Zeiten, als Tabori noch klassische Romane schrieb («Gefährten zur linken Hand», 1946), und gehen einmal mehr durch die Prosa-, Hörspiel- und Theaterversionen des höchst erfolgreichen Männerheimstückes «Mein Kampf» (1986/87). In der dürren Version der zu abwegigem Aberwitz geschürzten Buchstaben stürzt zunächst das gesucht Geistreiche in den Blick und der deutliche Hang zur Anekdote. Auch seine «Erinnerungen» stossen unsere neugierige Nase so wunderlich wie unumwunden darauf, dass dieser Mann nicht erzählen mag. Plaudern, jawohl, gerne ein Stück phantasieren oder da und dort einen spritzigen Aphorismus placieren: aber mitnichten einen Abendfüller liefern im Format des buchhalterisch erstatteten Berichts über das Leben! Seine Lieblingsautobiographie, hat George Tabori einmal gesagt, sei diejenige des André Malraux. Denn, tout simplement: «Er hat gelogen.» Entsprechend traditionsbewusst gibt uns der Meister allerlei «Dichtung und Unwahrheit» zum Besten – ob er uns zu selbigem halten will, bleibe dahingestellt. Die Abschweifung, welche uns nach dem Vorbild des «Tristram Shandy» absichtsvoll stets das vorenthält, worauf unserem politisch korrekten Appetit die Pawlowsch dressierten Sinne stehen, prägt auch die karge Autobiographie. Listig als «Autodafé» – das meint eine «öffentliche Bücherverbrennung» und ist zugleich der Titel der englischen Übersetzung von Elias Canettis Roman «Die Blendung» – ausgegeben, erzählen diese «Erinnerungen» ein Nicht-Ich und einiges von dem, was diesem vielleicht auch nicht widerfahren ist. Hinter solcher Kulisse sitzt er, der alte Charismatiker, und blinzelt er lächelnden Auges. Das, was als die «Würde des Alters» gilt, hängt indes sachte schaukelnd am Haken der Theatergarderobe.

Kurzbeschreibung

George Tabori erzählt eine Familiengeschichte besonderer Art. Wie jede ordentliche Familiengeschichte fängt sie mit der Geburt des Erzählers an.
Und wie es sich ebenfalls gehört, treten zunächst Frauen in das Leben des kleinen George: die handfeste Großmutter Fanny, die beinfeste Alma von O. und vor allem die Mama, eine freundliche, stille Frau, mit der der Erzähler seine aussichtslose Leidenschaft für bejahende Frauen erklärt. Dann erst kommen Bruder Paul, ein Genie im Umgang mit Sprache und Wahrheit, und der Vater, ein gebildeter Journalist.
Liebevoll ironisch wird diese Familiengeschichte erzählt - dahinter stehen freilich der aufziehende Antisemitismus, der Krieg. Aber selbst der Erzählung vom mühsamen Überleben der Mutter und der Ermordung des Vaters fehlt der pathetisch-dramatische Ton, nicht aber der Sinn für theatralische, absurde Bilder und eine spielerische Sprache.

Tags

 (Was ist das?)
Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte.
 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr bewegend 15. Januar 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Was George Tabori auf den wenigen Seiten seiner Erinnerungen erzählt, ist die bewegende und zutiefst anrührende Geschichte seiner Familie und seiner Jugend. Die "Schnäuzer", sein Besuch in Auschwitz, der Satz seines Vaters beim Betreten der Gaskammer, seine Lehrlingszeit im bereits naziverseuchten Berlin bleiben dem Leser im Gedächtnis. Hat man das Buch gelesen, wünscht man, der begnadete Regisseur und Autor hätte einen dicken Wälzer geschrieben.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Berührender Erzählstil 22. August 2002
Von Klaus Grunenberg VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Was George Tabori hier erzählt und wie er das tut, das tut wirklich gut. Und es ist nicht nur ein Genuß sondergleichen, sondern es bringt auch etwas, was wir oftmals vermissen in moderner Literatur, wo vielfach lamentiert wird (ziemlich oft) und wo kritische Situationen ganz anders beurteilt werden als hier, nämlich mit der Ausbreitung von Leid.
Ausbreitung von Überlebenskunst, in Vollendung vollzogen und in genügender Vollendung hier dargebracht in Literatur. Das wünsche ich mir und das wünschen wir uns doch alle, so hoffe ich jedenfalls.
Aber hier schreibt einer, der wirklich etwas zu erzählen hat und das ist gut so, wie es ist.
Ungetrübter Genuß für Kenner, ein Muß für solche, die es noch werden wollen !
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Konzentrationsschwäche/7.Kl... Buchempfehlung ? 15 Vor 20 Tagen
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar