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Australien: Mit kommentiertem Literaturverzeichnis, Internetadressen, Zeittafel. (Länder)
 
 
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Australien: Mit kommentiertem Literaturverzeichnis, Internetadressen, Zeittafel. (Länder) [Taschenbuch]

Johannes H. Voigt
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was kann aus einem Land werden, dessen erste Siedler Strafgefangene waren? "Australien, der 'jüngste' wie auch 'älteste' Erdteil der Welt, hat uns mehr zu bieten, als wir uns träumen lassen", schreibt Johannes H. Voigt. Der Experte für Überseegeschichte zeichnet ein Bild von Australien, das ebenso faszinierend wie facettenreich ist. Land und Bevölkerung, Geschichte, Politik und Wirtschaft sowie multikulturelles Leben sind seine Themen. Besonders spannend: Voigt bringt im historischen Abriss immer wieder Auszüge aus Reisebeschreibungen oder Aufzeichnungen von Siedlern. Da heißt es beispielsweise in dem Brief eines deutschen Auswanderers, Melbourne 1859: "Vor 15 Jahren campten vielleicht auf eben dieser Stelle Wilde und buken ihre Opossums in der heißen Asche. Heute steht ein stattliches Gebäude da, die öffentliche Bibliothek, die jedem geistige Nahrung bietet."

Vor erst gut zweihundert Jahren begann die Einwanderung von Europäern, die dem Kontinent ein völlig anderes Gesicht gaben. Während das Innere noch immer fast menschenleer ist, haben sich in den Randgebieten fünf Millionenstädte entwickelt. Die größte von ihnen, Sydney, steht als Austragungsort der Olympischen Spiele 2000 im Zentrum des sportlichen Weltinteresses und will dabei auch Australiens multikulturelles Leben und Selbstbewusstsein ins Blickfeld rücken. Ein Jahr später feiert Australien den hundertsten Geburtstag seiner staatlichen Vereinigung.

Dieses kleine Handbuch ist vorzüglich für all diejenigen geeignet, die einen profunden, sachlichen, kompakten Überblick über Australien haben möchten. Oder eine Reise dorthin planen und sich nicht nur für die schönsten Strände in Queensland und hüpfende Beuteltiere interessieren. --Lilli Belek

Über den Autor

Johannes H. Voigt, Professor i.R., leitete die Abteilung für Überseegeschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Eroberung eines Erdteils

'Der Kontinent wurde mit Menschen einer fertigen Zivilisation bevölkert. Die Briten kamen und drängten sich auf mit ihrem Stacheldraht, ihren Eisenbahnen und ihrem Wirtschaftsjournalismus und modernen liberalen Ideen. Ihr Eindringen gleicht dem undisziplinierten Vorwärtsstürmen einer Horde, und manchmal, wie beim Ansturm einer Horde, war es begleitet von Vernichtung.
Die australischen Aborigines, über Jahrhunderte abgeschlossen von der zusammenwirkenden Kulturwelt, durch die sich nachbarschaftliche Nationen eine gemeinsame Zivilisation geschaffen haben, taten niemals den ersten entscheidenden Schritt über ein Jäger- und Sammlerdasein hinaus, der sie zu Herren des Bodens gemacht hätte. Stattdessen paßten sie sich dem Boden an, formten eine komplexe Zivilisation von hoher Künstlichkeit, die jedoch erschreckend hilflos war, als sie von der raffgierigen Gesellschaft Europas angegriffen wurde.'
W. K. Hancock: Australia. 1930, repr. Brisbane 1961, S. 20f. (Übers . J. H. V.)
Ur- und frühgeschichtliche Zeit: die Aborigines
Nach den Erkenntnissen der neuesten Forschung, insbesondere nach der Datierung des 1974 am Lake Mungo gefundenen Skeletts, bevölkerten die australischen Ureinwohner - Aborigines, seltener Schwarzaustralier genannt - schon mindestens 60.000 Jahre den Kontinent. Durch ein der Landschaft und dem Klima angepaßtes Leben konnten sie diesen zu Recht den ihren nennen, der ihnen allein lange die Welt bedeutete. Um die genetischen, ethnischen und sprachlichen Unterschiede zwischen den Schwarzaustraliern, die auf dem Festland leben, und denjenigen, die die Torres Strait Inseln bevölkern, deutlich zu machen, wird offiziell eine Sammelbezeichnung vermieden. Man nennt sie 'Aborigines and Torres Strait Islanders'. Im folgenden wird der Kürze halber stets die geläufige Sammelbezeichnung 'Aborigines' verwendet.
Als das Leben der Menschen in Europa und Asien in der letzten Phase der Altsteinzeit vom Jäger- und Sammlerdasein geprägt war, von d em die Höhlenmalereien in Südfrankreich und Nordspanien ein beredtes Zeugnis ablegen, als aber auch noch die Nebenlinie des homo sapiens, der Neandertaler, hier anzutreffen war, überquerte eine Gruppe des sich allgemein und überall durchsetzenden homo sapiens sapiens die nicht sehr breite Wasserstraße von Asien und Neuguinea nach Australien. Wie die Überfahrt geschah und mit welchen Schiffen oder Flößen sie bewerkstelligt wurde, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Neuesten Theorien zufolge sind die australischen Aborigines mit den 'ersten' Ureinwohnern Amerikas verwandt, die von den mongoliden Indianern verdrängt wurden.
Die Aborigines lebten in Gruppen (Stämmen, clans) von 100 bis zu 1500 Personen zusammen, als Einheiten, die sich durch Traditionen, Mythen, Kultformen, Sprachen oder Dialekte von den jeweils sie umgebenden abhoben. Bei Ankunft der 'zweiten' Ersten Flotte 1788 soll die Zahl der Aborigines nach früheren Schätzungen von Ethnologen um die 300.000 betragen haben. N euerdings wird sogar eine Bevölkerung von bis zu 750.000 genannt. Die Zahl der Stämme wird zwischen 300 und 600 geschätzt. Es wurden damals etwa 250 Sprachen der Pama-Nyungan-Sprachgruppe mit 700 Dialekten gesprochen.
Feste politische Organisationen entwickelten die Aborigines zwar nicht, aber die gesicherte Zugehörigkeit zu einem Stamm und dessen geschlossenes und, wenn nötig, auch machtvolles Auftreten gegen Übergriffe anderer Stämme, boten dem einzelnen genügend Schutz in seiner Gruppe und darüber hinaus. Schon im Jahrhundert vor James Cooks Entdeckung der australischen Ostküste 1770 hatte sich in Europa eine gewisse, allerdings höchst fatale Vorstellung von den Aborigines festgesetzt. Der Seefahrer und -räuber William Dampier war es, der sie genau einhundert Jahre vor der Landung der Ersten Flotte kurz beobachtete und sehr einseitig beschrieb. Sein Bild von ihnen war wenig schmeichelhaft.
William Dampier über die Aborigines 1688:
'Die
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