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Austreiben
 
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Austreiben [Gebundene Ausgabe]

Ernst Molden
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Deuticke (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 321630468X
  • ISBN-13: 978-3216304681
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 420.496 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ernst Molden
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Einband des Buches ist schwarz, das Vorsatzpapier blutrot und unter dem Titel steht provokativ: "Vampir-Roman". Mut haben sie ja, der kleine Wiener Verlag und sein junger Autor, denke ich mir und lese die ersten Zeilen.

"Jetzt hockt sie im Wagen, und wieder hat es Nacht werden müssen, damit sie endlich allein ist." -- Mimi ist Polizistin und arbeitet für das Wiener Sicherheitsbüro: geheimes Fachgebiet "Unappetitliche Sachen, die sonst keiner machen will". In dieser Funktion wird sie auf eine Reihe von Straftaten angesetzt, die mehrere Gemeinsamkeiten aufweisen. Bisher unbescholtene Bürger drehen plötzlich durch, die Täter lassen kurz nach der Tat ebenfalls ihr Leben und alles passiert stets in einem Naturschutzgebiet entlang der Lobau.

Als erstes rastet der berühmt-berüchtigte Moderator einer mitternächtlichen Radioshow aus und beschuldigt -- auf Sendung -- hohe Regierungsvertreter krimineller oder perverser Machenschaften. Dann fällt er ins Koma. Seine Angaben erweisen sich als wahrheitsgetreu.

Kurz darauf ermordet ein harmloser Gartenstadtbewohner einen Würstelbudenbesitzer, und eine polnische Nudistin ihren Mann. Kommissarin Mimi vermutet Zusammenhänge. Etwas Übernatürliches scheint in Wien sein Unwesen zu treiben. Doch das will ihr verbohrter Chef natürlich bis zuletzt nicht glauben. Monsignore Hain dagegen schon; wäre schließlich nicht seine erste Austreibung.

Ernst Molden hat einen sprachlich ungemein dichten Roman geschrieben, eine wohltuende Mischung aus Wiener Bösartigkeit und literarischer Phantastik. Gekonnt spickt er seine Krimihandlung mit kurzen, detaillierten Milieuschilderungen und Charakterstudien, die dem Leser einen Schauer den Rücken hinunter jagen, ja fast noch mehr zum Gruseln einladen als die konventionelleren Horrorelemente.

Hoffentlich scheitert dieses großartige Buch nicht an seiner Eigenwilligkeit. Austreiben ist ein Roman für offene und neugierige Leser, die sich anschließend wahrscheinlich eine stille Ecke suchen und Moldens andere Romane Die Krokodilsdame und Biedermeier verschlingen werden. --Felix Darwin

Neue Zürcher Zeitung

Am Ausguss Wiens

Ernst Moldens Vampir-Roman

Was hat ein Vampir in Wiens feuchten Donau-Auen zu suchen? Die Antwort weiss allein Ernst Molden, der bereits im Untertitel seines neuen Romans «Austreiben» Blutrünstiges ankündigt. Vielleicht muss der 32jährige, der als Autor und Bandleader in Wien lebt, ja auch deshalb zu solch drastischen Mitteln greifen, weil er literarisch erheblich vorbelastet ist: Sein Vater war der berühmt-berüchtigte Verleger, der in grossem Stil Bücher und in noch grösserem Stil Pleite machte, und seine Mutter Hanna Molden versuchte jüngst als Sachbuchautorin das Geheimnis des letzten Esterhazy-Fürsten zu lüften. Die Geheimnisse in Ernst Moldens Roman sind naturgemäss etwas niedriger angesiedelt: im «Miljöh» der Würstlbuden, Stadtbahnhaltestellen und Schrebergärten, in denen – wir erinnern uns an die einschlägigen Fernsehserien – ein Kottan ermittelte oder ein echter Wiener namens Mundl nicht unterging.

Mancher mag in diesen Niederungen nach wie vor sein Elysium finden, doch für den Mitternachtsmoderator bei einem populären Wiener Radiosender, Josef Eidlberger, genannt Joe Eid, den es an einem schwülen Frühsommertag in die amphibischen Auen um den Oder-Donau-Kanal zieht, hat der Aufenthalt an der Peripherie fatale Folgen. Gegen die dralle Blondine im luftigen Khakikleidchen, die sich zu ihm auf die Holzbank setzt, hat er vorerst nichts einzuwenden gehabt, doch als er kurz danach aus einem tiefen Schlaf erwacht, muss Joe feststellen, dass er verletzt ist. War es das unbekannte Donauweibchen, das ihm den folgenschweren Biss in die Brustwarze zugefügt hat? Zunächst verleiht ihm der Biss noch ungeahnte aufklärerische Fähigkeiten: Er holt bei seiner nächsten und zugleich letzten Sendung zu einem grossen Rundumschlag gegen Politiker und Werbekunden aus und verbarrikadiert sich schliesslich in seinem Senderaum, ehe er mit der Ambulanz in die psychiatrische Klinik Steinhof abtransportiert wird und forthin in einem der von Otto Wagner erbauten Pavillons vor sich hin dämmert.

