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Produktinformation
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Austerlitz ist ein sehr europäisches Buch, mit Aufenthalten in Wales, London, Prag, Theresienstadt, Marienbad und Paris. Ortsbeschreibungen verraten viel über die Austerlitzsche Seele. Als er in den 50er-Jahren einmal in Nürnberg aus dem Zug aussteigt und deutschen Boden betritt, beobachtet er Schuhwerk und Schweigsamkeit der vorübergehenden Menschen in den Fußgängerparadiesen. Die Architektur wird zum Seelenzustand, zu etwas, das psychologische Rückschlüsse zulässt -- für welche Art Mensch zum Beispiel haben die Architekten das Sicherheitssystem der Pariser Bibliothèque Nationale entwickelt?
Sebalds Sprache erinnert in ihrer Klarheit und Bestimmtheit gelegentlich an Thomas Bernhard, wenngleich die schlimmsten Ereignisse ohne Übertreibung beschrieben werden. Wo kommen die Waren her, die im Theresienstädter Laden auf den Tischen ausliegen? In diesem Buch ohne Kapitel oder Absätze sind Fotos ein wichtiger Bestandteil.
Statt des Exils beschreibt Sebalds Roman auf bewegende Weise die Suche nach der eigenen Vergangenheit. Wie kann Austerlitz die Heimat verlassen, wenn er sich an sie nicht erinnern kann, nicht mal weiß, wo sie gewesen ist? Der ausführliche Mittelteil des Buches beschreibt die Reise nach Prag, Theresienstadt und das dazugehörige dunkle Kapitel mitteleuropäischer Geschichte. Den Stillstand der Zeit zwischen Kindertransport (von Prag nach England, 1939, als Fünfjähriger) und der Abreise aus Prag mit wiedergefundener Identität in den 50er-Jahren.
Austerlitz versucht, "das Bild der von dem Wanderer durchquerten beinahe schon in der Vergessenheit geratenen Landschaft" heraufzubeschwören. Dabei empfindet er ein Gefühl des Widerwillens und des Ekels. Die Exkurse zu den verschiedensten Themen sind wertvolle Anregungen und wichtiger Teil dieser seelischen Landschaft. Was bleibt, ist die Frage: Werden im Nocturama nach Feierabend die Lichter eingeschaltet, damit die Tiere schlafen können? --Richard Foster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Buchnotiz zu: Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2001
Andrea Köhler hat sich mächtig ins Zeug gelegt, uns diesen Roman schmackhaft zu machen. Dass in dem Buch, wie sie sagt, alles wieder da sei, so wie in Sebalds früheren Büchern, ist als Kompliment zu verstehen, als Hinweis darauf auch, dass hier jemand "einer immer tobsüchtiger sich gerierenden Erinnerungslosigkeit" etwas entgegenzusetzen sucht. Des Autors Wille zur Erinnerung (deutscher Geschichte) offenbart sich für Köhler in einem suggestiven, tief melancholischen Tonfall und in einem "universalen Zeichensystem": Eine bis ins kleinste Detail verwobenen Syntax und eine gleichfalls mikroskopische Verflechtung von Bildern, Personen und Orten. Für die Rezensentin ist das Buch rhythmische Melodie und poetische Metaphysik der Geschichte - "in der das Erinnerte so lebendig ist, als würde es gerade geschehen" - in einem.
© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Gebundene Ausgabe
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf der Suche nach der Erinnerung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Austerlitz (Taschenbuch)
Ein nicht näher vorgestellter Erzähler trifft bei seinen architekturgeschichtlichen Streifzügen durch die Städte Mitteleuropas auf den etwas älteren Austerlitz, einen universal gebildeten sehr zurückhaltenden Menschen, mit dem sich über große Zeiträume hinweg eine intensive, zuerst sachliche, später persönliche Konversation ergibt. Man erfährt, dass der kleine Austerlitz als ein Waisenkind zunähst unbekannter Herkunft im Haushalt eines Geistlichen aufwuchs, dass er zur Schule ging, dass er dort Freunde und Gefährten traf, eine Leidenschaft für Kunst und Kultur und entwickelte und mit seinen herausragenden Begabungen zu den schönsten Hoffnungen berechtigte - wäre da nicht die Grundstimmung einer trübsinnigen Gemütsart, die dem heranwachsenden Austerlitz alle Freuden des Lebens gründlich vergällte. Schließlich kam es sogar zu einer manifesten Persönlichkeitskrise, in deren Verlauf dem Literateten und Bücherfreund Austerlitz zuerst das Schreiben und dann das Lesen entglitt, bis er von permanenter Schlaflosigkeit gepeinigt, Nacht für Nacht durch London lief, ohne zu wissen, was er eigentlich suchte. In einem dunklen Londoner Bahnhof steht er plötzlich einem fünfjährigen Waisen und zwei verhärmte Erwachsenen gegenüber und erkennt in dieser Halluzination urplötzlich die Szene seine Abkunft in London vor mehr als einem halben Jahrhundert. Doch woher kam er? Auf der Suche nach seiner eigenen Vergangenheit beginnt Austerlitz alle Barrieren der Verdrängung beiseite zu schieben und aus dem Fundus einer sich immer weiter erschließenden Erinnerung seinen Werdegang zu rekonstruieren. Es stellt sich heraus, dass der kleine Austerlitz aus Prag stammt und dass er von seiner jüdischen Mutter im letzten Augenblick vor dem Einmarsch der Nationalsozialisten im Jahre 1939 zusammen mit anderen jüdischen Kindern nach Großbritannien verschickt wurde. Einmal auf der Fährte seiner Herkunft gesetzt, forscht Austerlitz weiter, reist nach Prag, ermittelt den Wohnort seiner Kindheit, trifft seine Kinderfrau wieder und erfährt von der Verschickung seiner Mutter erst nach Theresienstadt, dann in eines der Vernichtungslager Osteuropas.Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, die in einer ungewöhnlichen Erzählkonstruktion vor dem Leser ausgebreitet wird, aber noch viel ungewöhnlicher um nicht zu sagen: einzigartig, ist die Sprache, in der dies geschieht. Sebald ist ein Stilist allerhöchsten Grades, ein Sprachsinfoniker, dessen literarisch ausgefeilte Girlandensätze nicht nur eine ungemeine Prägnanz sondern einen fast musikalischen Rhythmus beisitzen. Ganz egal, ob die Sätze eine halbe oder dreiviertel Seite lang sind, ganz egal ob der ersten Absatz nach 173 Seiten kommt. ob das Dach eines Bahnhofs, die Fortifikation einer Festung oder der Tod einer Motte beschrieben wird, immer empfindet man Sebald Sprache als ein ungemein wirksames Mittel zur Aufschließung der Welt, als einen Wahrnehmungsverstärker und ein Medium der moralischen Sensibilisierung zugleich, mit des Sebald gelingt, Nuancen vorzuführen, wie man sie so noch nie gelesen hat. Aber Sebalds Ambition geht noch weit über die Gestaltung solcher literarischer Meisterminiaturen hinaus: Sebalds Thema ist die Erinnerung, genauer gesagt: ist die Rekonstruktion der Gegenwart aus der Erinnerung, einer Erinnerung, die sich nach noch unbekannten Regeln mal verschließt und mal öffnet und zusammen mit Einbildungskraft den Menschen zu dem macht, was er ist. Dabei waltet über allem Rekonstruierten die düstere Stimmung einer allgemeinen Sinnlosigkeit, von der man sich fast anstecken lassen könnte, wenn man liest, dass der Autor kurz nach der Vollendung dieses Meisterwerkes bei einem Verkehrsunfall zu Tode kam. Ein verstörendes Werk, das dem Leser ganz neue Horizonte der Literatur eröffnet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Austerlitz: Roman (Gebundene Ausgabe)
