Eine CD, die durchaus auch Berechtigung hätte, über die amazon-Suchmaschine in der Klassik-Abteilung gefunden zu werden. Es ist eine klassische symphonische Dichtung. Der namensgebende 20-Minuten-Song, der auf meiner inzwischen völlig abgenudelten LP die ganze erste Seite einnimmt, ist die musikalische Interpretation einer monotonen Autobahnfahrt, beginnend mit den schnurrenden Anlasser von Ralf Hütters VW Käfer, gefolgt von dichterem Verkehr, hupenden Autos und der langsamen Annäherung an die bescheidene Höchstgeschwindigkeit des Wagens. Auf dem Highway sind die unterschiedlichen Landschaften, die der Fahrer durchquert, zu vernehmen. Erstmals bei Kraftwerk, die sich bis dahin als alles andere als vollelektronische Musiker verstanden - waren die ersten drei Alben noch synthisizer-frei - dominierte hier der Mini Moog, der, ebenfalls eine Premiere, begleitet wird von Gesang: "Die Fahrbahn ist ein graues Band / Weiße Streifen, grüner Rand".
Kleine Bemerkung am Rande: Standen die deutschen Kritiker dem Album anfangs noch recht verhalten gegenüber, änderten sie rasch ihre Meinung, nachdem die LP in England auf Platz vier und in den USA auf Platz fünf emporschoss.