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4.0 von 5 Sternen
Real, 20. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Ausnahme: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine realistisch gute Romanhandlung um ein zentrales Thema "wie können Menschen so handeln?".
Beim Lesen dieses Buches tauchte bei mir immer wieder die Frage auf, ob die aufgeführten, verschiedenen Völkermorde, aber auch die psychologischen Artikel/Versuche dokumentarisch sind. Deshalb hätte ich mir, dem Buch und auch dem Thema eine Literaturliste zum Weiterlesen und Vertiefen gewünscht. Ein tief gehendes Buch, das nachdenklich macht, Einsichten bringt, zum nochmaligem Lesen und Diskutieren anregt und auf alle Fälle weiter zu empfehlen ist - was mir schon lange nicht mehr passiert ist.
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Ausnahme - auch ein Ausnahme-Buch, 17. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Ausnahme: Roman (Gebundene Ausgabe)
Auf dieses Buch bin ich zufällig beim Stöbern in der Buchhandlung gestoßen.
Ein Roman über die Psychologie des Bösen, geschrieben wie mit dem Skalpell - so verspricht der Klappentext und das ist nicht gelogen. Aber es ist auch nicht alles.
Das Buch schildert die Lebens- und Arbeitssituation vierer Frauen, die im fiktiven dänischen Zentrum für Information über Völkermord arbeiten. Als einige der Kolleginnen Droh-Emails erhalten, verändert sich die fragile Situation schnell.
Zunächst steht ein gesuchter serbischer Kriegsverbrecher in Verdacht, doch...
Die ohnehin schon von Mobbing geprägte Büroatmosphäre wird zunehmend unerträglicher.
Jeweils aus der Sicht einer der Protagonistinnen werden die einzelnen Kapitel geschildert, so dass man nach und nach die verschiedenen Sichtweisen der Geschichte erfährt.
Teilweise ist es so spannend geschrieben, dass man nicht aufhören kann zu lesen, teilweise musste ich es weglegen, weil ich manche Schilderungen - etwa bestimmte Mobbingsituationen - beklemmend real fand.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, es ist spannend und erstaunlich realistisch, trotz einiger absurder Dinge.
Und jeder, der mit verschiedenen Kollegen zusammenarbeitet, wird über diese Situation sicher nochmal nachdenken und vielleicht seinen Reaktionen mal hinterfragen.
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Überzeugendes Erstlingswerk, 7. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Ausnahme: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich fand es verblüffend, dass sich hinter diesem harmlosen Titel ein handfester Psychothriller verbirgt! Jungersen schildert in seinem Erstlingsroman die Arbeitssituation von vier Frauen, die an einem kleinen dänischen Institut an der Dokumentation von Völkermorden in aller Welt arbeiten.
Jungersen läßt diese Frauen sachlich und unsentimental ihre Lebenssituation und ihre Sicht auf die Inhalte ihrer Tätigkeit erzählen. Dabei kommen auch diejenigen Sorgen und Wünsche zu Tage, die aus Angst vor beruflicher Disqualifizierung vor den anderen Kolleginnen verborgen bleiben sollen. Nur zwei der Damen sind miteinander befreundet und sie versuchen, die beiden anderen in einer klassischen Mobbing-Situation auszuschließen. Die privaten Ängste und Phantasien der Frauen eskalieren, als zwei der Kolleginnen eine anonyme Morddrohung per Mail bekommen. Das Wissen um das Böse in den Tätern der Genozide und um die psychische Antastbarkeit des Menschen vermischen sich und treiben groteske Blüten. Trotz aller Absurdität sind die Ereignisse nicht weit weg von der heutigen Realität. Das hat mich erschüttert und ich hoffe, dass sich noch mehr Leser diesen Roman vornehmen und ein bisschen nachdenklich werden. Für ein Erstlingswerk ist der Roman außerordentlich spannend geschrieben.
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