Dieses Buch ist eine Zusammenfassung der Ideen des Sozialphilosophen André Gorz, welcher das Ende des Kapitalismus vorausgesagt hat und versucht das Bild einer anderen, zukünftigen Gesellschaft aufzuzeigen, welche nach diesem Zusammenbruch entstehen könnte, entweder auf zivilisierte oder barbarische Weise.
Die Wirtschaft muss wachsen, das BIP muss steigen, damit die Wirtschaft nicht zusammenbricht. Dies bedeutet dass die Arbeiter produktiver arbeiten müssen. Es gibt aber immer weniger Arbeiter, durch welche diese Produktivität gesteigert werden kann. Die Waren müssen jedoch auch einen Kunden finden. Man produziert nicht, was man konsumiert und man konsumiert nicht, was man produziert. Arbeit ist entfremdet worden, es ist oft nur der Verkauf der eigenen Lebenszeit, um leben zu können. Hierdurch wird man durch Konsum entschädigt.
Damit die Wirtschaft wächst werden ständig neue Bedürfnisse geschaffen. Waren halten oft nicht mehr lange, wir verschwenden wegen immer aufneuer aufkommender Trends Ressourcen ohne Ende.
Damit der Konsum steigt werden schulden gemacht, das BIP steigt, die Wirtschaft wächst. Das geht eine ganze zeit lang gut, aber irgendwann platzt dann die Blase, wenn man sieht, dass die Schulden nicht zurückgezahlt werden können und es kommt zu einer Krise (die jetzige Wirtschaftskrise hat Gorz übrigens vorhergesehen).
Vieles geschieht nur noch über Finanzmärkte, d.h. das Kapital ist selbst produktiv. Der Kapitalismus stößt an seine inneren Grenzen, es geht nicht mehr weiter.
Wenn es mehr kranke Leute gibt, steigen die Ausgaben im Gesundheitssektor, folglich steigt das BIP, es geht uns allen also besser. Wenn in Brasilien Bauern von ihren Feldern vertrieben werden, auf welchen Nahrungsmittel für die dort lebende Bevölkerung angebaut wird und es werden dort Billiglöhner beschäftigt und die Agrarprodukte dann ins Ausland exportiert, dann steigt hier das BIP, den Leuten geht es also besser... Das BIP kann also nicht die ausschlaggebende Größe sein, an der man Wohlstand misst. Wenn ein paar Leute viel reicher werden, weil viele Leute etwas ärmer werden, dann steigert dies immer noch den Wohlstand der gesamten Bevölkerung.
Ein interessantes Beispiel war das Auto. Als das Auto damals auf den Markt kam war es etwas besonderes, mit welchem man seinen Status hervorheben konnte. Man besaß das Privileg schneller zu sein als alle anderen, machte sich aber von Handwerkern und Ölindustrie abhängig, da man nicht wie vorher bei einer Kutsche Reperaturen selbst vornehmen konnte und nicht regelmäßig Treibstoff brauchte. So etwas wollte jeder haben und irgendwann war es auch erschwinglich. Wenn man jetzt in die Großstädte der Welt schaut ist es oft so, dass man mit dem Fahrrad zu Stoßzeiten oft schneller vorankommt als mit dem Auto. Leider sind die Alternativen teils so schlecht, dass man nicht auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen kann, sondern ein Auto benötigt und darauf angewiesen ist, z.B. weil man wegen der vielen Autos in einer stinkenden Großstadt in einen Vorort geflüchtet ist und folglich lange zum Arbeitsplatz braucht. Das Auto hat also die Stadt kaputt gemacht und wegen der vielen Autos und Staus macht die Stadt jetzt die Autos kaputt, da man sich mit diesen zu bestimmten Zeiten nur langsam fortbewegen kann. viel sinnvoller wäre es auf Autos zu verzichten, in der Nähe vom Wohnort arbeiten zu können und ansonsten ein gutes System von öffentlichen Verkehrsmitteln zu haben, was billiger, schneller und ökologischer wäre.
Dieses Buch regt sehr zum Denken an und beinhaltet viele interessante Ideen. Was wir selbstverständlich hinnehmen ist gar nicht so selbstverständlich. Es gibt noch andere Formen zu leben. Ein Mensch ist nicht nur als Arbeiter und Konsument definierbar, der als einzigen Sinn das Geld sieht. Man versucht einem trotz Wirtschaftskrise einzureden, dass Arbeitslose nur faul sind und es allen durch mehr und produktivere Arbeit besser geht. Was jetzt wachsen und produziert werden soll und das man hierfür auch immer zahlungsfähige Abnehmer braucht, darauf wird kaum weiter eingegangen. Das die Löhne durch Globalisierung sinken und man versucht zu überzeugen die arbeitnehmerfreundlichen Gesetze zu Gunsten der Marktgesetze abzuschaffen, d.h. mehr Stunden in der Woche mehr Jahre im Leben und für weniger Geld zu arbeiten, damit es uns allen besser geht (das BIP würde steigen, auch wenn die meisten verarmen) ist auch kaum etwas, worüber viele nachzudenken wagen. Viele würden den Gedanken, dass unser System nicht ewig in dieser Form fortbesteht als linkes unrealistisches Geschwätz abtun. Ich denke, dass es tatsächlich unmöglich für die Wirtschaft ist auf ewig immer weiter zu wachsen. Ich habe keine Ahnung, ob anschließend eine Gesellschaft entsteht, wie es Gorz vorschwebt, da die meisten Menschen wahrscheinlich vom Denken her zu sehr in diesem System gefangen sind und es wahrscheinlich eher eine Lange Zeit voller Leiden gibt, ehe man sich wirklich neu orientieren könnte, aber das wird sich zeigen....