als newton margaret thatcher fotografieren sollte, versuchte er, als hintergrund den hotel-pool durchzusetzen - "was sie in ziemlich strengem tonfall ablehnte. es sei stürmisch draußen, sie wolle sich ihre frisur nicht ruinieren lassen. ich bat sie, sich auf einen stuhl zu setzen und die beine übereinander zu schlagen. ... sie setzte sich, aber schlug die beine nicht übereinander ... und lächelte säuerlich in die kamera... ich fand das foto wunderbar, sie sah darauf aus wie ein haifisch." dieser kleine einblick in den text der autobiographie newtons zeigt, dass hier nicht nur ein revolutionärer fotograf sich mit seinen wichtigsten werken vorstellt, sondern dass hier ein mensch spricht, der auch noch sinn für humor hat. den kleinen reproduktionen seiner wichtigsten fotos hat er kontinuierlich amüsant zu lesende statements beigegeben: "vor nicht allzu langer zeit sagte ich einmal in einem vortrag, riefenstahl sei ... leider ein alter nazi. ... helmut, du musst mir versprechen, dass du mich nie wieder einen alten nazi nennst, sonst darfst du mich nie mehr fotografieren. was konnte ich machen? da ich nun mal eine nutte bin und nur an die bilder dachte, hätte ich ihr notfalls auch die ehe versprochen." zur begegnung mit waldheim (und man muss wissen: helmut newton ist jude, floh aus deutschland, seine fotografische lehrmeisterin wurde im KZ ermordet): "ich bat ihn, doch bitte ernster zu schauen. er sagte, er möge keine ernsten fotos von sich. ich dachte mir: wenn er unheimlich wirken will, soll's mir recht sein. er wird schon sehen, was er davon hat." was man von dieser autobiographie hat? eine neue newton'sche dimension, eine verblüffende ebene parallel zu den fotografien, die entdeckung eines humorvollen, hintergründigen, genialen künstlers, der die absolut stabile fähigkeit zur distanz hat. eine lohnende lektüre.