....Schnell-Leser können nämlich ganz schnell die vielen langatmigen Zeilen des 700-Seiten-Schinkens überlesen und sich somit auf die wirklich spannenden Passagen freuen. Und die hat "Außer Kontrolle" wirklich. Der Plot des Buches ist interessant: Eine junge Psychologie-Professorin wird auf eine Südseeinsel gelockt, wo ein gigantischer neuronaler Rechner offensichtlich an so etwas wie einer Depression leidet - und da dieser Rechner wie ein menschliches Gehirn funktioniert, muss natürlich auch ein Psychologe ran und nicht ein Computerspezialist. Klingt erstmal aberwitzig, aber schnell hat man sich als Leser mit dem Computer und seinen Robotern angefreundet und findet das ganze gar nicht mehr so ungewöhnlich sondern durchaus vorstellbar. Die Protagonistin, Laura, sympathisch skizziert, hat alle Hände voll zu tun, die Ursache zu finden, denn der Computer macht täglich mehr Fehler, Fehler, die die ganze Menschheit betreffen und die dringend gestoppt werden müssen. Im virtuellen Raum kommuniziert Laura mit dem Superhirn und findet langsam eine Erklärung für das ungewöhnliche Verhalten. Doch die nahende Katastrophe ist damit noch nicht gestoppt.
Also mir hat "Außer Kontrolle" Spaß gemacht, mal davon abgesehen, dass der Autor sich mindestens 200 Seiten hätte sparen können, denn zwischendurch entsteht ein bisschen Langweile, weil nichts Neues passiert, hier läuft der Spannungsbogen auf Null-Linie. Die technischen Erklärungen habe ich auch als Nicht-IT-Spezialistin gut verstanden und fand sie durchaus interessant. Stellenweise hochspannend und erschreckend geschrieben, habe ich aber auch herzhaft lachen können über gewisse Passagen, wo der Computer einfach zu menschlich reagiert.
Alles in allem ein lesenswerter SF-Roman, gut recherchiert mit einem interessanten Thema.