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Auswege aus dem Kapitalismus: Beiträge zur politischen Ökologie [Broschiert]

André Gorz
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

20. Mai 2009
Die Ökologie hat nur ihre volle kritische und ethische Kraft, wenn die Verwüstungen der Erde, die Zerstörung der natürlichen Grundlagen des Lebens als die Folge einer bestimmten Produktionsweise verstanden werden; und wenn verstanden wird, dass diese Produktionsweise die Maximierung der Erträge verlangt und zu Techniken greift, die dem bilogischen Gleichgewicht Gewalt antun.

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Produktinformation

  • Broschiert: 128 Seiten
  • Verlag: Rotpunktverlag, Zürich; Auflage: 2. Aufl. (20. Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 385869391X
  • ISBN-13: 978-3858693914
  • Originaltitel: Ecologica
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 286.620 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Kapitalismuskritik und politisch-ökologisches Denken gehören für Gorz untrennbar zusammen. Ein anregendes, visionäres Bändchen.« (Annette Jensen, Die Tageszeitung)

»Gorz selbst hatte mit seiner eigenen bescheidenen Lebensführung vorgeführt, dass ein Leben jenseits von Konsum und Warenflut möglich ist. Seine ausgeprägte Sensibilität für gesellschaftliche Entfremdungsprozesse hat uns den Blick auf eine bessere Zukunft geöffnet.« (Henning Burk, 3sat-Kulturzeit)

»Die Texte für sein letztes Buch hat Gorz unter dem Aspekt der aktuellen politischen Herausforderungen zusammengestellt und antizipiert darin die doppelte Krise, mit der die Menschheit heute konfrontiert ist: Die Klimakrise und die Finanzkrise. Gorz hat mit seinem letzten Buch eine Art Abschiedsbrief für die Nachwelt verfasst.« (Gerhard Klas, SWR2)

Über den Autor

André Gorz (1923-2007), geboren in Wien, verbrachte die Kriegsjahre in der Schweiz und ließ sich nach Kriegsende in Paris nieder. Er arbeite mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir an der Zeitschrift Les Temps modernes , war Redaktor bei L'Express , später bei der Wochenzeitung Le Nouvel Observateur, die er 1964 zusammen mit Jean Daniel gegründet hatte. In seinen Buchpublikationen profiliert sich Gorz als Theoretiker der Arbeiterselbstverwaltung und der politischen Ökologie. Kurz vor Drucklegung der zweiten Auflage von »Brief an D.«, am 22. September 2007, hat sich André Gorz zusammen mit seiner schwerkranken Frau das Leben genommen.

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4.0 von 5 Sternen Auswege aus dem Kapitalismus 9. Juli 2009
Format:Broschiert
Der österreichisch-französische Sozialphilosoph und Marxist André Gorz hat sich sein ganzes Leben mit der Entfremdung des Menschen und der inneren Logik des Kapitalismus beschäftigt. In seinen Buchpublikationen hat sich Gorz als Theoretiker der Arbeiterselbstverwal-tung und der politischen Ökologie profiliert.

Kurz vor seinem Tod hat Gorz seine Texte neu verfasst und zusammengestellt. In »Auswege aus dem Kapitalismus« fasste er aus 128 Seiten ein letztes Mal seine Ideen zusammen. Das dabei entstandene essyistische Werk gilt als sein Vermächtnis. Der Kapitalismuskritiker belegt, warum das kapitalistische System dazu neigt, am Ende zu kollabieren und zeigt zugleich Auswege aus dem Kapitalismus auf. Am Ende kollabiert das kapitalistische System, so prognostizierte Gorz bereits im Jahr 2004.

Im Kapitalismus muss der Konsum ständig wachsen. Anders können wirtschaftliche Gewinne immer weniger realisiert werden. Immer neue Wachstumsfelder müssen gefunden werden. Deshalb wird die Warenwelt bis ins Absurde aufgeblasen. Kurz vor seinem Tod 2007 verkündete der Sozialphilosoph André Gorz ganz nach Karl Marx, dass die Sebstverwertung des Kapitals an eine innere Grenze stößt. Dem Kapitalismus gehen die Konsumenten aus, die ihn eigentlich mit ihrem stetigen Konsum am Leben erhalten sollen. Im globalen Konkurrenzkampf fallen die Werte ins Bodenlose.

