Ich lese ja nicht oft Kurzgeschichten, meist fühle ich mich dann immer in den Autor hineinversetzt und denke dann, ah das sind seine Kindeheitserinnerungen, seine Joberfahrungen, seine Familientragödien, seine Kumpelstories und seine Möchtegernfantasien. Nicht immer lese ich dann alle Kurzgeschichten in einem Buch. Hier war es anders. Spätestens bei der zweiten Geschichte ist klar, das hat alles nix mit dem Autor zu tun. Zu vielfältig die Geschichten, die unglaublichen Vorfälle zu überzeugend die jeweilige Perspektive. Stefan Petermann zeigt uns auf verblüffend glaubwürdige Art wie es in jemandem vorgeht, der etwas erlebt, dass man sich selbst nicht vorstellen kann (oder max. in einer der 20 Geschichten, mehr dieser skurrilen Ereignisse hat kaum eine Person erlebt).
Meine Lieblinggeschichten sind "mit glufke" über den erfunden kumpel für alle krassen dinge im leben / das preisgekrönte "hager" über die gedanken eines erforenen der auf seine entdeckung wartet und dabei von einem ahnungslosen kind unterbrochen wird / "vor dem fenster" über eine liebe in blickrichtung in krakau / "blaues kleid" über eine studentin, einen alten sack und unvermeidbare misverständnisse / "heute lernen wir tschüss zu sagen" über einen lkw-fahrer, dessen LKW die bremsen versagen, was eine kindergärtnerin, die gerade ihren kindern den tod erklärt hat, das leben kostet / "springbreak europe", eine bass-dröhnende beschreibung eines mir unbekannten events der sich springbreak europe
Gäbe es mehr davon, würde ich mehr Kurzgeschichten lesen :)