Was sich in der Folgezeit in der Lobau, dem «Ausguss Wiens», noch alles an Ungeheuerlichem und Haarsträubendem ereignen wird, erzählt Molden in ebenso mundgerechten wie ereignisreichen Kapiteln. Man merkt, dass der Autor es sich zur obersten Maxime gemacht hat, seine Leser zu unterhalten, statt zu langweilen. Sprachlich geht dieser Plan auf, denn Moldens Diktion ist mit einem Ton grundiert, in dem die Tradition des Wiener schwarzen Humors von H. C. Artmann bis Qualtinger nachklingt. Seine Sätze sind wohltuend kurz, meistens pointiert und haben mitunter Originalitätsanspruch. So lässt er die Sonne ab- statt untergehen und die Stadt – ein «krankes Monster mit verschlackten Hauptschlagadern» – «gemächlich in den Sommer schwappen». Überhaupt – wer weder an Vampire noch an Exorzisten glaubt, liest Moldens Buch am gewinnreichsten als einen atmosphärisch zwischen Allerheiligen und Allerseelen angesiedelten Wien-Roman. Und hofft, dass dieser Autor irgendwann einmal einen Stoff finden wird, der seinem beträchtlichen schriftstellerischen Talent gerecht wird.

Hans Christian Kosler


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Vampir-Roman ohne Vampir, dafür aber mit einem Dämon, 1. September 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Austreiben (Gebundene Ausgabe)
Wer sich einen Vampir-Roman im engeren Sinne erwartet, wird von diesem Buch enttäuscht sein. Das Buch hat nichts gemein mit den Geschichten von Bram Stoker, Anne Rice oder anderen bekannten Autoren dieses Genres. Die einzigen Blutsauger, die hier vorkommen, sind Gelsen (Stechmücken). Statt dessen handelt die Geschichte von einem weiblichen Dämon, einem sogenannten Succubus, der in der Wiener Aulandschaft sein Unwesen treibt. Er entwendet Männern allerdings auch eine körpereigene Flüssigkeit, aber kein Blut, sondern Sperma...Männerphantasien von dämonischen Frauen, die sie beglücken, werden durchaus bedient. Aber auch Frauen bleiben nicht verschont vom Übernatürlichen. Die Umtriebe dieses Dämons im Wien des Sommers 1999 sind eingebettet in eine Detektivgeschichte: Die Kriminalbeamtin Mimi ist der Charakter der Geschichte, den der Leser von Beginn an mitverfolgen kann und der auch eine Entwicklung durchmacht. Mehr sei vom Inhalt nicht verraten...

Ich mag Vampirgeschichten und ich mochte auch dieses Buch, auch wenn meine Erwartungen bezüglich eines vorkommenden Vampirs nicht erfüllt wurden. Vor allem der Schauplatz der Geschichte, dieWiener Donaulandschaften (die Lobau in erster Linie), hatte es mir angetan. Die Beschreibungen dieser Gegend sind meiner Meinung nach gelungen und der Autor konnte mir sehr gut die dämonische Atmosphäre der Landschaft vermitteln. Wessen Phantasie also offen ist für Übernatürliches in einer der ungewöhnlichsten Landschaften einer Großstadt, dem sei das Buch empfohlen.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein kleines Meisterwerk, 16. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Austreiben (Gebundene Ausgabe)
Ich stimme dem Rezensenten der Amazon-de-Redaktion ("sprachlich ungemein dichten Roman", "literarischer Phantastik") und dem der NZZ ("Originalitätsanspruch") in ihren wesentlichen Anmerkungen zu, aber gehe sogar etwas weiter:

Das Buch ist ein kleines Meisterwerk. Zu diesem Schluss komme ich, weil es mich, trotz Bemühens um Originalität und Perfektion, federleicht und sanft absolut in Bann zog und auch hielt.

Ein Kritiker aus der Vampirecke sehnt sich nach mehr Realismus... Da frag ich mich, ob diese Vokabel auf jenes Genre bezogen nicht überhaupt fehl am Platze ist?

Das Buch ließ mich wenige Male äußerst schaudern. Sehr oft war mein Lesefluss unterbrochen, weil ich genötigt war, laut zu schreien vor Lachen: Ernst Moldens Sicht auf die Welt (insbesondere Wien und die Wiener) ist einzigartig.

Der Autor bekommt nur 4 Sterne für dieses Werk, weil ich über ein Dutzend Rechtschreib-/Flüchtigkeits-/Satzstellungsfehler auf diesen 250 Seiten gestolpert bin. Würde ihm gerne 5 bei einer weiteren Veröffentlichung geben. Ich darf gespannt sein.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen man hat eigentlich mehr erwartet, 12. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Austreiben (Gebundene Ausgabe)
Ich war regelrecht enttäuscht, als ich das Buch zu Ende gelesen habe. Der Titel versprach mehr, als eigentlich drin war. Da wird ganz plump die Geschichte von einem Dämon erzählt, der Wochen sein Unwesen treibt und am Ende wird er mir nichts dir nichts von einer wildfremden Person unschädlich gemacht.Die Geschichte allein ist ganz gut erzählt und man hat irgendwie eine Beziehung zu den Hauptpersonen...aber irgendwie passt das Ende kein bisschen zum Buch. Es ist alles so verwirrend und alles wird, je mehr der Schluss naht, umso unrealistischer. Ich denke, Vampir-oder Dämonenfans sind sehr von diesem Buch enttäuscht.
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