Gorz erweist sich in seiner ökonomischen Analyse als ein Vordenker der heutigen Wirtschaftskrise. Er prophezeit den Kollaps des kapitalistischen Systems aus marxistischer Sicht. Wohin wir gehen werden, ist eine »Umsonst-Ökonomie«. Der Staat schafft sich seine Konsumenten selber. Immer öfter werden Steuergelder an die Konsumenten verteilt, damit sie neue Waren kaufen und alte wegwerfen. Gorz jahrzehntelange Beschäftigung mit der inneren Logik des Kapitalismus bringt ihn schließlich zu der Erkenntnis, dass die verzweifelte Suche nach Geldvermehrung zwangsläufig ins Leere führt.

Dem Kapitalismuskritiker Gorz geht es um die Befreiung des Menschen von der kapitalistischen Produktionsweise. Er hegt den Traum von einem lohnfreien Leben in Würde.

In der Krise steckt auch eine Chance. Gorz sieht einen Ausweg aus der Krise. Er besteht in einem ökologischen Ansatz. Einen Ausweg sieht Gorz in einem selbstbestimm-ten Leben und einer ökologischen Lebensweise jenseits von Konsum und Warenflut. Seine ausgeprägte Sensibiliät für gesellschaftliche Entfremdungsprozesse und Freiheit hat uns den Blick auf eine bessere Zukunft geöffnet.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht nicht ewig so weiter... 11. Dezember 2009
Von Athene
Format:Broschiert
Dieses Buch ist eine Zusammenfassung der Ideen des Sozialphilosophen André Gorz, welcher das Ende des Kapitalismus vorausgesagt hat und versucht das Bild einer anderen, zukünftigen Gesellschaft aufzuzeigen, welche nach diesem Zusammenbruch entstehen könnte, entweder auf zivilisierte oder barbarische Weise.

Die Wirtschaft muss wachsen, das BIP muss steigen, damit die Wirtschaft nicht zusammenbricht. Dies bedeutet dass die Arbeiter produktiver arbeiten müssen. Es gibt aber immer weniger Arbeiter, durch welche diese Produktivität gesteigert werden kann. Die Waren müssen jedoch auch einen Kunden finden. Man produziert nicht, was man konsumiert und man konsumiert nicht, was man produziert. Arbeit ist entfremdet worden, es ist oft nur der Verkauf der eigenen Lebenszeit, um leben zu können. Hierdurch wird man durch Konsum entschädigt.
Damit die Wirtschaft wächst werden ständig neue Bedürfnisse geschaffen. Waren halten oft nicht mehr lange, wir verschwenden wegen immer aufneuer aufkommender Trends Ressourcen ohne Ende.
Damit der Konsum steigt werden schulden gemacht, das BIP steigt, die Wirtschaft wächst. Das geht eine ganze zeit lang gut, aber irgendwann platzt dann die Blase, wenn man sieht, dass die Schulden nicht zurückgezahlt werden können und es kommt zu einer Krise (die jetzige Wirtschaftskrise hat Gorz übrigens vorhergesehen).
Vieles geschieht nur noch über Finanzmärkte, d.h. das Kapital ist selbst produktiv. Der Kapitalismus stößt an seine inneren Grenzen, es geht nicht mehr weiter.

Wenn es mehr kranke Leute gibt, steigen die Ausgaben im Gesundheitssektor, folglich steigt das BIP, es geht uns allen also besser. Wenn in Brasilien Bauern von ihren Feldern vertrieben werden, auf welchen Nahrungsmittel für die dort lebende Bevölkerung angebaut wird und es werden dort Billiglöhner beschäftigt und die Agrarprodukte dann ins Ausland exportiert, dann steigt hier das BIP, den Leuten geht es also besser... Das BIP kann also nicht die ausschlaggebende Größe sein, an der man Wohlstand misst. Wenn ein paar Leute viel reicher werden, weil viele Leute etwas ärmer werden, dann steigert dies immer noch den Wohlstand der gesamten Bevölkerung.

