Pressestimmen
»Mit diesem Buch erleben heutige Leser Wegners beeindruckenden Vortrag, sie erfahren, welchen Lernprozess der Pazifist durchmachte. Und dank des kenntnisreichen Essays von Wolfgang Gust werden Hintergründe und Schuldige für den Völkermord an den Armeniern benannt - der bis heute vielerorts geleugnet wird.« (Liane von Billerbeck, Deutschlandradio Kultur, 18.01.2012) »Den Text und die Fotos von Wegners Lichtbildvortrag hat der Germanist Andreas Meyer nun in einer hervorragenden historisch-kritischen Edition publiziert: Ein erschreckendes aber wichtiges Zeitdokument.« (Das Parlament, 30.01.2012) »Wenn man das ganze Buch sorgfältig durchliest, kann man manche neuen Einsichten gewinnen, jedoch drängen sich auch Fragen auf. Wertvoll ist es zu beobachten, wie gezielt Wegner diesen Vortrag literarisch gestaltet hat, zweifellos im Vorgriff auf sein großes, leider nicht zustande gekommenes Romanprojekt »Die Austreibung«, an dem er intensiv arbeitete, bis die Nazis ihn ins KZ und später ins Exil zwangen.« (Norbert Mecklenburg, literaturkritik.de, Januar 2012) »Armin T. Wegner war einer der mutigsten, weltläufigsten, interessantesten deutschen Schriftsteller des letzten Jahrhunderts. Es ist lächerlich und ärgerlich, dass man immer wieder auf ihn hinweisen muss, als sei er eine neue Entdeckung. (...) Im Wallstein Verlag erscheint jetzt erstmals sein Armenien-Buch, mit Fotos und wissenschaftlichem Kommentar, und ein großartiger Band mit Texten über ihn.« (Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 20.11.2011) »Meier kommt das Verdienst zu, den ursprünglichen Vortragstext wieder breiter zugänglich gemacht zu haben. Dies geschieht keineswegs auf unkritische Art und Weise.« (Armin Pfahl-Traughber, www.hpd.de, 21.11.2011)
Kurzbeschreibung
Der Völkermord an den Armeniern Armin T. Wegners Augenzeugenbericht erstmals veröffentlicht.Als Sanitäter im Ersten Weltkrieg sieht Armin T. Wegner den Flüchtlingsstrom der von den Türken in die syrische Wüste getriebenen armenischen Bevölkerung. In den Jahren 1915 bis 1917 fanden dort bis zu 1,5 Millionen Armenier den Tod. In einem offenen Brief an den amerikanischen Präsidenten Wilson protestierte Wegner gegen dieses himmelschreiende Unrecht.Unmittelbar nach Kriegsende fasste Wegner seine Erfahrungen als Augenzeuge in einem Vortrag zusammen, den er ab Oktober 1919 mehrfach hielt. Begleitend zeigte er 100 Dias, die er trotz des Verbots der türkischen Behörden gemacht und wie es im Vortrag heißt »unter der Leibbinde versteckt über die Grenze« geschmuggelt hatte.Wenngleich viele dieser Fotos heute die Ikonographie des Genozids prägen, ist Wegners Augenzeugenbericht bisher nie veröffentlicht worden.Mit der Publikation des Vortrags erhalten die Fotografien nicht nur die durch Wegner autorisierten Bildlegenden, ihre Authentizität wird überdies in einem kritischen Apparat erörtert. Ein Essay von Wolfgang Gust über die historischen Hintergründe des ersten Völkermordes in der Neuzeit ergänzt den Band.