An Christian Hacke "Standardwerk" stört neben vielen anderen Dingen vor allem der selbstgefällige Ton. Mag sein, den haben alle Wissenschaftler, den anderen gelingt es aber anscheinend besser, dies leise zu flüstern anstatt es laut hinauszuschreien.
Sicher, die Weltmacht wider Willen läßt sich angenehm lesen, sicher auch, daß sich Hacke um die Darstellung der Diskontinuitäten und Kontinuitäten der deutschen Außenpolitik bemüht hat (und meistens ist ihm dies auch gelungen).Manche der üppigen Formulierungen, wie die "Rapallo-Sehnsucht" bleiben hängen (was nicht heißt, daß sie auch fundiert sind). Für einen
Politikwissenschaftler ist das Buch aber unzureichend und über weite Strecken auch für den interessierten Laien. Literaturverzeichnisse kann man sicher besser machen, auch umfangeicher, was aber wohl schon vorausgesetzt hätte, fußnotengestütztes wissenschaftliches Arbeiten zu präsentieren.
Es gibt kaum Verweise, nicht auf die Quelle von Zitaten, nicht auf die Literaturlage, nicht auf Forschungsdebatten. Man könnte meinen, die Geschichte der Außenpolitik der Bundesrepublik wäre noch nie an anderer Stelle rezipiert und diskutiert worden.
Alles in allem: man kann es lesen und inhaltlich sind die wesentlichen Schwerpunkte der bundesdeutschen Außenpolitik da: Adenauers Westintegration, der Wechsel zur Ostpolitik um Brandt und Bahr, Schmidts Realpolitik, Genschers Bedeutung für Kontinuitäten bundesdeutscher Außenpolitik. Mehr läßt sich nicht herausholen. Wer es zuende ließt, stellt es ins Regal, manch einer schon vorher......