Ein interessantes Beispiel war das Auto. Als das Auto damals auf den Markt kam war es etwas besonderes, mit welchem man seinen Status hervorheben konnte. Man besaß das Privileg schneller zu sein als alle anderen, machte sich aber von Handwerkern und Ölindustrie abhängig, da man nicht wie vorher bei einer Kutsche Reperaturen selbst vornehmen konnte und nicht regelmäßig Treibstoff brauchte. So etwas wollte jeder haben und irgendwann war es auch erschwinglich. Wenn man jetzt in die Großstädte der Welt schaut ist es oft so, dass man mit dem Fahrrad zu Stoßzeiten oft schneller vorankommt als mit dem Auto. Leider sind die Alternativen teils so schlecht, dass man nicht auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen kann, sondern ein Auto benötigt und darauf angewiesen ist, z.B. weil man wegen der vielen Autos in einer stinkenden Großstadt in einen Vorort geflüchtet ist und folglich lange zum Arbeitsplatz braucht. Das Auto hat also die Stadt kaputt gemacht und wegen der vielen Autos und Staus macht die Stadt jetzt die Autos kaputt, da man sich mit diesen zu bestimmten Zeiten nur langsam fortbewegen kann. viel sinnvoller wäre es auf Autos zu verzichten, in der Nähe vom Wohnort arbeiten zu können und ansonsten ein gutes System von öffentlichen Verkehrsmitteln zu haben, was billiger, schneller und ökologischer wäre.

Dieses Buch regt sehr zum Denken an und beinhaltet viele interessante Ideen. Was wir selbstverständlich hinnehmen ist gar nicht so selbstverständlich. Es gibt noch andere Formen zu leben. Ein Mensch ist nicht nur als Arbeiter und Konsument definierbar, der als einzigen Sinn das Geld sieht. Man versucht einem trotz Wirtschaftskrise einzureden, dass Arbeitslose nur faul sind und es allen durch mehr und produktivere Arbeit besser geht. Was jetzt wachsen und produziert werden soll und das man hierfür auch immer zahlungsfähige Abnehmer braucht, darauf wird kaum weiter eingegangen. Das die Löhne durch Globalisierung sinken und man versucht zu überzeugen die arbeitnehmerfreundlichen Gesetze zu Gunsten der Marktgesetze abzuschaffen, d.h. mehr Stunden in der Woche mehr Jahre im Leben und für weniger Geld zu arbeiten, damit es uns allen besser geht (das BIP würde steigen, auch wenn die meisten verarmen) ist auch kaum etwas, worüber viele nachzudenken wagen. Viele würden den Gedanken, dass unser System nicht ewig in dieser Form fortbesteht als linkes unrealistisches Geschwätz abtun. Ich denke, dass es tatsächlich unmöglich für die Wirtschaft ist auf ewig immer weiter zu wachsen. Ich habe keine Ahnung, ob anschließend eine Gesellschaft entsteht, wie es Gorz vorschwebt, da die meisten Menschen wahrscheinlich vom Denken her zu sehr in diesem System gefangen sind und es wahrscheinlich eher eine Lange Zeit voller Leiden gibt, ehe man sich wirklich neu orientieren könnte, aber das wird sich zeigen....
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leise Kritik an der Einkaufsillusion 15. November 2009
Format:Broschiert
Es ist nicht die lauteste Kritik an den Auswüchsen eines falsch verstandenen Kapitalismus. Dieser Tage kommen monatlich marktschreierische Propheten auf den Buchmarkt, die den Zusammenbruch der Finanzmärkte immer schon vorhergesehen haben.
André Gorz kommt mit leisen und eindringlichen Worten. In seinen Auswegen stellt er schlicht in Frage, ob wir für ein gutes Leben alles was wir wertschätzen zur Ware machen müssen.
Es ist nicht viel Neues was Gorz noch einmal vor seinem Tode in diesem Buch zusammengetragen hat. Auch die Warnung vor dem ökologischen Kollaps wegen der maßlosen Warengesellschaft überrascht nicht mehr.
André Gorz schaffte es aber, der Leserin und dem Leser die kleinen und wohldurchdachten Argumente zu liefern, die wir brauchen, um das eigene Konsumleben und das unseres Umfeldes in einen kritischen Blick zu nehmen. Ohne erhobenen Ziegefinger können wir dann selbst kleine Auswege aus dem Kapitalismus wählen.
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