„... Nach und nach entsann ich mich auch, wie es mir während der Fahrt auf einmal unwohl geworden war, wie ein Phantomschmerz sich ausbreitete in meiner Brust und wie ich dachte, ich werde jetzt sterben müssen an diesem schwachen Herzen, das ich geerbt habe, ich weiß nicht, von wem ...", sagt Austerlitz, meint der Erzähler, in Sebalds Werk (S. 378). Der Autor muß gewußt haben, wovon er sprach, denn am 14. Dezember 2001 erlitt W. G. Sebald, während er mit seinem Auto in Norwich unterwegs war, einen Schwächeanfall des Herzens, geriet mit dem Fahrzeug auf die gegenüberliegende Strassenseite, wo er mit einem Lastkraftwagen zusammenstieß, der Sebald tötete; seine Tochter, die ihn als Beifahrerin begleitet hatte, überlebte den Unfall verletzt. Sebalds Tod ist zweifelsohne ein großes Unglück auch für die deutsche Literatur. So ist „Austerlitz", Sebalds letztes zu Lebzeiten erschienenes Werk, das literarische Vermächtnis Sebalds. Es fällt auf, dass Sebald dem Werk keine Gattungsbezeichnung gegeben hat: weder Biographie, noch Roman, noch Bericht, noch Erzählungen oder dergleichen. Wahrscheinlich sperrt sich „Austerlitz" auch gegen eine solche Ettikettierung: viele Elemente des Werks werden auf Erzählungen einer oder mehrerer realen Personen beruhen: in England leben noch heute viele während der Nazizeit ausgewanderte Juden, wie Sebald kurz vor seinem Tod meinte, und er, der aus Deutschland weggegangene Nichtjude Sebald, habe manche von ihnen dort kennengelernt. So mag dieser Roman - Germanisten mögen es herausfinden - auch zugleich das Dokument einer Freundschaft zwischen Sebald und einem „Emigranten" wie Jaques Austerlitz sein. Aber vieles wird auch der Einbildungskraft Sebalds entsprungen sein: so erinnert etwa die Verankerung der Vita Austerlitz' in Prag „prototypisch" an die Leidensgeschichte der Familie Kafka und der anderer osteuropäischer Juden. Wie Sebald das alles schildert, wie er langsam, aber mit einer sich auch auf den Leser übertragenden stetig wachsenden Spannung, die Selbstentdeckung des Austerlitz entwickelt, Die Vergangenheit und die Zukunft als seelischen Raum darzustellen, den man betritt, mit einer Erzählung die Grenzen der Zeit zu sprengen und den Leser in diesen Raum der Vergangenheit und der angedeuteten Zukunft zu führen: diese Leseerfahrung ermöglichen in besonderer Weise W. G. Sebalds Erzählungen („Die Ausgewanderten") und daran anknüpfend, „Austerlitz". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das schönste traurigste Buch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Austerlitz (Taschenbuch)
Das ist vielleicht das beste Buch der deutschen Gegenwartsliteratur. Vielschichtig im Inhalt, in einer wunderbaren Sprache geschrieben. Eigentlich eine Komposition, vergleichbar mit einem Werk von Johann Sebastian Bach. Die wenigen stillen Fotos aus dem Archiv des Autors illustrieren nicht, sondern berühren beim Lesen auf merkwürdige Weise. Die Vergangenheit in der Gegenwart, geknüpft an Architekturbetrachtungen von Festungsbauwerken und Bahnhöfen, Symbole für den Seelenzustand. Ein älterer Mann sucht in langsamen, traurigen Schritten seine Vergangenheit. Als Kind jüdischer Eltern zur Rettung in die Fremde verschickt beschäftigt er sich sein Leben lang nicht mit seiner Herkunft. Er ist gleichsam abgeschnitten von seiner Identität. Erst als die Zeichen aus der Vergangenheit sich mehren, macht er sich auf eine vorsichtige Suche und findet Schatten. Als er alles weiß und sich gefunden hat, endet sein Leben. Ein trauriges Buch, aber ohne Verzweiflung. Traurig ist auch, dass Sebald so spät mit dem Schreiben von solchen Büchern begonnen hat und dann so früh starb. Um so kostbarer ist alles, was er geschrieben hat. Im Marbacher Literaturarchiv kann man die Materialien Sebalds zu Austerlitz betrachten.
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